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21.04.2017

Kreative E-Drums der Gegenwart und Zukunft?

Oli Rubow macht die Bestandsaufnahme

Dass mich die perfekte Simulation des akustischen Vorbilds nicht im Geringsten interessiert, dürfte bekannt sein. Äußerst spannend jedoch finde ich die Entwicklung von eigenständigen elektronischen Schlagzeugen – jene Geschichte, die in den Siebzigern mit den Drum Synthesizern, wie Moog Drum ControllerSimmons & co. begann, von Trommel- wie selbst befüllbaren Samplern, wie den Akai Trigger Expansion ASK90, ME35TDynacord Add-Oneddrum-3/4, Roland SPD-S oder auch exotischen Ansätzen, wie dem Korg Wavedrum, weitergeführt wurde. Durch die immer latenzfreier agierenden Computer/Software-Bundles wie Ableton oder Max, blitzen heutzutage beständig neue Möglichkeiten auf.

Und so möchte ich jetzt auf drei vielversprechende Ansätze jenseits des Mainstreams hinweisen, die allesamt Crowdfunding-Kampagnen zu verdanken sind:

DRĒMTRIGGER

Das ganz aktuelle Kickstarter-Projekt DRĒMTRIGGER dreht sich um ein reisefreundliches, anklemmbares Hybrid in Zigarettenschachtelgröße, das sowohl die Akustiktrommel triggern kann, als auch über zwei Schlagflächen verfügt, um Sounds oder Controllerbefehle auszulösen. Klänge sind an Bord (4GB) und lassen sich via Klinkenkabel verstärken, ein USB-Port stellt die Verbindung zum Rechner her.

BopPad

Das KMI (Keith McMillen) BopPad ist ein 10″ Zoll runder, trommelbarer MIDI-Controller, der in sich vier Schlagzonen aufteilen lässt. Der spannende Punkt ist die Möglichkeit, nicht nur MIDI Noten und Velocity senden zu können, sondern auch Pitch Bend, Pressure and Location CCs.
Wenn sich darüber dann auch die Tonlänge eines Samples (oder die Dauer eines Effekts) steuern ließe, wäre ich überglücklich, denn dieser Parameter kommt für gewöhnlich in keinem E-Drum-Ansatz vor (und würde doch so viele neue Möglichkeiten eröffnen).

Sensory Percussion

>>It matters, WHERE you hit the drums!<< Was auf das akustische Schlagzeug bezogen der Grund für die bekannte, wenn auch nicht immer konsequent bediente Klangvielfalt des Instrumentes ist, wird zum Ziel der speziellen Sensory Percussion Trigger-Pickups und ihrer korrespondieren Software. Auf dass zehn verschiedene Bereiche einer Trommel* mit einer Fülle von digitalen Aktionen verknüpft werden können und dadurch beispielsweise unterschiedliche (auf Wunsch, sich cross-fadende) Samples, Effekte oder auch Controller-Befehle auslösen können. 

In Kürze folgt ein ausführlicher Test zum Sensory Percussion System auf bonedo.

Da es sehr komplex ist, folgt hier gleich auch der Link zur Online-Bedienungsanleitung/Hilfe.

Das Thema E-Drumming bleibt frisch und dass es sich auch über den Tellerrand des reinen Klangs weiterentwickelt, zeigen beispielsweise die Ansätze von Zach Danziger oder Ian Chang, die mittels getrommelten MIDI-Befehlen (via Max for LiveDMX) auch Videos und/oder das Bühnenlicht steuern.

In diesem Sinne freue mich sehr auf das Syn/Cussion Festival, das vom 5. bis 7. Mai in Berlin stattfindet und sich um die Kombination von Schlaginstrumenten und elektronischen Klangerzeugern dreht.

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