Test
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18.12.2014

Praxis

Wie alle Monitore kommt die MR5 MK3 in meinem Studio erst einmal auf Stative und steht in etwa auf Ohrhöhe. Die Boxen sind wie immer einen Meter voneinander entfernt und bilden mit meiner Hörposition ein gleichseitiges Dreieck. Im deutschen Quickstart-Handbuch sind keine Details zur korrekten Aufstellung zu finden. Das PDF-Manual findet ihr hier. Ein Aufbau im Stereodreieck und ein Testhören im Standard-Setting (also bei Gain = 0 dB) schadet aber nie, um zunächst ein Gefühl für den Monitor zu bekommen.

Und schon kann der Test beginnen. Wie auch bei der großen Schwester haben die  Monitore auf Anhieb eine sehr gute Auflösung und eine äußerst präzise Stereobühne. Das spricht dafür, dass der linke und rechte Lautsprecher weitestgehend homogen gefertigt wurden und damit identisch klingen, wichtig auch für die Phasengleichheit und damit sehr gut.

Für eine Box dieser Größe sind die Bässe richtig mächtig, selbst hinter der größeren Mackie MR6MK3 braucht sich die kleine Version nicht zu verstecken. Ich muss zugeben, ich bin vom kräfitgen Tiefgang sowie von der Übersteuerungsfestigkeit – vor allem angesichts des Preises und der Größe – mehr als überrascht. Selbst mit dem aktivierten +4dB-Bassfilter dröhnt der „Candy Shop“ überhaupt nicht, was im Vergleich zu anderen Boxen dieser Größe wirklich keine Selbstverständigkeit ist. So klingt es fast sogar ein wenig nach Subwoofer! Bei richtig Subbass-lastigem Techno kann man die Box natürlich nicht ganz so laut machen, aber das ist schon okay so.

Die Höhen sind weiterhin sehr klar und wie bei den anderen Speakern der Serie höre ich eine leichte Betonung der Höhen heraus, was mit zartem „amerikanischem HiFi-Touch“ umschrieben werden kann. Der Grundcharakter bleibt aber dennoch ziemlich linear. Versteht mich also nicht falsch: Die Höhen sind also keinesfalls zu scharf, sondern nur eben etwas metallisch. Um die Mitten etwas klarer zu machen, teste ich daher das -2dB HF-Filter. Das gefällt mir gut, und es bleibt auch hier an.

Für ihre kleine Größe kann man die Box auch wirklich ziemlich laut machen, selbst bei kräftigen Bässen und hohen Pegeln fängt sie kaum an zu pressen. Bei normaler Lautstärke ist außerdem die Impulsfestigkeit ziemlich gut. Dies wird auch dadurch unterstützt, dass das Gehäuse relativ wenig Gehäuseresonanzen oder Port-Turbulenzen von sich gibt. Das in dieser Preisklassen wirklich nicht selbstverständlich. Daumen hoch, dass Mackie auch bei dem günstigsten Gerät so eindeutig auf Qualität geachtet hat! 

Was ich etwas schade finde, ist, dass sich der Bassbereich nicht absenken lässt und es auch kein Desktop-Filter gibt, um beispielsweise noch Tisch-Reflexionen kompensieren zu können. Kritische Aufstellungsvarianten, etwa in Ecken, sollte man also eher vermeiden.

Bemerkenswert ist allerdings auch, dass man durchaus noch das +2dB- und +4dB-Filter für den Bass verwenden kann, weil die Box keinerlei Probleme damit hat und souverän mit dem mehr an Basspower umzugehen weiß. Einen Subwoofer kann man sich dann wirklich sparen! Der fehlende Auto-Standy ist hingegen nicht so schön.

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