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01.09.2020

Kaufberatung Kompaktmixer

Kleinmixer und Live-Mischpulte von Mackie, Yamaha, t.mix, Soundcraft und Co. im Vergleich

Kompaktmixer beziehungsweise Kleinmischpulte sind schon eine wirklich feine Sache: preiswert, platzsparend und in allen erdenklichen Konfigurationen sind sie zu haben. Für nahezu jede Anwendung von Alleinunterhalter oder Singer/Songwriter bis hin zur mehrköpfigen Band, von Proberaum bis Stage, von zweistelligen Summen bis hin zu vierstelligen Beträgen gibt es einen passenden Kleinmixer (hier geht es zu unserem Testmarathon).

Das Schöne daran: Selbst günstigste Exemplare überzeugen meist mit gutem Sound.

Dennoch kann es vor dem Kauf nicht schaden, sich über die Mischpult-Ausstattung ein paar Gedanken zu machen. 

  • wie sollte ein moderner Kompaktmixer ausgestattet sein?
  • welches Mischpult ist für welchen Einsatzzweck zu empfehlen?

Ein kleines Pult fürs Studio, um schnell einen zusätzlichen Synthesizer oder eine Beatbox anzuschließen? Ein Submixer für die Bühne (In-Ears, Keyboards etc.)? Oder soll es ein Minimixer für den Alleinunterhalter werden, mit Anschlüssen für Mikrofon, Keyboard und Zuspieler, den vielleicht auch die Band zusammen mit der handlichen Säulen-PA auf der Bühne oder im Proberaum nutzen kann?

Dann ist neben möglichst vielen Kanälen ein integriertes Effektgerät praktisch. Und wie wäre es mit einem integrierten Audiointerface on-top? Dann kann der Mix direkt im Rechner landen ...

Kanalzahl und Mikrofone

Werfen wir im Folgenden einen Blick auf die wichtigsten Merkmale eines Kompaktmixers und erklären, für welchen Anwendungszweck welches Feature besonders nützlich oder sogar unabdingbar ist. So könnt ihr euch eine Liste mit euren persönlichen Must-haves erstellen und dann mit den Kompaktmixern eurer Wahl vergleichen.

Kanalzahl-Bingo

Viele kompakte Mixer beeindrucken mit stattlichen Kanalzahlen. Allerdings lohnt es sich, genauer hinzusehen: Viele der beworbenen acht, zehn oder gar zwölf Kanäle entpuppen sich zumeist als Stereo-Varianten. So besitzt ein Zwölfkanal-Mixer vielleicht nur acht Kanalzüge: vier monophone und vier stereophone. Das ist keineswegs schlimm und in der Praxis sind derartige Stereokanäle überaus sinnvoll. Man sollte sich dieser Tatsache aber bewusst sein, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden. Ebenfalls keine Seltenheit: Stereoeingänge sind nur als „halbe‟ Kanalzüge ausgeführt, bei denen kein EQ vorhanden ist. Sogenannte Aux- oder Tape-Inputs werden übrigens auch gerne zur Kanalzahl addiert, ganz ohne dass sich hier irgendetwas regeln ließe.

Mikrofone und hohes Zett

Eine der wichtigsten Entscheidungen vor dem Mixerkauf: Wieviele Mikrofone müssen verstärkt werden? Kompakte Mixer geizen nämlich gerne mit entsprechenden Vorstufen. Selbst Mackies ansonsten gut ausgestattetes 1202 VLZ4 oder das RCF L-PAD 12 begnügen sich mit vier respektive sechs Exemplaren. Soll mit dynamischen Mikrofonen gearbeitet werden, sind leistungsstarke Preamps mit ausreichenden Gain-Reserven förderlich, sonst rauscht es munter vor sich hin. Sehr gute Voraussetzungen bietet das Allen & Heath ZED 10/12/14 mit immerhin 69 dB Gain. Aber auch Mackies neueste ProFXv3-Serie oder sogar das sehr günstige Behringer Xenyx 1002 halten üppige 60 dB parat. Andere Hersteller hingegen halten 50 dB Gain für ausreichend.  

Übrigens: Die für hochohmige Instrumente wie passive E-Gitarren und E-Bässe wünschenswerte Impedanz-Anpassung im Eingang (Hi-Z) ist bei allen uns bekannten Mixern nur in den kombinierten Line/Mic-Kanälen möglich.

Schieben oder drehen?

