Mikrofon
Test
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04.01.2011

Das Milab DC-196 ist definitiv ein Spezialist, im positiven wie im negativen Sinne. Eindeutig positiv ist die Tatsache, dass man mit eckigen Membranen auf akustischer Ebene Lösungen finden kann, die “Rundlinge” aufgrund ihrer ausgeprägten rotationssymmetrischen Richtcharakteristik nicht bieten können. Zudem lässt sich ein derartig kleines Großmembran-Mikrofon hervorragend handhaben. Bezüglich der generellen Verarbeitungsqualität können eigentlich gute Noten vergeben werden, allerdings trübt der wackelige Charakteristik-Wahlschalter genauso das Bild wie der in der Bedienung sehr anstrengende Padschalter und die wirklich unüberlegte Spinne, die genau diese Vordämpfung verdeckt. Klanglich ist das DC ein Exot und bestimmt nicht das Mikrofon, das sich einen Stammplatz auf den Mikrofonstativen der Gesangskabinen und Aufnahmeräumen dieser Welt erstreiten kann. Es klingt schon deutlich “kleiner” und schwächer als die meisten seiner Kollegen von der runden Fraktion. Als Sonderling und besonders als Problemlöser bei Instrumentalaufnahmen ist es aber eine durchaus erwägenswerte Erweiterung eines größeren Fundus.

  • Pro
  • Baugröße äußerst praktisch
  • nicht rotationssymmetrische Richtcharakteristik sehr hilfreich
  • eigenständiger Klangcharakter gut für Sonderlösungen
  • Contra
  • elastische Aufhängung verdeckt Pad-Schalter
  • Klang gewöhnungsbedürftig und sehr speziell – als Standardmikrofon ungeeignet
  • schwache Höhendarstellung
  • indirekter, verhaltener Gesamtsound
  • Technische Spezifikationen
  • Empfängerprinzip: 2 x Druckgradientenempfänger (mit Laufzeitglied), rechteckige Membranen
  • Richtcharakteristik: Kugel, Niere, Acht
  • Wandlerprinzip: Kondensator
  • Betriebsspannung: 48V Phantomspeisung
  • Frequenzgang: 20 Hz - 20 kHz (keine Toleranzangabe)
  • Übertragungsfaktor: 21,5 mV/PA (+/- 1 dB)
  • THD+N: 12 dB (A-bewertet)
  • maximaler Schalldruckpegel: 132 dB SPL (1 % THD)
  • Pad: -12 dB
  • Ausgang: XLR
  • Preis: EUR 998,- (UVP)
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