Ukulele
Test
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24.05.2019

Islander by Kanilea Ukulele Ola Serie Test

Ukulelen

Kleine Ukulelen mit großem Sound

Bei dem Namen Kanilea spürt jeder Ukulele-Fan ein Kribbeln in den Fingern. Nicht umsonst gehört die Instrumentenschmiede aus Hawaii zu den renommiertesten Firmen, wenn es um die Ukulele geht. Die hochwertigen Instrumente "Made in Hawaii" haben wir bereits in einem eigenen Test begutachtet. Mit der Islander Serie bietet Kanilea das ganze Know-How zu einem günstigeren Preis an und macht diese Instrumente damit auch für Einsteiger höchst interessant.

Die Firma hat es sich außerdem zur Aufgabe gemacht, für jede hergestellte Ukulele einen Koa-Baum zu pflanzen und somit einen wichtigen Beitrag für die Wiederaufforstung von Hawaii zu leisten. Ein Grund mehr, einmal zu checken, wie groß der Sound wirklich ist, den man hier für recht kleines Geld bekommt.

Details

Erster Eindruck

Die Ola-Serie gibt es in den drei Kerngrößen Sopran, Konzert und Tenor und mit zwei verschiedenen Designs, einmal mit den hawaiianischen Inseln und einmal mit Schildkröten. Ola heißt übersetzt übrigens so viel wie "Leben", und genau dieses wird den Instrumenten durch die Gravur eingehaucht - offensichtlicher kann man den Bezug zu Hawaii im Design nicht herstellen. Eine Tasche gehört nicht zum Lieferumfang, was allerdings kein Problem ist, da der Markt mittlerweile reichlich Auswahl bietet. Alle Modelle sind bei erster Begutachtung sehr sauber verarbeitet. Beim "Honu"-Finish ist auf der Kopfplatte eine Schildkröte eingraviert, wohingegen die "Islander"-Ausführung mit dem Firmennamen wirbt. Es finden sich keinerlei Verarbeitungsrückstände an den Instrumenten und auch das matte Finish ist sauber aufgetragen. Auffällig ist die Bridge-Pin-Konstruktion, bei der die Saiten ähnlich wie bei einer Westerngitarre in der Brücke fixiert werden. Dass diese Vorgehensweise nicht nur optisch einen Unterschied macht, wird später in diesem Test noch erläutert. Zumindest verleiht es dem Instrument einen sehr aufgeräumten und professionellen Eindruck.

Material & Verarbeitung

Die Ola-Serie von Islander Ukulele kommt mit einem Korpus aus Mahagoni. Im Unterschied zu den Kanilea-Instrumenten wird hier aus Preisgründen kein Massivholz verwendet, was die Instrumente zusammen mit dem Herstellungsort auch entsprechend erschwinglich macht. Der Hals ist ebenfalls aus Mahagoni und das Griffbrett aus Walnuss. Die Griffbrettmarkierungen, die übrigens auch seitlich angebracht sind, bestehen aus Perlmutt. Die Mechaniken sind offen, haben die klassische 1:14 Übersetzung und laufen gleichmäßig. Zwar passen die weißen Mechanikflügel optisch nicht ganz ins Konzept, da schwarze einfach besser zu den Bridge-Pins gepasst hätten, aber das ist reine Geschmackssache. Die Böden der Ukulelen sind flach, das Finish ist gleichmäßig und sauber aufgetragen und fühlt sich auch sehr angenehm an.

Wie bereits erwähnt, werden auf der Walnussbrücke die Saiten mithilfe von Bridge-Pins gehalten. Dieses System hat den Vorteil, dass die Energie der schwingenden Saite direkter auf die Decke wirkt. Somit soll das klangliche Potential noch mehr ausgeschöpft werden und eine direktere Ansprache und mehr Klangfülle sollen das Resultat sein. Dazu später mehr. Rein technisch gesehen hat die Bridge-Pin-Lösung den Vorteil, dass der Saitenzug direkt in die Brücke projiziert wird. Vielleicht habt ihr schon einmal von dem Problem gehört, dass sich die Brücke vom Korpus löst, oder sich die Decke gar nach oben wölbt. Das soll durch diese Verarbeitungsweise verhindert werden. Außerdem ist der Saitenwechsel sehr einfach. Man benötigt übrigens keine Saiten mit einem sogenannten Ball-End, sondern macht lediglich einen Knoten in das Ende der Saite, bevor man diese in die dafür vorgesehene Bohrung führt und mit dem Pin fixiert.