Kleinmixer verzichten häufig auf Channelfader und besitzen stattdessen Drehregler zur Pegelkontrolle. Die Gründe liegen auf der Hand: Gute Fader sind verhältnismäßig teuer und nehmen zudem deutlich mehr Platz in Anspruch. Dafür bieten sie einen besseren Überblick über die Pegelverhältnisse und lassen sich im Idealfall sensibler bedienen. Wir meinen jedoch: Lieber ein vernünftiges Potentiometer als einen kratzigen Günstig-Fader. Wenn das Pult so klein wie möglich sein soll, führt am Drehregler ohnehin kein Weg vorbei.

Equalizer

Schlanker Fuß und ein ebensolcher Preis, das schlägt sich in den Channel-EQs der Kompaktmixer nieder. In der Regel finden wir in dieser Sektion Zweiband- oder Dreiband-Exemplare mit Festfrequenzen vor. Gelegentlich sind auch semiparametrische Mitten anzutreffen, so etwa im ZED-10 (FX) oder ZED 12 (FX) von Allen & Heath. Da mit Mixern dieser Kategorie normalerweise keine komplexen FOH-Aufgaben gelöst werden müssen, lässt sich mit dieser Einschränkung prima leben, zumal die Hersteller ihre EQs praxisnah „vorparametrisieren‟.

Inserts

Nur wenige Kompaktmixer bieten Kanal-Inserts, so zum Beispiel das Mackie 1202 VLZ4. Über Inserts werden Effekte seriell in einen Kanal eingeschleift, besonders beliebt sind dabei Dynamik bearbeitende Prozessoren wie Kompressoren. Wer aber benötigt Inserts in einem Kleinmixer? Nun, all diejenigen, die beispielsweise auf ihren edlen Boutique-Kompressor auf keinen Fall verzichten wollen. Doch im Ernst: Ohne Inserts ist Dynamikbearbeitung in Minipulten oft nicht möglich. Soll entsprechendes externes Equipment eingesetzt werden, sind Inserts wenigstens in den Mikrokanälen Pflicht.

Ausnahme: Einige auf den Live-Betrieb spezialisierte Pulte (z. B. Alto Live 802 oder RCF F 12 XR) bieten (Einknopf-) Kompressoren in den Mic-Ins.

Send/Return

Die meisten Kompaktmixer stellen zwei Send/Return-Wege zur Verfügung. Möchte man wenigstens einen der Sends als Monitorweg nutzen, sollte dieser Pre-Fader verdrahtet sein oder sich entsprechend umschalten lassen. Bei Mixern mit eingebauten Effekten ist zu beachten, dass für deren Nutzung einer der beiden Sends geopfert werden muss.

Effekte

Die in vielen Kleinmischpulten verbauten digitalen Effektprozessoren können im Live-Einsatz gute Dienste leisten. Wird lediglich für den Gesang ein netter Hall oder ein kurzes Delay benötigt, spricht nichts dagegen, ein passendes Programm aus dem DSP zu wählen und per Send anzusteuern. Natürlich darf man keine audiophilen Wunderdinge erwarten, das verrät bereits der Blick auf den Gesamtpreis des Kompaktmixers. Ein hochwertiger Studiohall allein kostet oft ein Vielfaches. Auf der Kleinkunstbühne, in der Kneipe oder im verrauchten Club spielt das indes keine Rolle. Oder schleppt jemand lieber noch ein externes Effektgerät mit sich herum?

Routenplaner

Einige Pulte bieten einen zusätzlichen Ausgang namens Control Room. Über ihn lässt sich beispielsweise der Main Mix an ein zweites Monitorpärchen ausgeben. Luxuriöser ausgestattete Pulte geben dem Anwender weitere Routingoptionen an die Hand. So können beim Mackie 1202 VLZ4 (zum Test) auch die ALT3/4-Outs sowie das Tape-In-Signal auf den Control Room geleitet werden. Praktisch für den Tonmenschen, der so alle Signale unabhängig vom Hauptmix kontrollieren kann. Gleichermaßen nützlich ist es natürlich, wenn derartige Routings auch für den Kopfhörer verfügbar sind.

