Bass
Test
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20.12.2014

Kala California U-Bass Test

Viersaitige Bassukulele

Ernsthafte Alternative?

Mit dem Kala California U-Bass haben wir eine Bass-Ukulele im Test, die mit einem Solidbody aus Sumpfesche und einer Ahorn-Decke ins Rennen geht, einen Piezo-Pickup unter der Haube hat und jede Menge Spielspaß verspricht - Die Begeisterung für Ukulelen hat Kala-Chef Mike Hampton von seinem Vater, der die kleine viersaitige Gitarre bevorzugt zur Hausmusik in der Familie Hampton zückte und auch heute noch, mit über 80 Jahren, in einem Ukulelen-Klub aktiv ist. Anders als sein Vater begnügte sich Mike Hampton allerdings nicht mit dem Spielen von Ukulelen, sondern wollte seinen eigenen Ideen zu dem Instrument mithilfe einer eigenen Firma in die Tat umsetzen.

Ganz unerfahren war Mike Hampton in diesem Geschäft nicht, arbeitete er doch ab 1995 als Verkäufer bei der renommierten Firma Hohner und verfolgte dort bereits gespannt die Entwicklung einer hauseigenen Ukulelen-Serie. Als Hohner 2005 den Standort Hawaii verlagerte, nahm Mike Hampton dies zum Anlass, den Ukulelen-Markt mit seiner eigenen Firma Kala im Sturm zu erobern.

Nur wenig später entwickelte Hampton zusammen mit dem Bassisten Owen Holt den U-Bass, eine akustische Bass-Ukulele mit Tonabnehmer, die erstaunlich voluminös klingt und deshalb durchaus als ernsthafte Alternative zu einem normalen Bass in Bands oder im Studio eingesetzt werden kann. Selbst Profis fanden schnell Gefallen an dem speziellen Sound der Bass-Ukulele - einige der prominentesten Vertreter, wie Nathan East, Abe Laboriel, Lee Sklar oder Stuart Hamm, verliehen der wachsenden Popularität der U-Bässe abermals Rückenwind. Mit dem wachsenden Erfolg erweitert Kala die Modellpalette derzeit noch immer stetig: seit 2011 hat man gar eine Solidbody-Variante des U-Basses im Programm. Für diesen Bonedo-Test steht mir ein in den USA gefertigter Kala California U-Bass in der bundierten Viersaiter-Ausführung zur Verfügung.

Details

Auf den ersten Blick sieht der California U-Bass aus wie ein eingedampfter moderner Boutique-Bass mit einer schicken Edelholzdecke und einem etwas zu dicken Hals. Und im Grunde ist er ja auch ein kleiner Boutique-Bass, wird er doch im Kala Custom Shop in Kalifornien von Hand aus hochwertigen Materialien gebaut. Der moderne Korpus besitzt eine leichte Offset-Form wie ein Jazz Bass und wurde im Fall unseres Testbasses aus Sumpfesche gebaut. Die relativ dünne Decke besteht aus zwei Teilen geflammtes Ahorn und ist wunderschön gemasert.

Man sieht: Die Holzauswahl für den Korpus folgt auch beim U-Bass bewährten traditionellen Vorgaben. Auch beim Hals ist dies nicht anders, besteht er doch aus einem Streifen Ahorn mit einem schönen dunklen Palisandergriffbrett. Der Hals wurde an vier Punkten an den Korpus geschraubt, und im Griffbrett sitzen sage und schreibe 24 Bünde - obwohl der California U-Bass ja nur eine Mensur von gerade einmal 21 Zoll besitzt! Ab dem 12. Bund wird es folglich sehr eng, und die speziellen Saiten aus Polyurethan sind zudem ziemlich dick. Je kürzer die Mensur, desto niedriger ist nämlich die Saitenspannung, und mit dickeren Saiten kann man dem schlabberigen Spielgefühl immerhin ein wenig entgegenwirken. Mehr dazu aber im Praxisteil, wenn wir uns die Handhabung des U-Basses ansehen.

Der Steg des California besteht (genau wie das Griffbrett) aus Palisander und kann an beiden Seiten mit einer Rändelschraube in der Höhe verstellt werden. Man ist also keineswegs auf eine bestimmte Saitenlage fixiert, wie dies bei klassischen Stegkonstruktionen oftmals der Fall ist. Im Steg hat man auch den Piezo-Tonabnehmer untergebracht, und eigentlich könnte man befürchten, dass der niedrige Saitendruck (bedingt durch die kurze Mensur und die weichen Saiten) für eine sichere Tonübertragung zu gering sein würde. Dem wirkt Kala jedoch mit einer String-Trough-Body Konstruktion entgegen - die Saiten werden hinter dem Steg durch den Korpus gefädelt und verlaufen in einem steilen Winkel über den Steg, damit der Druck auf die Piezo-Elemente erhöht wird.

Soweit macht der kleine California wirklich einen guten Eindruck: Alle Holzkomponenten mitsamt der Stegkonstruktion wurden super verarbeitet, der Hals besitzt nur minimales Spiel in der Ausfräsung, und die Oberflächen fühlen sich glatt an. Der Korpus und die Halsrückseite sind übrigens nicht dick lackiert, sondern wurden lediglich mit einem dünnen matten Finish überzogen, wie man es von vielen Boutique-Bässen her kennt. Das sieht erstens nobel aus und sorgt zweitens für eine angenehme, geschmeidige Haptik beim Hals.

Bei der Hardware des amerikanischen U-Bass-Modells setzt Kala auf das Know-How von renommierten Firmen. Verbaut werden hochwertige Stimmmechaniken von Hipshot, und die aktive Elektronik wurde zusammen mit L.R. Baggs entwickelt, einem Spezialisten für die Verstärkung von akustischen Instrumenten. Zur Klanganpassung hält der Preamp einen Bass- und einen Höhenregler bereit, mit denen die jeweilige Frequenz abgesenkt oder angehoben werden kann. Gespeist wird die Elektronik von einer 9 Volt-Batterie, die ebenfalls im rückwärtigen Elektronikfach untergebracht ist.

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