Gitarre Hersteller_Keeley
Test
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13.02.2020

Praxis

Zum Einsatz kommt das Pedal zunächst vor einem clean eingestellten Amp mit einer PRS-Style-Gitarre. Als erstes sollte man natürlich das Output-Level des Pedals so einstellen, dass es dem Bypass-Signal entspricht. Durch die Frequenzverbiegungen des Signals ist das allerdings gar nicht so einfach zu beurteilen. Zudem fehlt es dem seitlichen Trimmpoti konstruktionsbedingt an einer Skala zum Ablesen des eingestellten Wertes, und die Bedienung mit dem Schraubenzieher ist doch recht umständlich.
Nach dieser ersten Hürde wird man allerdings direkt nach Inbetriebnahme mit sehr lebendigen und gut reagierenden Auto-Filter-Sounds belohnt. Die Anpassung von Gain und Peak an das Instrument und den Verstärker ist schnell erledigt und ab dann steht eindeutig der Spaß im Vordergrund.
Als Erstes füttern wir das Pedal mit einem Funk-Riff im Single-Coil-Betrieb. Wir hören dasselbe Riff im LO-Range-Modus nacheinander mit Low Pass-, Band Pass- und High Pass-Filter. Der Gain-Regler steht auf 13 Uhr, Peak auf 14 Uhr und der DIR-Schalter zeigt nach vorne.

Die Filterbänder unterscheiden sich deutlich und sind durchaus praxistauglich gewählt. Lediglich der Low Pass wirkt etwas muffig und ist vielleicht eher für Bässe oder Keyboards geeignet.

Als Nächstes hören wir nun den Halstonabnehmer als Humbucker im HI-Range-Modus. Durch den höheren Output und die zunehmende Schärfe wurden Gain und Peak jeweils auf 12 Uhr zurückgedreht.

Auch hier ergeben sich sehr ansprechende und inspirierende Sounds. Ob sich der High Pass im HI-Modus im Bandgefüge noch durchsetzen wird, ist fraglich, als Effektsound taugt er aber allemal.
Allerdings kommt spätestens hier das Bedürfnis auf, am Output-Volume-Poti nachzuregeln, da die Kombination aus höheren Frequenzen mit milderem Peak doch deutliche Pegelunterschiede mit sich bringt.

Im nächsten Bespiel geht es wieder in den Single-Coil-Betrieb. Wir bleiben im HI-Range-Modus, steigern die Empfindlichkeit mit Gain auf 15 Uhr und „entschärfen“ den Peak auf 9 Uhr.

Wunderbar dynamisch und unaufdringlich gibt sich das Pedal in dieser Einstellung. Die Filterbewegung schwebt eher über dem Signal und lässt sich mit dem Anschlag der rechten Hand sehr fein dosieren.
Nun soll auch der DIR-Schiebeschalter an der Seite auf seine Funktion geprüft werden. Die sich schließende Filterbewegung bedarf zunächst einer kleinen Eingewöhnungsphase, da sie sich dynamisch anders verhält und auf den ersten Blick nicht die typischen Hörgewohnheiten bezüglich des Wah-Wah-Sounds bedient. Am überzeugendsten klingen hier kurze Noten, da sie schnell eine synthieartige Dynamik entwickeln

Schlussendlich darf sich das Neutrino noch vor einem verzerrten Amp beweisen. Im LO-Range-Modus soll der Bandpass-Filter die Mitten betonen. Gain steht auf 15 Uhr, Peak auf 9 Uhr. Der Ausgangspegel wurde bewusst erhöht, um die Vorstufe des Amps etwas mehr zu übersteuern. So ergeben sich tolle Auto-Wah-Sounds, die das Signal im Mix nach vorne bringen und bei Bedarf auch boosten können.

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