Aussteuerungsanzeigen

Detaillierte Kontrolle über den Ausgangspegel ist wünschenswert, bei Kleinmixern aber nicht gang und gäbe. Formfaktor und Preis vereiteln oft die Präsenz eines aussagekräftigen VU-Meters. Stattdessen muss man sich im ärgsten Fall mit einem drei- oder vierstelligen LED-Streifen behelfen, der nicht mehr Informationen als „Pegel ja, nein und viel zu viel‟ übermittelt. Wie immer lässt sich mit so etwas leben, Übung macht den Meister. Es geht aber auch anders, wie zum Beispiel das günstige the t.mix xmix 802 USB (the t.mix xmix Mischpulte im Test) oder das nicht mehr ganz kleine Behringer Xenyx X1222USB mit ihren 2x12 LEDs zeigen.

Master-EQ

Soll das Pult vor allem live genutzt werden, ist ein grafischer Summen-EQ durchaus sinnvoll. Er kann helfen, die schlimmsten Raumprobleme grob auszubügeln, ohne gleich mit weiterem 19-Zoll-Gerät anrücken zu müssen. Aufgrund der meist nur fünf bis sieben Bänder mit zudem geringem Regelweg sollte man allerdings kein chirurgisches Präzisionsinstrument erwarten. Auch mechanisch erwecken diese Kameraden häufig keinen allzu vertrauenerweckenden Eindruck. Dennoch: Besser den kleinen Summen-EQ im Pult als den 19-Zoll-Trümmer im Lager. Für den Studioeinsatz kann man auf Grafik-EQs im Pult indes getrost verzichten.

Zwei oder vier?

Das Gros der Kompaktmixer mischt seine Signale auf einen Stereobus. Wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel. Mackies Onyx-Pulte sowie auch einige Zenyx-Mixer von Behringer verfolgen das „In-Vier‟-Konzept: Werden Kanäle gemutet, sind sie zwar im Stereomix nicht mehr zu hören, liegen jedoch an den Ausgängen Alt Out 3 und 4 an. So ergeben sich praktische Routing-Möglichkeiten, etwa zum Erstellen einer Subgruppe oder zum Scharfschalten von Spuren für die Aufnahme, wenn an den Zusatzausgängen ein Rekorder angeschlossen wird.

Interface inklusive?

Ein integriertes USB- oder Firewire-Interface und ein SD-Kartenslot können den Einsatzzweck eines Mischpults deutlich erweitern. Sei es der einfache Mitschnitt eines Konzert, das Zuspielen von Cues direkt vom Rechner oder auch der virtuelle Soundcheck durch Einspielen eines Songs vom letzten Konzert. Gerade günstige Pulte sind aber meisten nur mit einfachen USB-Interfaces ausgestattet, die lediglich ein Stereosignal senden und empfangen können (2 In, 2 Out). Dann ist es zum Beispiel nicht möglich, die am Pult anliegenden Signale separat in den Rechner zu schicken, sondern lediglich die Summe. Wichtig: Sind Treiber für das eigene Betriebssystem verfügbar? Arbeitet das Interface sogar Class Compliant? Dann man auch ohne Treiberinstallation sofort loslegen.

Ein preiswertes Mischpult mit integriertem USB-Interface und FX-Prozessor ist das the t.mix xmix 1202FX USB (zum Test). Das Presonus Studiolive AR16c oder der kompakte AR8c setzen hingegen auf die USB-C Schnittstelle nebst SD-Card-Slot, genau wie das stylische Tascam Model 16 (zum Test) oder das kleinere Tascam Model 12. 

Netz mit Teil

Externe Netzteile sind eine Strafe Gottes. Jedenfalls dann, wenn man sie zuhause vergessen oder das falsche Exemplar mitgenommen hat. Andererseits ist es für Hersteller wesentlich aufwendiger, die Stromversorgung im Gehäuse zu integrieren, ohne die Audioqualität zu kompromittieren. Dementsprechend wird man bei günstigeren Mixern eher auf die abschätzig „Wall Warts‟ (Wandwarzen) genannten Stromspender treffen. Technisch gesehen ist diese Art der Spannungsversorgung allerdings kein Makel.

Entscheidung

Wie orientiert ihr euch nun am Markt und findet den für euch passenden Kompaktmixer? Beantwortet dazu folgende Fragen:

  • Wieviele Kanäle werden benötigt?
  • Wieviele Mikrofon-Preamps braucht ihr?
  • Wollt ihr ein eingebautes Effektgerät?
  • Wie groß darf der Mixer höchstens sein?

Jetzt filtert das Angebot eures Lieblingshändlers anhand eurer Antworten und vergleicht mithilfe dieses Artikels die übrige Ausstattung. Setzt bei den Features eure Schwerpunkte und synchronisiert das Ganze mit eurem Budget. Nun solltet ihr bei einer überschaubaren Geräteliste angekommen sein, in der ihr garantiert den für euch geeigneten Kompaktmixer findet.

