Bass Hersteller_Ibanez
Test
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04.08.2015

Ibanez BTB33-NTF Test

Fünfsaitiger E-Bass

Keine Angst vorm hohen C!

In der Regel kaufen sich Bassisten einen fünfsaitigen Bass, um ihren Tonumfang nach unten zu erweitern. Demzufolge sind natürlich die meisten Fünfsaiter mit einer tiefen H-Saite und mitunter sogar mit einer extra langen 35-Zoll-Mensur ausgestattet. Ibanez geht mit dem exotischen BTB33 genau den entgegengesetzten Weg - die Konstrukteure haben den Bass aus der Workshop-Serie mit einer hohen C-Saite bestückt, um den Tonumfang noch oben zu erweitern. Gleichzeitig wurde die Mensur zugunsten einer komfortablen Handhabung auf 33 Zoll verkürzt. Der BTB33 richtet sich also an ambitionierte Flitzefinger, die einen wendigen Bass für solistische Ausflüge und virtuoses Akkordspiel suchen.

Details

Der BTB33 ist sicherlich der ungewöhnlichste Bass aus der beliebten Ibanez BTB-Serie, aber einige Konstruktionsmerkmale hat der Medium Scale-Bass dennoch mit seinen Geschwistern gemein. Unverkennbar ist die geschwungene BTB-Korpusform mit den ausladenden Korpushörnern und einem weit ausgeschnittenen unteren Cutaway für den ungehinderten Zugang bis zum 24. Bund. Die zwei Korpusflügel des BTB33 bestehen aus Mahagoni. Als Kontrast wurde darauf eine helle Decke aus Esche geleimt. Mahagoni ist für seinen warmen und runden Ton bekannt und eignet sich damit bestens für einen Bass, der sich hauptsächlich an Fingerstyle-Spieler richtet.

Auch bei der durchgehenden Halskonstruktion bleibt sich Ibanez treu und wendet beim BTB33 die bewährte BTB-Rezeptur an: drei breite Ahornstreifen wurden mit drei schmalen Streifen Bubinga verleimt und mit einem Griffbrett aus Palisander versehen. Darin sitzen wiederum 24 Bünde im Medium-Format und Lagenmarkierungen in Form von runden Abalone-Inlays. Der Hals ist allerdings ein ganzes Stück kürzer als bei den anderen BTB-Fünsaitern, weil der BTB33 - wie oben erwähnt - statt der üblichen 35"-Mensur eine deutlich kürzere Mensur von nur 33" besitzt. Das ist ein logischer Schritt für einen Bass, der mit einer hohen C-Saite ausgestattet ist, denn die Bünde rücken spürbar näher zusammen und begünstigen beispielsweise das Greifen von komplexen Akkorden. Zudem rücken die tiefen Lagen näher zum Spieler heran und sind somit komfortabler zu erreichen. Die fünf Saiten laufen über einen Graph Tech-Sattel zur kompakten abgewinkelten Kopfplatte, die wiederum fünf gekapselte Stimmmechaniken im Gotoh-Stil beherbergt.

Am anderen Ende des Basses werden die Saiten in fünf Monorail-Einzelstege eingehängt, die komfortabel in alle Richtungen für die Saitenlage und die korrekte Intonation eingestellt werden können. Der Saitenabstand kann bei den Monorail-Stegen von Ibanez jedoch nicht verändert werden. Beim BTB33 wurde er auf 17 mm fixiert - deutlich enger also als beim normalen BTB-Fünfsaiter. Jedoch wird dieses Spacing Bassisten, die gerne Akkorde und virtuose Läufe spielen, sicherlich sehr entgegenkommen.

Für den guten Ton sorgen beim BTB33 aus der Bassworkshop-Serie zwei Bartolini BH1 Dual Coil-Tonabnehmer sowie ein Custom-Preamp mit Dreiband-Equalizer von Ibanez. Einige Leser werden sich vielleicht fragen, was es mit dem dicken Block zwischen den zwei Tonabnehmern auf sich hat. Kommt der BTB33 am Ende etwa mit einem versteckten dritten Tonabnehmer? Keineswegs, zwischen den Bartolinis sitzt eine sogenannte "Rampe" (engl. "ramp") aus Holz, welche das Niveau im Zwischenraum an die Tonabnehmeroberseite angleicht und somit verhindert, dass man zu tief in die Saiten greift und zu deshalb zu fest anschlägt. Populär wurde die Rampe durch den Fusionbassisten Gary Willis, der sich bereits vor vielen Jahren von Ibanez einen Signature Fretless mit eben dieser Spielhilfe an den Leib schneidern ließ.

Zur Klangformung stellt der BTB33 einen Dreiband-Equalizer mit Reglern für Bässe, Mitten und Höhen zur Verfügung. Zusätzlich kann die Einsatzfrequenz des Mittenreglers mit einem Kippschalter angewählt werden. Die speziell auf den BTB33 getrimmte Ibanez-Elektronik bietet hierfür drei Center-Frequenzen: 250 Hz für die Tiefmitten, 450 Hz im mittleren Bereich und schließlich 700 Hz für die Hochmittenanteile im Sound. Zur Stromversorgung benötigt die Custom-Elektronik eine handelsübliche 9V-Batterie, die in einem separaten Fach mit Klappdeckel auf der Bassrückseite untergebracht ist.

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