Test
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12.10.2021

Meinl Artisan Tango Line Cajon Grey Eucalyptus Test

String-Cajon

Einstieg in die Oberklasse

Unter der Bezeichnung „Artisan“ laufen bei Meinl die besonders hochwertigen Percussion-Instrumente, die in Handarbeit in den Ländern entstehen, in denen sie auch am meisten gespielt werden. So kommen die Artisan Cajones aus Spanien, wo sie in der Firma von José „Pepote“ Hernández gebaut werden. Das günstigste Instrument aus der Artisan Edition ist das Tango Line Cajon Grey Eucalyptus, das aktuell 185 Euro kostet und sich damit für fortgeschrittene Trommlerinnen und Trommler anbietet, die auf der Suche nach einem „etwas besseren“ Cajon sind.

Die zuvor in Light Eucalyptus und Limba erhältlichen Tango Line Cajones gibt es seit Anfang 2021 nun auch in Brown Eucalyptus und dem vorliegenden Grey Eucalyptus. Sie alle sind mit den Pepote-typischen Daumenmulden und handgewickelten Spiralsaiten ausgestattet und sehen sehr hochwertig und edel aus. Ob der Schein sich am Ende auch bewahrheitet, lest ihr im Folgenden.

Details & Praxis

Optik und Haptik vermitteln einen hochwertigen Eindruck 

Für den 48 x 28,5 x 30 Zentimeter großen Korpus kommt siebenlagiges, neun Millimeter starkes Birkenschichtholz zum Einsatz. Die Rückwand bringt es auf fünf Lagen und knapp sieben Millimeter. Etwa dreieinhalb Millimeter dick ist die Schlagfläche, die inklusive des Eukalyptus-Furniers aus fünf Lagen besteht. Die rötliche Färbung der unteren Lagen lässt einen Unterbau aus Buche vermuten. Alle Oberflächen sind tiptop geschliffen und lackiert und die Daumenmulden und Spielecken wurden sorgfältig und angenehm abgerundet. Hinter der vollständig verschraubten Spielfläche sorgen insgesamt sechs gewickelte Spiralen für den Snaresound. Ein quer darüber gespanntes Band und eine verstärkende Spirale drücken die Spiralen leicht an die Schlagfläche, um unerwünschtes Rascheln zu minimieren.

Die Daumenmulden sorgen für Spielkomfort

Wer schon mal auf einem Pepote Cajon gesessen hat, wird die Daumenmulden und runden Ecken wahrscheinlich schon zu schätzen gelernt haben, da sie für ein sehr komfortables Spielgefühl sorgen. Auch die sensible und hochagile Snare-Ansprache ist ein typisches Markenzeichen von Pepote-Cajones und auch bei diesem Modell schön ausgeprägt. Leichteste Schläge reichen aus, um die Spiralen anzuregen, sodass auch bei zartestem Spiel nicht auf den Snare-Effekt verzichtet werden muss. Trotz seiner Reaktionsfreudigkeit und Präsenz bleibt der Effekt in allen Dynamikstufen sehr feinperlig, kann bei aggressiven Slaps aber auch leicht giftig werden. 

Ein Bassmonster ist das Artisan Edition Tango Line Cajon definitiv nicht, doch die unteren Register klingen angenehm trocken und straff. Bei Bass-Schlägen rascheln die Spiralen zwar leicht mit, doch ungewünschte und unangenehme Rassel- oder Sirrgeräusche sind nicht zu hören. Hier haben die spanischen Cajonbauer saubere Arbeit beim Stimmen geleistet – gut so, denn die Spiralen sind fest verbaut und nicht im Nachhinein stimmbar.

Hier könnt ihr das Cajon anhören:

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