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25.01.2018

Meinl Byzance Monophonic & Polyphonic Ride, Equilibrium China & 15“ Jazz Thin Hi-Hat Test

Ride-Becken, China und Hi-Hat

Organische Klangwelten

Mit einer ganzen Reihe interessanter Neuheiten wird bei Meinl dieses Jahr die Byzance Serie aufgestockt. Die gelungene Mischung aus breit gefächerter Social Media Offensive und weltweit bekannten Artists und Influencern wie Benny Greb, Anika Nilles, Mike Johnston oder Chris Coleman haben die Cymbals aus Gutenstetten rund um den Globus zu einer der populärsten Beckenmarken weltweit werden lassen. Und die B20-Teller aus türkischer Fertigung mit deutscher Veredelung erfreuen sich weiterhin ungebremster Beliebtheit.

Aber von Zurücklehnen kann im Frankenland augenscheinlich keine Rede sein, auch 2018 schickt man sich an, inspirierende und zeitgemäße Sounds für die trommelnde Weltbevölkerung zu kredenzen.

Nachdem wir vor kurzem die maschinell gefertigten Meinl Pure Alloy Neuheiten im Test hatten, geht es mit unserer heutigen Ladung wieder voll in handgemachte Gefilde. Dünne, große Becken und starke Hämmerung stehen mit zwei Ride-Becken und einer Hi-Hat aus den Linien Byzance Traditional und Byzance Jazz auf der Speisekarte. Dazu gesellt sich aus der Byzance Vintage Serie das neue Signature China von Matt Garstka. 

Extra Dry, Dual oder Vintage - das sind geläufige Namen. Jetzt wollte man es offenbar etwas extravaganter angehen, denn unser China-Neuzugang heißt „Equilibrium“ - was übersetzt Gleichgewicht heißt -, die beiden Ride-Becken hören auf die Namen „Monophonic“ und „Polyphonic“, womit klar ist, dass das zuletzt genannte mit einem klanglich etwas weiter gefassten Einsatzgebiet aufwarten soll. Die Bezeichnung Byzance Jazz Thin Hi-Hat möchte uns dann wohl sagen: „Achtung, bitte keine dicken Stöcke und gediegene Bedienung!“ Das finden wir jetzt genauer heraus

Details

 Das 21“ Byzance Traditional Polyphonic Ride

… ist ein dünnes Becken (2255 Gramm) mit flachem, schirmartigen Profil. Direkt ins Auge sticht die nicht abgedrehte, weit herausstehende und von oben mit einem spitzen Werkzeug gehämmerte Glocke, die man schon von den Symmetry und Nuance Rides kennt. Auf der polierten und abgedrehten Oberfläche findet sich ein feines Abdrehmuster, auf beiden Seiten gibt es gut sichtbare Spuren der Handhämmerung.

Das 22“ Byzance Jazz Monophonic Ride

… hat orangefarbene Logos, was bei Meinl auf die Jazz-Serie hinweist. Als Kontrast zum stark polierten Finish blitzten Kreise mit nicht abgedrehten Stellen hindurch, was dem Becken eine spannende Optik und den größten Handmade-Charme verleiht. Die Glocke ist mittelgroß und relativ flach, auch die Oberfläche dieses Beckens ist, mit Ausnahme der Bell, stark gehämmert. Mit 2420 Gramm spielt es in der Medium-Thin Kategorie.

Die 15“ Byzance Jazz Thin Hi-Hat

… wirkt wie zwei Becken, die auf den ersten Blick nicht zusammen passen. Unter der Bell des beidseitig polierten Tops (924 Gramm) verläuft eine Art eingestanzter Kranz. Ein großer runder Hammer hat dem Becken stark zugesetzt, die Einschläge sind wie Beulen bis auf die Unterseite zu sehen. Dazu gibt es zahlreiche kleine, unregelmäßige Einschläge. Schlage ich das Becken mit dem Finger an, ertönt ein tiefer, lang klingender und gongartiger Ton.

Das Bottom Becken (1138 Gramm) ist im Stil der Extra Dry Serie roh gehalten. Die nicht abgedrehte Oberfläche ist mit Ausnahme der Bell ebenfalls mit tiefen, runden, und oben und unten auch mit kleinen spitzen Hammermerkmalen übersät.

Das 20“ Byzance Vintage Equilibrium China 

… ist ein weiteres Signature-Modell des „Animals as Leaders“ Drummers Matt Garstka. Sein Fat Stack (https://www.bonedo.de/artikel/einzelansicht/meinl-artist-concept-stacks-2017-cymbal-sets-test.html ) konnte in unserem letzten Test überzeugen. Wie der Rest der Testbecken ist auch das Equilibrium China ein dünnes Becken, auf der Waage weist die Anzeige schlanke 1408 Gramm aus. Mit seinem flachen Profil erinnert es eher an ein Swish. Als besonderes Kennzeichen hat das Becken vier große und vier kleine Löcher verpasst bekommen. Die komplett abgedrehte Oberfläche ist sandgestrahlt, was bei Meinl als obertonreduziertes Vintage Finish bekannt ist. Nur ein 15 Zentimeter großer Kreis in der Mitte der Oberseite ist poliert, um einen Teil der Obertöne zu erhalten.

Das Becken weist ebenfalls sichtbare Merkmale von Handhämmerung auf, diese fallen aber eher subtil und nicht so tief wie beim Rest der Testbecken aus. Die acht Löcher sind sauber entgratet, allerdings bei genauerem Hinsehen nicht perfekt rund geraten, was angesichts der Preisklasse des Beckens (419 Euro) für etwas Kopfkratzen sorgt. 

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