Test
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20.12.2017

Praxis

Fat Stack: Der Name passt!

Matt Garska's Stack klingt von allen vier Konfigurationen tatsächlich am fettesten. Kräftig angespielt, erzeugt es ein breites, röchelndes Aufrauschen, welches – je nachdem, wie fest man die  Becken zusammengeschraubt hat – schnell wieder verklingt. Es ist gleichzeitig das lauteste von allen und setzt sich auch im rockig gespielten Kontext klar durch. Durch die Art der Aufhängung mit nach unten zeigendem Profil des Top-Crashes fühlt es sich beim Anspielen auch am ehesten nach einem „normalen“ Becken an. Einzeln angespielt, funktionieren die beiden Becken natürlich auch. Das gelochte 18er klingt sehr „trashig“, kurz und rau, was kein Wunder ist, denn praktisch alle an ihm ausgeführten Bearbeitungsschritte (nicht abgedrehte Oberseite, Löcher, tiefe Hämmerung) begünstigen diese Charakteristik. Dasselbe gilt für das 16er Bottom-China, auch hier geht es kurz und knapp zu, beim Anspielen erzeugt es das typische Fauchen, um sofort danach mit rauer Modulation schnell zu verklingen. Beide Becken sind – für sich gespielt – eher leise und besitzen eine begrenzte Projektion. Sie klingen besonders unter dem Mikrofon sehr gut. 

Beim Double Down Stack scheppert es ordentlich

Obwohl es bezüglich der Größe und der verwendeten Beckentypen dem Fat Stack ähnelt, klingt das Double Down Stack nicht nur völlig anders, es fühlt sich auch anders an. Das Spielgefühl ist deutlich härter, weil man auf die nach oben gewölbte Kante des kleineren Beckens schlägt, was auch Fragen zur dauerhaften Haltbarkeit des Beckens aufwirft. Klanglich ist Matt Halpern's Kombi noch roher als das Fat Stack. Statt eines breiten Rauschens erzeugt es eher ein Scheppern, welches zunimmt, je weniger man die Becken per Schraube aneinander presst. Beim Sustain mischen sich metallisch-knarzende Modulationen in das Klangbild. Für sich genommen, ist das Geräusch nicht wirklich angenehm, im Kontext mit der Band klingt es allerdings durchaus interessant. Mir persönlich sagt allerdings das Spielgefühl nicht wirklich zu. Wer hart zulangt, funktioniert damit das Double Down Stack zur Stickfräse um. 

Leiser und luftiger kommt das Bullet Stack daher

Das kleinste Stack in der Runde erzeugt einen luftigen Klang, der nur wenige crispe oder komplexe Anteile besitzt. Bullet trifft es als Bezeichnung ganz gut, denn der Sound erinnert ein bisschen an das Geräusch, das erklingt, wenn dem Helden in Comic-Filmen eine Kugel am Kopf vorbei zischt. Der Grund dafür ist schnell erklärt. Während sich die Becken der anderen Stacks vollflächiger, beziehungsweise weiter außen (Super Stack) berühren, kommt es beim Bullet Stack nur an den Kuppen zum Kontakt, also dort, wo die geringste Schwingung übertragen wird. Aufgrund der Löcher und der Art der vorgesehenen Aufhängung könnte ich mir vorstellen, dass es eine allzu brachiale Spielweise irgendwann mit Schäden quittiert. Zu leise angespielt, entwickelt sich allerdings noch nicht das volle Potenzial des Stacks. Hier gilt es, einen guten Mittelweg zu finden. Einzeln eingesetzt, erweitert sich auch hier das Potenzial noch einmal deutlich, denn beide Modelle überzeugen mit modernen, schnell ansprechenden Trash-Crash-Sounds, welche sich musikalisch gut integrieren lassen. 

Das Super Stack ähnelt einer Hi-Hat

Thomas Lang's Super Stack besitzt von allen Modellen den kürzesten und definiertesten Sound. Das liegt daran, dass sich beide Becken nur an den Rändern und in den Mitte berühren und damit ein Hi-Hat-ähnliches Klangbild erzeugen. Wo es sonst rauscht und grunzt, macht es hier eher „Ks!“. Aufgrund der Größe hat die Kombi aber ausreichend Power bei härterer Spielweise. Löst man die Befestigungsschraube etwas, wird der Sound breiter, bleibt aber unter Kontrolle. Das Super Stack ist eine ideale Kombi für Drummer, die eine zweite Hi-Hat mit mehr Dampf suchen.  

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