Als wäre das nicht schon genug an technischer Raffinesse, trumpfen die Islander Instrumente mit dem von Kanilea entwickelten Bracing-System auf. Diese Beleistung garantiert ein möglichst freies Schwingen der Decke, da die Leisten nur partiell angeklebt werden. Sehr eindrucksvoll, was wir hier in dieser Preisklasse vorgesetzt bekommen.

Damit die Rechnung aufgeht, ist der Herstellungsort zwar in China, jede Islander-Ukulele wird aber im Workshop in Kaneohe auf Hawaii inspiziert und kontrolliert, denn schließlich hat man einen Ruf zu verlieren. Nach Begutachtung der Verarbeitung und der Materialien bin ich allerdings davon überzeugt, dass sich Kanilea hier keine Sorgen machen muss.

Bespielbarkeit

Mit den Islander Ukulelen will Kanilea den "Aloha-Spirit" verbreiten und somit natürlich auch vor allem Einsteiger ansprechen. Was nützt aber das schönste Instrument, wenn es nicht die optimalen Voraussetzungen bietet, um mit ihm möglichst effektiv die eigenen Fähigkeiten zu verbessern. Und dafür ist eine einwandfreie Bespielbarkeit maßgebend. Direkt nach dem Auspacken ist mir schon aufgefallen, dass die Instrumente einen breiteren Sattel haben. Mit 38 mm bietet selbst das Sopranmodell eine bequeme Bespielbarkeit. Gerade für Einsteiger ist es schwierig, auf der Ukulele die Saiten so zu greifen, dass die danebenliegenden Saiten frei schwingen können. Durch den breiteren Sattel erhöht sich auch das String-Spacing, also der Abstand der Saiten zueinander. Dieser Umstand wirkt sich positiv auf die Bespielbarkeit aus. Als Einsteiger sollte man im Fachhandel unbedingt einmal eine Ukulele mit einem breiteren Hals ausprobieren. Die Saitenlage ist sehr gut, da die Sattelkerbungen optimal gearbeitet und die Bünde gut abgerichtet sind. Hier zeigt sich, dass jede Islander Ukulele im Qualitäts-Check explizit auf die Intonation getestet wird. Das Material für Sattel und Stegeinlage ist übrigens GraphTech NuBone.

Die Bundkantenenden sind auch gut abgerichtet und das flache C-Profil des Halses bereitet der Greifhand zusammen mit dem matten Finish eine klasse Wohlfühl-Atmosphäre. Wie erwartet erklingen alle Töne auf dem Griffbrett sauber und sind mit wenig Kraftaufwand zu greifen. Das Sopranmodell hat eine Mensur von 343 mm und kommt mit 17 Bünden, das Konzertmodell mit 381 mm Mensur und ganzen 19 Bünden und die Tenorgröße bietet 432 mm Mensur mit 18 Bünden.

Jeder, der nun schon mit dem Gedanken spielt, sich eine Ukulele der Islander Ola Serie zuzulegen, muss sich nur noch für die richtige Größe entscheiden. Natürlich macht man das am besten im Fachhandel. Das Spiel auf der Sopran-Ukulele ist bei dem Islander-Modell aber vergleichsweise leichter als bei anderen Herstellern mit schmalerem Hals. Die Tenorgröße lädt aufgrund der Mensur zu ausgiebigem Solospiel ein und die Konzertgröße ist die goldene Mitte. Es hängt aber auch sehr von den individuellen Fingerfertigkeiten ab, welche Ukulele für den Anfang am besten geeignet ist. Sicher ist nur, dass man mit der Islander in puncto Bespielbarkeit nichts falsch macht und somit diese Ukulelen-Serie den perfekten Einstieg in die Welt der Ukulelen bietet.

Bildergalerie der getesteten Ukulelen

Islander by Kanilea MS-4 HNS Sopran-Ukulele

Islander by Kanilea MS-4 ISL Sopran-Ukulele

Islander by Kanilea MC-4 HNS Concert-Ukulele

Islander by Kanilea MC-4 ISL Concert-Ukulele

Islander by Kanilea MT-4 HNS Tenor-Ukulele

Islander by Kanilea MT-4 ISL Tenor-Ukulele

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