Hersteller_Korg
Test
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05.06.2013

Praxis

Die grundsätzlich einfache Handhabe der Maschine ist auch für den Einsteiger schnell zu adaptieren. Die Effekte klingen gut und sind ausgewogen und „dancefloortauglich“ parametrisiert, sodass man im Grunde einfach drauflos spielen kann, ohne sich um die PA sorgen zu müssen - oder um die Magengrube oder das Trommelfell des Publikums. Doch sollte man sich gerade als ungeübter Anwender mit den einzelnen Programmen im Vorfeld vertraut machen, bevor man mit dem Teil auf die Meute losgeht und gerade bei anspruchsvollen elektronischen Sets auch mal Zurückhaltung üben, denn die subtile Unterstützung eines Musikstückes kann manchmal mehr Dynamik auf dem Dancefloor erzeugen, als ständige Build-Ups, Loopzerstückelungen und FX-Dauertiraden. Anders sieht dies bei einer Live-, Remix- und Loop-Performance aus, wo die Zuhörer eher auf spontane Stimmungswechsel eingestellt sind. Schließlich lässt sich der „Kaot“ natürlich auch als klassischer Loop-Sampler auf der Bühne verwenden, wie es Beardyman, der gleich vier Einheiten benutzt, seit Jahren praktiziert. Was den Workflow beim Loopen angeht, finde ich es schade, dass die Musikwiedergabe, anders als beim Live-Sampling unterbricht, sobald ich ein neues Sample von der Karte zu lade.

Alternativ lassen sich die Sampler-Bänke über den KP-Editor befüllen. Die Übermittlung von 8 Megabyte Sampledata für vier Loops meines Macs in Richtung Korg-Maschine dauerte über 20 Minuten. Zum Vergleich: Im Karteneinschub des Macs waren es lediglich fünf Sekunden. Das Laden eines Samples von der Karte hingegen geht zügig von der Hand. Allerdings müssen die Audiodateien (Wave oder AIFF) einen numerischen Wert von 00-99 als Dateibezeichnung haben, sonst funktioniert dies nicht. Ich finde das nicht sonderlich zeitgemäß und würde mir , wie auch schon bei den Effektprogrammen erwähnt, ein übersichtliches Text-Display wünschen mitsamt der Option, meine Dateinamen selbst festzulegen. Warum besitzt das K-Pad eigentlich keinen internen Flashspeicher mit wenigsten 4x4 Plätzen samt mehrerer Bänke? Der KP-Editor bietet sich nicht nur für den globalen oder spezifischen Austausch von Programm-, Sample- und Speicher-Daten an, sondern hier nehme ich auch die Einstellungen für MIDI-Kanäle und Control-Change-Parameter vor, oder entscheide, ob die Synchronisation des Kaoss Pad über die interne oder externe MIDI-Clock erfolgt. Samples werden anhand eines Wellenvorschaufensters grafisch aufbereitet. Diese „on the fly“ in der Software zu schneiden und zu stretchen ist nicht vorgesehen, allerdings lassen sich Tempoinformationen und Slicer-Pads (on/off) festlegen. Die nachfolgende Bilderreihe gibt euch einen genauen Aufschluss über die Möglichkeiten des Konfigurationstools.

Eine Frage, die ich vor dem Fazit noch in den Raum werfen möchte: Wenn das Teil als Produktions-Tool propagiert wird, warum gibt es kein VST-Plugin, mit dem ich die Audiospuren meiner DAW durch den KP3+ als MIDI-Controller non-destruktiv und im Nachhinein editierbar verwursten kann? Dass dies eine Menge Sinn und Spaß machen kann, beweist Pioneer mit seinem RMX1000, der das passende Plugin gleich auf den Leib geschneidert bekommen hat, welches sich über die Hardware dirigieren lässt. Ich würde mir das für Version „vier“ wünschen. Das führt mich zum Punkt MIDI, wozu eigentlich nicht mehr zu sagen ist, als dass sich das Pad sowohl über die Standard I/Os wie auch über USB-MIDI nach erfolgreicher Treiberinstallation verwenden lässt.

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