Test
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15.01.2019

Praxis

Bevor es um die Klangeigenschaften der einzelnen Modelle geht, lässt sich über alle drei Testcajones sagen, dass das Spielen darauf nicht nur dank der Daumenmulden sehr komfortabel ist. Die matte und strukturierte Lackierung der Spielflächen fühlt sich angenehm seidig an - auch wenn die Hände etwas schwitzig sein sollten. Hier sehe ich eine deutliche Verbesserung zur glänzend lackierten Spielfläche meines Pepote Estudio Cajons, die sich etwas klebrig anfühlt, wenn die Hände nicht ganz trocken sind, und manchmal auch quietscht. 

Soleá

Los geht es mit dem günstigsten der drei Cajones. Dem Soleá mit Ebony Burst Spielfläche lässt sich schon mit den Fingern viel Snaresound entlocken. Seine Spiralen sind vom Werk aus optimal eingestellt und bieten ein weites Dynamikspektrum. Von zarten Schlägen bis hin zu kräftigen Slaps machen sie alles mit und sorgen für einen präsenten, fast schon bissigen Sound, der sich gut durchsetzen kann. Auch untenrum hat das Soleá mit seinen satten, voluminösen Bässen einiges zu bieten, und auch eine gute Trennung zum Snaresound ist gegeben. 

Buleriá

Das Mehr an Snare-Spiralen macht sich beim Modell Buleriá mit Lava Burl Schlagfläche bemerkbar. Im direkten Vergleich zum Soleá reagieren die Spiralen einen Hauch direkter und griffiger. Etwas weniger kann dafür sein Bass überzeugen, der zwar trockener und kontrollierter klingt, dafür aber etwas an Tiefgang vermissen lässt. Dadurch wirkt das Buleriá Cajon im Klang - vor allem im direkten Vergleich zu seinen beiden Komparsen - etwas eindimensional.

Seguiriya

Der preisliche Sprung von Soleá und Buleriá zum Seguiriya Modell ist nicht zu vernachlässigen. Klanglich macht es sich jedoch bezahlt, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, denn das Seguiriya Indian Heartwood bietet noch mehr und noch kontrolliertere Snare-Ansprache als die beiden günstigeren Modelle. Beim Spielen stellt sich das Gefühl ein, dass die Spiralen förmlich an den Fingern kleben. Im Bassbereich klingt das Seguiria zudem viel straffer und aufgeräumter und besitzt auch ordentlich Tiefgang, was zu einem sehr vielschichtigen und dynamischen Gesamtbild führt. Dieses Cajon macht wirklich viel Spaß!

Ob ein Pop-Filter, wie er beim Seguiriya und Buleriá Cajon zu finden ist, sinnvoll ist, lässt sich nur individuell beantworten. Wer ein Cajon mit einem Mikrofon hinter dem Resonanzloch abnehmen will, wird es deutlich einfacher haben, bzw. weniger Gefahr laufen, dass es zu Pegelspitzen aufgrund von Pop-Lauten kommt. Gegen den Pop-Filter spricht jedoch, dass es damit nicht möglich ist, ein Grenzflächenmikrofon im Inneren des Cajons zu platzieren und sich das Cajon nicht mit einem Griff ins Resonanzloch tragen lässt.

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