Schauen wir uns das Ganze anhand einiger Fallbeispiele einmal an.

Kleinmixer für den Alleinunterhalter und Entertainer

Alleinunterhalter Robert H. sorgt mit seinem Entertainer-Keyboard und einer Kompakt-PA für gute Stimmung auf Festen aller Art. Er möchte ein kleines Pult kaufen, an das er ein Keyboard, dynamisches Mikrofon und Notebook als Zuspieler anschließen kann. Möglichst wenig Platz soll der Mixer belegen und um die 150 Euro kosten.

Bei seiner Suche stößt er auf das schicke Mackie ProFX6V3 (Mackie Pro FXv3-Serie im Test). Ein Hingucker, das mögen auch Roberts Kunden. Außerdem besitzt das Pult gleich zwei Mikrofoneingänge, die mit Low-Cut und Zweiband-EQ ausgestattet sind. Praktisch, wenn ein Gast auf die Idee kommt, mit Karl im Duett zu singen. Selbst Effekte hat es an Bord. Zusätzlich bietet der Mischer einen Stereokanal und einen Miniklinkeneingang. Für Robert H. Ist die Sache klar, das ProFX soll es sein.

Roberst Kollege Jan E. benötigt hingegen kein ausgewachsenes Effektarsenal oder USB. Er legt sich das Mackie Mix8 zu.

Mischpult für die kleine (Hobby-) Band

Die Missing Beats sind eine engagierte Hobbyband, die jedes Wochenende mit einem ausgedehnten Probeabend einleitet. Hin und wieder spielt das Quintett auch Gigs in kleineren Venues. Ein Pult muss her, für Proberaum und Auftritt. Weil die Hit-Millionen noch nicht sprudeln und die Gigs oft nur den abendlichen Bierbedarf decken, soll das Ganze möglichst günstig sein. Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet das MG12XU von Yamaha. Von seinen acht Kanalzügen sind immerhin sechs mit Mikrofon-Preamps ausgerüstet, da können zur Not auch mal Snare und Bass Drum abgenommen werden. Die verbleibenden Stereozüge reichen völlig für Bass und Keyboards, die Subgruppe ist im Live-Betrieb ebenfalls nicht zu verachten. Gleiches gilt für Effektprozessor und USB-Interface, das immerhin einen Wandler mit 24 Bit und 192 kHz Auflösung beschäftigt. Dafür sind 320 Euro nicht zu viel bezahlt, die Missing Beats sind begeistert.

Die Killefits erfreuen im Karneval die Herzen der Menschen in und um Grevenbroich. Da alle vier Bandmitglieder singen, sind viele Mikrofonverstärker Pflicht. Man steht auf gediegene Qualität, das Mischpult soll auch optisch was her machen und außerdem haben die Herren auch nichts gegen eine praktische Aufnahmefunktion einzuwenden.

Gesucht wird ein Allrounder für Stage, Proberaum und Recording und so hat sich das ambitionierte Quartett unlängst einen Tascam Model 16 gegönnt, mit dem sie durch die Festsäle der Region reisen: Mit seinen zehn Mikrofonkanälen ist der edel anmutende Mixer genau das Richtige für die fröhlichen Vier. Gesang, Percussions und Gitarren – man musiziert überwiegend akustisch – alles findet seinen Platz. Und die beiden Stereozüge reichen für die gelegentlichen Keyboardeinlagen des Gitarristen vollkommen aus. Den USB-Recording-Out nutzen die begeisterten Karnevalisten gerne zu Beginn der Session, um ihre Performance zu überprüfen, der Effektprozessor hingegen kommt bei jedem Auftritt zum Einsatz. Ja, so richtig kompakt ist der 16er nicht und knapp 800 Euro sind kein Pappenstiel, doch die Killefits möchten ihren All-in-One Allrounder nicht mehr missen.

Mischpult für den Studiofreak und Live-Act

Jonas B. bastelt leidenschaftlich gern in seinem Heimstudio. Überwiegend nutzt er Plug-ins als Klangerzeuger. Er möchte aber auch seine Drum-Maschine und den externen Mini-Synth einbinden. Außerdem kommt gelegentlich sein bester Freund Torben mit dem Notebook zum Jammen vorbei. Das muss auch noch dran. Jonas entscheidet sich für das Alto ZMX 862, da es ausreichend Kanäle besitzt und zwei gute Mikrofonverstärker an Bord hat. Für ein Pult dieser Größe sind sogar die Aussteuerungsanzeigen erfreulich aussagekräftig. Bei knapp 70 Euro Ladenpreis ein No-Brainer für Jonas.

