Test
4
25.01.2018

Fazit
(4 / 5)

Interessante und kreative Sounds haben alle vier Meinl Byzance Neuheiten 2018 zu bieten. Das 21“ Traditional Polyphonic Ride ist ein dünnes Becken mit tiefem Grundcharakter. Es entpuppt sich im Test als musikalische und weit einsetzbare Mischung zwischen einem Crash- und Ride-Becken und glänzt mit blitzschneller Ansprache, perlendem Flächensound und einer schön abgesetzten, aber trotzdem integriert klingenden Bell. Der Flächenklang schaukelt sich bei mittelstarker Bearbeitung allerdings schnell zum Crash-Sound auf, wer also ein klassisches Ride mit Ping sucht, ist hier eher falsch beraten. 

Das 22“ Byzance Jazz Monophonic Ride ist im Vergleich zum Polyphonic Ride deutlich leiser. Ein komplexer, hell klingender Gesamtcharakter mit fauchendem Crash-Sound und sehr guter Stockdefinition auf der Oberfläche macht es zu einer interessanten Alternative im weiten Feld jazziger Klänge. Durch die matt klingende Bell würde ich es eher als tonale Ergänzung zu einem bereits vorhandenen Jazz-Ride mit mehr Allround-Charakter ins Setup nehmen. 

Die dünne, sehr leicht ansprechende und insgesamt eher leise 15“ Jazz Thin Hi-Hat klingt rauchig, weich und komplex. Dazu gesellt sich bei Öffnungen ein charaktervoller, aber auch leicht blechern klingender Ton. Neben allerlei Jazz und akustischer Musik ist die Hi-Hat sicher auch für Studio-Arbeit interessant. 

Das breiteste Einsatzgebiet lässt sich mit Sicherheit mit dem Matt Garstka Signature 20“ Vintage Equilibrium China abdecken. Dunkle und kräftige Akzente lassen sich der Krempe entlocken, für feines und dynamische Ride-Spiel kann man bei Bedarf auch auf der Unterseite spielen. Das Becken spricht schnell an und klingt dank der Löcher relativ zügig aus. Leider gibt es auf dem sandgestrahlten Finish bereits nach kurzer Zeit Fingerabdrücke zu sehen, zudem waren bei unserem Testmodell die Löcher nicht perfekt rund gebohrt, was im Hinblick auf den nicht gerade günstigen Anschaffungspreis zu klarem Punktabzug führt. Für alle Becken kann ich dennoch eine ausdrückliche Anspielempfehlung geben.

  • Pro
  • Sehr direkte und leichte Ansprache aller Becken
  • Dunkle, teils komplexe Sounds mit großem Dynamikumfang
  • Breite Einsatzfähigkeit von Equilibrium China und Polyphonic Ride
  • Insgesamt gute Verarbeitung (Ausnahme siehe Contra)
  • Contra
  • Matt klingende Bell am Monophonic Ride
  • Unsauber gebohrte Löcher beim Equilibrium China
  • TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN
  • Hersteller: Meinl
  • Serien: Byzance Traditional, Byzance Jazz, Byzance Vintage
  • Legierung: B20 Bronze
  • Hämmerung: per Hand
  • Herkunftsland: Türkei
  • Gewichtskategorien: Thin / Medium-Thin
  • Modelle / Gewichte der Testbecken
  • 22“ Byzance Jazz Monophonic Ride / 2420 Gramm
  • 21“ Byzance Traditional Polyphonic Ride / 2255 Gramm
  • 20“ Byzance Vintage Equilibrium China / 1408 Gramm
  • 15“ Byzance Jazz Thin Hi-Hat / 924 & 1138 Gramm
  • Preise: (Verkaufspreise Januar 2018)
  • 22“ Byzance Jazz Monophonic Ride EUR 499,-
  • 21“ Byzance Traditional Polyphonic Ride EUR 469,-
  • 20“ Byzance Vintage Equilibrium China EUR 419,-
  • 15“ Byzance Jazz Thin Hi-Hat EUR 459,-

Seite des Herstellers: https://meinlcymbals.com

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