Gitarre Hersteller_Hughes&Kettner
Test
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24.09.2019

Hughes & Kettner Black Spirit 200 Combo Test

Combo für E-Gitarre

Klein, schwarz, eindrucksvoll

Mit dem Hughes & Kettner Black Spirit 200 Combo geht der deutsche Hersteller nach dem Erfolg des Black Spirit 200 nun einen Schritt weiter und bringt den Amp als 1x12" Variante auf den Markt. Der Grundgedanke hinter diesem Schritt war es, eine noch kompaktere Gesamtlösung für Gitarristen anzubieten, die auch mit wenig Equipment eine breite Palette an Sounds abrufen wollen.

Ausgestattet mit vier Kanälen und einer komplett analogen Tonerzeugung, der Hughes & Kettner die Bezeichnung Bionic Tone Generating verpasst hat, sollen so die dynamischen Prozesse einer Röhrenschaltung authentisch erzeugt werden. Zusammen mit einer speziellen Gehäusekonstruktion und der digitalen Peripherie ergeben sich so, zumindest laut Hersteller, weitreichende Sound- und Einstellmöglichkeiten in einem kompakten Gehäuse.

Details

Konzept

Beim Hughes & Kettner Black Spirit 200 Combo hat man es im Grunde mit einem "überdachten" Black Spirit 200 Amp zu tun. Dabei handelt es sich, vereinfacht ausgedrückt, um einen vierkanaligen Gitarrencombo mit eingebauten Effekten, einem Noisegate, einer integrierten Speakersimulation und einer Endstufenleistung von 200 Watt. Dabei setzt Hughes & Kettner auf einen analogen Signalweg, dessen Parametereinstellungen sich, bis auf den Masterregler, dank einer ausgefuchsten digitalen Schaltung allesamt abspeichern lassen. Da der Verstärkerteil des Combos bis auf einen zweiten Lautsprecherausgang mit dem Topteil identisch ist, möchte ich euch für weitere Infos an dieser Stelle auf unseren Test des Topteils verweisen:

Test: Hughes & Kettner Black Spirit 200 und FSM 432 MKIII

Das Gehäuse

Was die Größe anbelangt, kann man den Amp durchaus mit dem klassischen Mesa Boogie Mark1 vergleichen. Allerdings gibt es einige Unterschiede. Da der Amp nicht mit Glaskolbentechnologie arbeitet, ist er wesentlich leichter als ein vergleichbarer Röhrencombo - schließlich benötigt er keine schweren Netztrafos und Ausgangsübertrager. Der zweite große Unterschied ist das hinten völlig geschlossene Combogehäuse. Weil Röhren sehr heiß werden und ohne Luftzirkulation schon nach kurzer Zeit das Zeitliche segnen würden, gibt es auch keinen Röhrenklassiker, der ohne zusätzlichen Aufwand geschlossen daherkommen kann.

Aber wie unterscheiden sich geschlossene und nach hinten offene Gitarrenboxen klanglich? Grundsätzlich klingt eine offene Box anders als eine geschlossene Konstruktion, denn bei ersterer spielt der Raum, in dem sie steht, eine weitaus größere Rolle als bei geschlossenen Modellen. Das merkt man besonders dann, wenn man mit einer offenen Box auf einem Open Air Festival spielt. Der Raumanteil, der für die Reflexion eines Teil des Klanges verantwortlich ist, verpufft hier förmlich im Nirwana und dem Ton fehlen plötzlich Druck und ein Großteil der Bässe. Hier ist man mit einem hinten geschlossenen Gehäuse also weitaus besser bedient. Beim Black Spirit 200 Combo ist man aber noch einen Schritt weitergegangen. Bei der aus Birkensperrholz gefertigten Konstruktion handelt es sich um ein sogenanntes Thiele-Small-Gehäuse. Man hat es hier, vereinfacht ausgedrückt, mit einer rückseitig geschlossenen Box inklusive Bassreflexöffnung zu tun. In Kombination mit dem Celestion G12H-75 Creamback Lautsprecher liefert das winzige Gehäuse einen ungewöhnlich hohen Schalldruck und dank der Bassreflexöffnung auch ein enormes Bassfundament.

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