Johannes Z. will mehr. Seine Synthi-Sammlung wächst beständig und die Mooger Fooger müssen auch versorgt werden. Zwölf Kanäle wären optimal, am besten schön kompakt. Seine Wahl fällt schließlich auf das Mackie 1202 VLZ4. Das kostet zwar knapp 250 Euro, lässt aber keine Wünsche offen. Sogar vier Insert-Punkte für die Mooger Fooger sind vorhanden. Außerdem klingen die vier Mic-Preamps sehr gut und die Minisubgruppe in Form der Alt-3/4-Outs kommt Johannes ebenfalls sehr gelegen.

Da Johannes häufig mit einem kleinen Electro-Act live unterwegs ist, ist das Mackie-Pult auch auf der Bühne ein idealer Begleiter. Es erlaubt den problemlosen Anschluss seiner beiden KAOS-Pads, eines weiteren Synthesizers sowie seines Lieblings-Drum-Computers. Auch das Notebook mit Ableton Live passt noch locker dran. Dabei ist das Pult noch nicht einmal so groß wie sein MacBook Pro. Deal!

Mischpult mit USB-Interface für die anspruchsvollere Band

Die Drunken Madmen aus der Nähe von Bamberg spielen partytauglichen Ska mit einem Anflug von Leningrad Cowboys. Drei Sänger wollen versorgt werden, ebenso die dreiköpfige Blaskapelle. Auch das Drumset kann angesichts üppiger Lautstärken meistens nicht auf eine einfache Mikrofonierung verzichten. Gut also, dass das PreSonus StudioLive AR16c mit gleich 18 Eingangskanälen bestückt ist, von denen zwölf Mikrofonvorstufen besitzen. So findet auch der Keyboarder einen freien Kanal und der kempernde Rhythmusgitarrist kann ebenfalls über die PA verstärkt werden.Das integrierte Effektgerät reicht zur Unterstützung der Sänger allemal und mit zwei Monitorwegen kommen die Drunken Madmen meistens auch zurecht – Gitarristen hören sich sowieso nie.

Ausgesprochen praktisch ist das USB-C-Interface, das 18 Kanäle (16 Eingänge und die Summe) zum Beispiel an eine DAW ausspielen und vier Kanäle von dort empfangen kann. Detaillierte Aufnahmen der Gigs sind so kinderleicht zu bewerkstelligen. Richtig begeistert sind die Oberfranken über den SD-Card-Rekorder namens Capture. Einfach auf Aufnahme drücken und schon landet die Summe in bester Audioqualität auf der Speicherkarte. Das Ganze ist so idiotensicher, das bekommt sogar der Gitarrist hin. Da die Drunken Madmen gerne und ausgiebig Pause machen, lieben sie ein weiteres Feature am StudioLive AR16c: Über die Bluetooth-Schnittstelle lassen sich die Erfrischungsintervalle problemlos mit Musik vom Smartphone überbrücken. 599 Euro musste die Band investieren – und hat‘s bis heute nicht bereut.

Die Rising Stars sind eine erfolgreiche Gala-Band aus der Provence Deutschlands. Die sechs Pfälzer gehen mit einer Sängerin, einem Gitarristen, einem Bassisten sowie einem Keyboarder und einem Saxofonisten auf die Bühne. Der Drummer darf natürlich auch nicht fehlen. Für ihre Auftritte nutzt die Truppe einen Soundcraft Signature 12 MTK, der im Laden kaum 400 Euro kostet.

Die Rising Stars legen Wert auf einen ausgefeilten Monitormix, weswegen viele Kompaktmixer mit ihrem eingeschränkten Angebot an Aux-Wegen für die Band nicht infrage kommen. Der Soundcraft Signature 12 MTK hingegen bietet drei Aux-Wege, die sich zudem flexibel pre- und postfader routen lassen. Selbst bei Nutzung des internen Effektprozessors bleiben der Band noch zwei Aux-Wege, um etwa Sängerin und Schlagzeuger mit separaten Mixen zu versorgen. Die beiden separat regelbaren Subgruppen erleichtern das Mixing zusätzlich.

