Gitarre Hersteller_Jackson
Test
1
23.10.2019

Jackson X Series Soloist SLX BK Test

E-Gitarre

Begabter Nachwuchs

Die Jackson Soloist SLX aus der X-Serie des amerikanischen Herstellers steht zur näheren Inspektion an, eine Gitarre, die laut Name die Gene der klassischen US-Soloist in sich tragen soll, aber in Fernost gefertigt wird, was sich deutlich im günstigen Preis widerspiegelt.
Jackson-Gitarren gelten traditionell vor allem bei Protagonisten der Hard- und Heavy-Abteilung als Standardinstrumente, was sich auch in den Ausstattungsmerkmalen unserer Testgitarre widerspiegelt. Was die Soloist im Detail zu bieten hat, wie sie klingt und wo ihre besonderen Begabungen liegen, soll dieser Test herausfinden.

Details

Der Gründer und Namensgeber der US-Manufaktur, Grover Jackson, ist schon ziemlich lange im Geschäft, genauer gesagt seit 1973, und seitdem aus der internationalen Gitarrenszene nicht mehr wegzudenken. Gerade in der Rock- und Metal-Welt haben sich seine Instrumente einen festen Platz erobert, da sie all die Zutaten mitbringen, die damals wie heute in der Szene elementar wichtig sind.

Die Ursprünge der Soloist-Serie reichen bis ins Jahr 1980 zurück, auf dem Markt erschienen die Gitarren aber erst 1984. Typische Merkmale waren und sind ein durch den Korpus geführter Hals (Neck Through), 24 Bünde und und eine fantastische Bespielbarkeit. Das Ganze gepaart mit ausgefallenen Lackierungen, ganz nach dem Motto, je schriller, desto besser, was natürlich perfekt in die damalige, exaltierte Glam-Metal-Zeit passte.

Schauen wir uns die aktuelle Soloist aus der X-Serie einmal etwas genauer an.

Korpus:

Der komplett und tadellos schwarz lackierte Korpus aus Pappelholz kommt in der für Jackson bekannten kompakteren Form, die sich ohne Zweifel an das bekannteste Double-Cutaway-Modell anlehnt, die Stratocaster. Eine abgeschrägte Armauflage erhöht den Komfort beim Spielen, ebenso Fräsungen an der Rückseite. Ein HB-103B und ein HB-103N Humbucker sind in schwarzen Rähmchen mit dem Korpus verschraubt, eine weiße Aufschrift auf den Bobbins klärt uns darüber auf, dass es sich dabei um Aggregate aus den Werkstätten von Seymour Duncan handelt. Geschaltet werden die beiden Doppelspuler per Dreiwegschalter, der folgende Schaltungen zulässt:

Der Pickup-Wahlschalter befindet sich zwischen Volume- und Tone-Poti, die mit griffigen Metallknöpfen in Schwarz bestückt sind, wie die gesamte übrige Hardware. Coil-Splitting ist übrigens nicht vorgesehen.

Wie es sich für eine sportliche Flitzefinger-Gitarre gehört, findet man hier ein Double-Lockig-System, das bei unserer Testkandidatin unterfräst wurde und so auch ein Hochziehen der Töne ermöglicht. Dabei handelt es sich um ein Floyd Rose Special, bei dem Sustainblock und Saitenreiter aus einer Zink-Legierung bestehen und das durch die Fertigung in Fernost deutlich preisgünstiger ist als das doppelt so teure, aus gehärtetem Stahl gefertigte Original-Tremolo-System. Der Tremoloarm lässt sich mit einer Überwurfmutter fest arretieren und liegt wie die Werkzeuge, die zur Einstellung des Systems benötigt werden, im Lieferkarton bei.

Das Arbeitsprinzip des Floyd Rose ist schnell erklärt: Die Saiten werden ohne Ballends am Steg eingeklemmt und am Sattel ebenfalls festgesetzt. Diese Technik lässt nahezu hemmungsloses Tremolieren ohne allzu große Gefahr zu, dass sich die Saiten verstimmen. Allerdings ist das Einstellen und auch das Stimmen bei einem solchen System kein einfaches Unterfangen und benötigt eine gewisse Erfahrung. Hat man die Gitarre einmal grob in Form gebracht und die Saiten am Sattel arretiert, lassen sie sich mit den Feinstimmern am Tremolo exakt tunen. An der Rückseite sind zwei versenkte Kunststoffdeckel zu finden, die das Tremolo- und das Elektronikfach verschließen. Ein Blick ins Innere zeigt eine saubere Verarbeitung.

Fehlen noch die beiden Gurtpins in Schwarz, die mit Filzplättchen unterlegt wurden, um den Lack zu schonen. Die Klinkenbuchse befindet sich in der unteren Zarge.

Hals:

Der mit dem Korpus verleimte Ahornhals besitzt eine Graphit-Verstärkung und ist am Übergang rückseitig großzügig ausgefräst, sodass sich die obersten Lagen komfortabel erreichen lassen.
Als Griffbrettmaterial kommt Laurel zum Einsatz, das zur Familie der Boraginaceae ge-hört und von Costa Rica bis ins nordöstliche Südamerika an- bzw. abgebaut wird. Zur besseren Orientierung finden sich Pearloid Sharkfin-Bundmarkierungen im Griffbrett sowie schwarze Punkte im weißen Binding. Die 24 Jumbo-Bünde lassen verarbeitungs-seitig keine Kritik zu, da sie tadellos eingesetzt und den Kanten abgerundet wurden. Beim Griffbrett aus Lorbeer haben wir es mit einem sogenannten Compound-Fretboard zu tun, die folgende Grafik verdeutlich das Prinzip:

Somit besitzt das Griffbrett unterschiedliche Radien, die von 12“-16“ (304,8 mm - 406,4 mm) reichen und für eine verbesserte Bespielbarkeit sorgen sollen.

Bevor die Saiten auf die abgeschrägte Kopfplatte treffen, laufen sie zunächst über den Sattel, der mit Inbusschrauben die Saiten fest arretiert. Direkt dahinter befindet sich der Zugang zum Halsspannstab, das passende Werkzeug liegt ebenfalls im Lieferkarton bei. Die angesetzte Kopfplatte (Scarf Joint) ist, passend zum Korpus, genau wie die Rückseite des Halses schwarz lackiert. Sechs geschlossene Jackson-Mechaniken ermöglichen ein exaktes Stimmen der Saiten. Natürlich darf das Firmenlogo nicht fehlen, das groß und in weißen Lettern auf der Kopfplatte prangt und auch aus der Entfernung gut zu erkennen ist.
Die in Indonesien gefertigte Gitarre besitzt eine Mensur von 648 mm, wiegt 3374 Gramm und ist rundum tadellos gefertigt.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare