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Test
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30.04.2013

Praxis

16"/18"/20" Trash Crashes

Das erste, was mir bei den Trash Crashes auffällt, ist die beachtliche Lautstärke. Diese Becken entwickeln kaum tiefe Frequenzanteile und erzeugen einen hellen, zischenden white-noise-ähnlichen Effektsound. Dadurch klingen die Becken kleiner als sie eigentlich sind. Die Tonhöhen der drei Modelle sind perfekt aufeinander abgestimmt. Durch die fast schon synthetisch anmutende Klangcharakteristik lassen sich die Becken hervorragend in Kombination mit elektronischen Sounds einsetzen. Die Ansprache erfolgt extrem fix, und genau so schnell ist der Spuk auch wieder vorbei.

16"/18"/20"/22" Vintage Crashes

Die Byzance Vintage Crashes gehören zu den leichtesten Crash-Becken, die ich bislang unter den Sticks hatte. Die Ansprache ist extrem sensibel, so dass der Peak bereits bei leichten Akzenten in Sekundenbruchteilen erreicht wird. Dementsprechend verklingt der Sound auch sehr schnell wieder. Durch die geringe Materialstärke entwickeln die Vintage Crashes eine trashige Klangkomponente, die hörbar in Richtung China-Becken tendiert. Das Spielgefühl ist einzigartig, denn der Stick taucht förmlich in das Becken ein wie in geschmolzene Butter. Am besten gefällt mir das 22"-Modell, das mit seinem dunklen, komplexen Sound wirklich eine Klasse für sich ist.

18" Sand Thin Crash / Sand Medium Crash

Im Vergleich zum Vintage Crash ist das Thin Crash geringfügig schwerer, wodurch das Frequenzspektrum leicht nach oben hin erweitert ist. Der Trash-Anteil ist dennoch deutlich vorhanden, wenn auch nicht so stark ausgeprägt wie beim Vintage Crash. Das Becken entwickelt einen charaktervollen, weichen Crash-Sound, der durchaus allroundtauglich ist, sofern man sich in einem ruhigen bis mittellauten musikalischen Umfeld bewegt. Noch einen Tick schwerer ist das Medium Crash, welches gegenüber dem Thin Crash nicht nur heller klingt, sondern auch von einem deutlich längeren Sustain gekennzeichnet ist. Von den drei 18" Crashes bewegt sich dieses Becken am ehesten in konventionellen Gefilden. Mit seinem ausgewogenen Klangspektrum, das eine ausreichende Portion Wärme mit einem feinen Schimmer im oberen Bereich verbindet, ist es daher sehr universell einsetzbar

22" Sand Crash-Ride

Durch die drei integrierten Sizzles nimmt das Crash-Ride innerhalb der Byzance Vintage-Palette eine Sonderstellung ein. Allgemein wird diese Art von Becken ja mit Jazz assoziiert, und genau in dem Bereich kann das Crash-Ride seine Qualitäten auch voll ausspielen. Das leichte Becken hat ein dunkles, sehr angenehmes Grundrauschen, auf dem wie ein Sahnehäubchen der unaufdringliche Sizzle-Sound thront. Dabei sind die Stockaufschläge optimal in den Gesamtsound eingebettet. Die klangliche Bandbreite des Beckens ist enorm, denn auch der Crash-Sound überzeugt auf ganzer Linie. Selten habe ich ein Crash-Ride gehört, das wirklich beide Disziplinen mühelos beherrscht. Hier ist es gelungen!

20"/22" Sand Ride

Das 20" Sand Ride war das erste Modell, das in Zusammenarbeit mit Benny Greb entwickelt wurde, und es entspricht mit seinem äußerst flexibel einsetzbaren Sound dem breiten musikalischen Spektrum des Ausnahmedrummers. In diesem Becken verschmelzen auf ideale Weise dunkle Klanganteile mit einem deutlich artikulierten Stockaufschlag. Eingestreute Crash-Akzente innerhalb eines Ride-Patterns schaukeln sich nie zu sehr auf, so dass das Becken stets kontrollierbar bleibt. Die Kuppe klingt angenehm, nicht zu laut und fügt sich gut in die warme, weiche und dennoch transparente Klangcharakteristik des 20" Sand Rides ein. Das 22"-Becken verfügt im Prinzip über ähnliche Klangeigenschaften, allerdings empfinde ich es klanglich im Vergleich zum kleineren Modell als weniger homogen und ausgewogen. Der mittlere Frequenzbereich des 22" ist schwächer ausgeprägt, wodurch etwas Wärme und Charakter verloren gehen. Ich bezweifle allerdings, dass man daraus allgemeine Rückschlüsse ziehen kann, denn bekanntlich ist bei handgefertigten Becken die Varianz innerhalb der einzelnen Modelle relativ groß.

14" Sand Hat

Im ersten Moment kommt mir die Sand Hat mit ihrem mittenbetonten Sound verhältnismäßig rau und ungehobelt vor, was nicht gerade meiner Idealvorstellung des optimalen Hi Hat-Sounds entspricht. Ein spezieller Klang, an den ich mich im Laufe des Tests aber schnell gewöhne, und interessanterweise wirkt die Klangcharakteristik auf den Aufnahmen viel brillanter und sauberer als in natura. Die Sand Hats reagieren sehr dynamisch und sensibel und strahlen dabei viel Wärme aus. Meine Assoziationen gehen unmittelbar in Richtung Funk/Soul/Motown-Sound, wo die Becken meines Erachtens bestens aufgehoben wären.

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