Da der Soundcraft Signature 12 MTK acht Kanäle mit bemerkenswert guten Mikrofonverstärkern besitzt, können die Rising Stars flexibel agieren: In kleineren Räumlichkeiten werden die ersten drei Kanäle von der Sängerin und den Background-Vocals von Bassist und Gitarrist belegt. Kanal vier bekommt der Saxofonist. Der Keyboarder schickt seine Stereosumme an den Kanal 9/10: Die beiden letzten Mikrofonkanäle lassen sich nämlich auch stereo betreiben. Drums, E-Gitarren und E-Bass benötigen bei diesen Raumgrößen keine PA-Unterstützung.

Werden die Säle größer, landen Bass und Gitarre in den Kanälen fünf und sechs, der Drummer schickt seinen Submix in den Kanal 7/8. Da das Effektgerät des Signature 12 MTK sehr ordentlich klingt, kommen die Rising Stars häufig ohne weiteres externes Equipment aus.

Die Gala-Band mixt sich selber, da kommt das 14/12-USB-Interface des Signature 12 MTK gerade recht. Es erlaubt nämlich das Arbeiten mit sogenannten virtuellen Soundchecks. Dazu nimmt die Band einmalig eine typische Soundcheck-Situation auf. Beim kommenden Soundcheck wird diese Aufnahme abgespielt, bevor die Band auf die Bühne geht. Jetzt können in Ruhe die EQs den räumlichen Gegebenheiten angepasst, die Effekte gesetzt und die Pegel abgestimmt werden. Wenn die Rising Stars dann den ersten Song spielen, ist nur noch Finetuning nötig. Die Band nutzt das Interface aber auch häufig im Proberaum, um kleine Demos aufzunehmen.

Kompaktmischpulte für Sparfüchse

Die Saving Pennies sind junge, aufstrebende Garagenrocker. Das Durchschnittsalter von noch nicht einmal 15 Jahren verbietet ihnen allerdings große finanzielle Sprünge. Damit die Band dennoch im Probenraum und auf kleineren Gigs vernünftig arbeiten kann, hat sie sich für die sensationell günstigen Mixer aus der t.mix-Serie des Musikhauses Thomann entschieden. Als Hauptmixer kommt der mix 1202FX zum Einsatz. Der verwaltet vier Mikrofonsignale und zusätzlich vier Stereokanäle. Außerdem glänzt das Mischpult mit einer mit einer digitalen Effektsektion, dank derer der Sänger deutlich erwachsener klingt. Gerade einmal 77 Euro kostet das Pult, das finanziert die Oma mit links aus ihrem Sparstrumpf.

Der Keyboarder der Saving Pennies besitzt zwei Synthesizer, außerdem peppt er die Show mit gelegentlichen Rap-Einlagen auf. Deshalb hat er sich vom Taschengeld den mix 502 gegönnt. Für äußerst schlanke 33 Euro kann er ein Mikrofon anschließen und das sogar mit Phantomspannung versorgen. Über die beiden Stereo-Ins des Pults dockt er die beiden Synths an – und sendet die Summe in einen der Stereo-Ins des 1202FX. Damit haben die Saving Pennies gerade einmal 110 Euro für ihre, im Übrigen sehr anständig klingende Mixing-Lösung ausgegeben. Wahre Sparfüchse, die Jungs.

Die Irish Nitpickers aus Würselen spielen mit Vorliebe keltische Folklore. Das Quartett schwört auf das äußerst kompakte Notepad-12FX von Soundcraft: Dessen vier kombinerte, Hi-Z-fähige Mikro/Line-Inputs versorgen die beiden Sänger und deren Gitarren, während sich der Keyboarder am Stereo-In 5/6 einstöpselt. Der Perkussionist mischt seine Instrumente über ein eigenes, kleines Pult, das seinerseits in den Stereo-Ins 7/8 landet. Den nächsten Stereo-Eingang (9/10) nutzt die Band gerne für einen Pausenmusik-Zuspieler. Dank des eingebauten digitalen Effektprozessors kann weiteres Equipment zuhause bleiben, obwohl die Eingänge 11/12 gerade auch als Return für Outboard-Effekte konzipiert wurden.

Besonders glücklich sind die Irish Nitpickers über das USB-Interface mit vier Ein- und Ausgängen. So lässt sich das Pult im Proberaum als kleine Recording-Lösung nutzen oder aber live zum Aufzeichnen eines Gigs. Knapp 150 Euro haben die Würselener für das Notepad-12FX ausgegeben und sie sind der Ansicht, das war ein ausgesprochenes Schnäppchen.

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