Gitarre Hersteller_Marshall
Test
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19.08.2016

Marshall Mini Jubilee 2525H und 2525C Test

Vollröhren E-Gitarren Topteil und Combo

Kernkompetenz!

Auf den großen Erfolg des 2555x Silver Jubilee-Amps setzt Marshall mit der Mini Jubilee-Serie ein kleines i-Tüpfelchen. Unter der Bezeichnung 2525H beziehungsweise 2525C präsentiert der britische Traditionshersteller ein kompaktes Topteil und einen ebenso kompakten Combo, beide ausgestattet mit Vollröhren-Technologie, verständlicherweise aber mit weniger Leistung als der große Bruder. Die beiden Verstärker sind, was die Regelmöglichkeiten anbelangt, allerdings identisch mit dem 100-Watt-Boliden, der seinen bonedo-Test mit glatten fünf Sternen durchlief. Auch die Anschlüsse sind gleich geblieben, nur dass man mit einem Fünftel der Leistung auskommen muss.

20 überschaubare Watt stehen bereit, im Low Modus sind es noch fünf. Wir haben Topteil und Combo zum Test eingeladen und wollen wissen, wie sie sich soundmäßig schlagen und ob es für ihre Leistung auch außerhalb des Wohnzimmers Einsatzmöglichkeiten gibt.

Details

Gehäuse/Optik

Sogar das silbergraue Outfit durften die beiden Mini Jubilee Amps übernehmen. Die Holzgehäuse sind komplett mit Tolex überzogen und an den Ecken sorgen schwarze Kunststoffschoner für Schutz vor den oft unvermeidlichen Stößen beim Transport. Letzterer gestaltet sich beim Topteil mit zehn Kilo noch recht entspannt, beim 19 Kilo schweren Combo wird es schon etwas sportlicher. Mit den Kunstledergriffen auf der Oberseite lassen sich die beiden auf jeden Fall gut ausbalanciert tragen. Für rutschfesten Halt sorgen vier große Gummifüße an der Unterseite.

Im Inneren arbeiten drei ECC83 in der Vorstufe und zwei EL34 zeigen sich für die 20 Röhrenwatt Ausgangsleistung zuständig. Auch hier gibt es kaum Unterschiede zum großen Bruder, der lediglich mit vier EL34 in der Endstufe aufwarten kann. Mini-Combo und Mini-Topteil sind übrigens komplett identisch, was die Ausstattung betrifft. Der Combo verfügt naturgemäß zusätzlich über einen Lautsprecher, in diesem Fall einen Celestion G12M Greenback Speaker, der 25 Watt verkraften kann. Das Gehäuse ist hinten komplett geschlossen, an der Vorderseite schützt schwarzer Bespannstoff die Membran.

Bedienfeld

Sieben Regler finden sich auf dem Chrom-Frontpaneel. Die Anordnung ist, wie bei Marshall üblich, bei Topteil und Combo unterschiedlich. Beim Topteil geht es links los mit der Klangregelung (Presence, Bass, Middle, Treble), dann kommt der Output-Master (Regler für die Gesamtlautstärke), Lead Master (Lautstärke des Lead-Kanals) und der Input Gain-Regler. Beim Combo sind die Regler seitenverkehrt angeordnet. Der Amp hat zwei Kanäle, Clean und Lead, die per mitgeliefertem Fußschalter umgeschaltet werden können, am Frontpaneel wird das durch Ziehen des Output-Master erledigt. Die beiden Kanäle teilen sich die Klangregelung und auch den Gain-Regler. Hier kann noch die sogenannte Rhythm-Clip-Funktion durch Ziehen des Reglers aktiviert werden, der Sound erhält dadurch etwas mehr Gain.

Im Praxisteil werdet ihr das alles zu hören bekommen. Die gemeinsame Nutzung fast aller Regler für beide Kanäle limitiert naturgemäß etwas die Einstellmöglichkeiten. Will man zum Beispiel nahtlos von Ultraclean auf Mega-High-Gain wechseln, wird das schwierig, aber prinzipiell ist diese Gattung Amp auch nicht als Eierlegende Wollmilchsau konzipiert. Hier wird die Aktion an der Gitarre mit ins Geschehen eingebunden, man stellt sich einen Sound ein, der Rest wird mit dem Volume-Poti an der Gitarre und den Fingern erledigt.

Rückseite

Auch hier ist die Anordnung bei Combo und Topteil wieder seitenverkehrt, aber alle Anschlüsse sind identisch. Die Mini-Jubilee-Amps haben fünf unterschiedliche Lautsprecherausgänge, um für alle Varianten mit einem oder zwei Speaker-Cabinets gerüstet zu sein:

  • Ausgang A: 1 x 16 Ohm
  • Ausgang B: 2 x 16 Ohm oder 1x 8 Ohm
  • Ausgang C: 2x 8 Ohm oder 1x 4 Ohm

Am Line-Out wird ein Signal mit Line-Pegel und laut Hersteller mit einer Frequenzkorrektur ausgegeben. Für Aufnahmezwecke bzw. zur Abnahme des Amps auf der Bühne ist die Korrektur allerdings zu schwach, der Sound ist noch sehr höhenlastig und eher geeignet, eine weitere Endstufe anzusteuern. Auch darf der Line-Out nicht alleine genutzt werden, eine Lautsprecherbox am Amp ist Pflicht, denn es gibt keinen Lastwiderstand, der eine Nutzung des Verstärkers ohne Lautsprecherbox erlaubt.

Effektgeräte, die zwischen Vor- und Endstufe geparkt werden sollten, können an den Effektloop über die Send- und Return-Buchsen angeschlossen werden. Der Effektweg ist seriell und es gibt auch keine weiteren Schalt- oder Regelmöglichkeiten zur Anpassung des Pegels. Allerdings ist das Ganze sehr gut auf Standardpedale eingestellt. Für den mitgelieferten Fußschalter (PEDL-900003) steht der Footswitch-Anschluss zur Verfügung, hier können die beiden Kanäle umgeschaltet werden.

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