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Test
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10.11.2014

Meinl Soundcaster Fusion Becken Test

Beckenserie

Formel 12

Die Meinl Soundcaster Fusion Beckenserie im bonedo Test. Das angepeilte Publikum für diese Becken sind die preisbewussten Trommler mit professionellen Klangansprüchen. Allerdings legen es die Soundcaster Fusion Cymbals nicht nur auf die Befriedigung klanglicher Gelüste an, sondern glänzen auch mit optischen Reizen. Der Namenszusatz Fusion deutet schon auf die erste große Besonderheit der Serie hin, nämlich die Kombination zweier Finishes auf einem Becken. Bei dieser Beckenserie ist nur die äußere Hälfte abgedreht. Der Bereich um die Glocke ist dagegen blitzblank poliert, um sowohl den Traditionalisten als auch die Bling Bling-Elster im Trommler anzusprechen. 

Ein Chapeau! an die Produktentwickler dieser Tage, die sich in Zeiten des völligen Überflusses immer wieder neue Dinge einfallen lassen, um den Markt interessant zu halten. Wenn man dem Kunden dann an Stelle eines „kenn´ ich doch schon“ oder „laaangweilig“ ein „will ich haben“ entlocken kann, hat man alles richtig gemacht. Aber die Soundcaster Fusion Serie, deren Entwicklung übrigens ganze fünf Monate dauerte, hat neben dem Look auch noch ein paar andere, ganz handfeste Argumente auf ihrer Seite. 

Details

Umfangreiche Modellreihe aus der Gutenstetter Beckenbau-Maschine

Die Modellanzahl der Soundcaster Fusion Serie umfasst aktuell 23 Exemplare, die mir, bis auf das 14 Zoll Thin Crash, das 19 Zoll Powerful Crash und das 10 Zoll Splash, für diesen Test komplett vorliegen. Die Crash-Becken und die Rides kommen in in den Gewichtsklassen Thin, Medium und Powerful daher, während die Hi-Hats ausschließlich in Medium-Stärke angeboten werden. Auch die Chinas, Splashes und Trash Crashes sind nur in jeweils einer Gewichtsklasse erhältlich.

Es folgt: Tim‘s kleiner Reiseführer in die Geschichte der Beckenproduktion

Schlagzeugzimbeln werden zum überwiegenden Teil aus Bronze, einer Mischung aus Kupfer und Zinn, hergestellt. B20 Bronze (80 Prozent Kupfer und 20 Prozent Zinn) ist das Material, das für die meisten Oberklasse- Becken verwendet wird und dessen Sound generell als dunkel, voll und komplex beschrieben wird. B8 Bronze (92 Prozent Kupfer und 8 Prozent Zinn) dagegen kommt häufig bei Einsteigerbecken zum Einsatz und klingt höhenreicher und weniger differenziert. Der Stoff, aus dem die Soundcaster Becken gemacht sind, trägt den Namen B12 und ist – wer errät es? – eine Mischung aus 88 Prozent Kupfer und 12 Prozent Zinn. Wegen des geringeren Zinnanteils ist dieses Material deutlich einfacher zu verarbeiten als B20. So kommen bei B12 also hochwertiger Sound und überschaubarer Arbeitsaufwand zusammen. Toll, oder? Dieser Umstand ist auch der Grund für die einigermaßen moderaten Kaufpreise der Soundcaster Fusion Becken. 

Die Oberflächen bieten eine bunte Mischung aus Hämmerungen und Polituren in Perfektion

Das optisch auffälligste Merkmal der Serie ist die Kombination der unterschiedlichen Finishes. Der Bereich um die spiegelglatten Glocken herum ist nicht abgedreht, sondern auf Hochglanz poliert und gehämmert, während die Bearbeitung der äußeren, fein abgedrehten Fläche für jedes Modell individuell in Form und Muster festgelegt wird. Alle genannten Arbeitsschritte – einschließlich der eingravierten Logos und Designs – passieren rein maschinell im Meinl Werk in Gutenstetten und zeigen ein Verarbeitungsniveau, das an Perfektion kaum zu überbieten ist. Dabei reicht die Bandbreite von flächendeckender Mikrohämmerung bei den Thin Crashes bis hin zu sehr großen, an Handarbeit erinnernde Einschläge bei den mit acht Löchern versehenen Trash Crashes.

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