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Test
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20.10.2016

K&M 14000 „Gomezz“ Drum Hocker Test

Schlagzeughocker mit Sattelsitz

Ein König trotz Plastik?

Dass die Firma König & Meyer aus dem Baden-Württembergischen Wertheim qualitativ hochwertige Mikrofonstative herstellt, ist bekannt. Geht es aber um die Wahl eines neuen Drum-Hockers, orientiert man sich doch meistens zunächst in Richtung der japanischen Konkurrenz. Manch einer weiß gar nicht, dass der Traditionshersteller auch Schlagzeugstühle produziert. Das Sortiment umfasst Modelle unterschiedlicher Preisklassen, und in der Topserie, entwickelt in Kooperation mit dem Ex-Raemonn-Drummer Gomezz, darf zwischen zwei Varianten gewählt werden, einer mit rundem, der anderen mit Sattelsitz. Letztere haben wir einem ausführlichen Test unterzogen. 

 Laut K&M wird der Testkandidat in Deutschland hergestellt, was bei einem Preis von unter 200 Euro schon bemerkenswert ist. Aber auch bei der Bauweise heben sich die K&M Hocker von den meisten anderen Modellen auf dem Schlagzeughocker-Markt ab. Wo fast alle Drum-Firmen eine Drehspindel zur stufenlosen Höhenverstellung verwenden, setzt man bei K&M auf ein gerastertes Tauchrohr mit Bolzen und Schnellspannvorrichtung. Auf den ein oder anderen Betrachter mag auch der verstärkte Einsatz von Plastikteilen irritierend wirken, schließlich muss so ein Sitz ja Beträchtliches aushalten. Um herauszufinden, ob der Außenseiter unter den Edelsitzen trotzdem mithalten kann, haben wir ihn ausführlich „besessen“. Die Ergebnisse lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Schon beim Auspacken macht der Testhocker eine gute Figur. Er kommt im stabilen Karton, ein kleines Kärtchen informiert darüber, dass der 14000 in Deutschland hergestellt wurde. Fünf Jahre Garantie gewährt man bei K&M auf den Sitz, was für Vertrauen in die eigenen Produkte spricht. 

Mit seiner gerasterten Höhenverstellung hebt sich der Gomezz von anderen Hockern ab

Massiv sieht der Stuhl aus, umso erstaunter bin ich über sein relativ geringes Gewicht. Runde sechs Kilogramm würde ich nicht als federleicht bezeichnen, erwartet hätte ich trotzdem mehr. Des Rätsels Lösung ist schnell gefunden: einerseits verwendet K&M an einigen Stellen Kunststoff statt Metall. So verwendet man keine Flügelschrauben zur Fixierung des Sitzoberteils sowie zur Einstellung der Sitzhöhe, sondern Schnellspannmechaniken mit Plastikbügeln. Auch bei den wichtigen Verbindungspunkten zwischen Streben und Mittelrohr stößt der verwunderte Betrachter auf Kunststoff. Weiterhin kommt der Hocker ohne schwere Drehspindel aus, das Tauchrohr, auf dem das Sitzoberteil befestigt ist, besteht aus Blech und ist somit innen hohl. Die Höhenverstellung erfolgt gerastert, Löcher im Tauchrohr erlauben so - im Zusammenspiel mit einer Art gefedertem Zugstift - eine Höhenverstellung in Zentimeterschritten von etwa 46 bis etwa 66 Zentimetern. Hat man die gewünschte Sitzhöhe erreicht, lässt man den Zugstift los und arretiert den Schnellspannhebel. Beides zusammen soll eine absolut sichere Fixierung gewährleisten. Die Rohre sind sehr kräftig bemessen, eine breite, aus drei Doppelstreben bestehende, Basiskonstruktion lässt einen stabilen Stand erwarten. Dazu tragen auch die großen Gummifüße bei, welche sich – bei Bedarf – um optional erhältliche Spikes erweitern lassen. 

Der 14000 ist für einen Buttkicker und einen Stimmschlüsselhalter vorbereitet

Der stabile Eindruck der Basiskonstruktion setzt sich am sattelförmigen Oberteil fort. Zum Befestigen desselben kommt auch hier der besagte Schnellspannmechanismus samt Kunststoffhebel zum Einsatz, über eine Inbusschraube lässt sich zudem einstellen, wie fest dieser zupacken soll. Wer es mag, wenn sich das Sitzoberteil leicht drehen lässt (zum Beispiel, um sich Computer, Percussion-Tisch oder Drum Machine zuzuwenden), kann dies entsprechend justieren, ohne dass sich das Oberteil löst. Ein großer Metallflansch soll für seitliche Stabilität sorgen, ein interessantes Detail auf der Unterseite des Hockers stellen die Vorbereitungen für den – ebenfalls von K&M erhältlichen – Stimmschlüsselhalter dar, sowie die Möglichkeit, einen Buttkicker (ein Gerät, welches tiefe Frequenzen physisch spürbar macht) zu installieren. Hier wurde offenbar mitgedacht. Schon optisch bequem wirkt die Ausformung des Sitzteils. Es ist nicht nur relativ breit, sondern mit seinem halbrunden rückseitigen Profil auch recht lang. Die Polsterung ist fest, alle Nähte scheinen sauber vernäht zu sein. Sowohl die Seitenteile als auch die Sitzfläche selbst bestehen aus hochwertigem Kunstleder. 

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