Gitarre
Test
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13.09.2008

Die aufwändige Elektronik des Tube King wird durch ein stabiles Metallgehäuse geschützt, das zur Röhrenkühlung über zusätzliche Lüftungsschlitze verfügt.  
Als besonderer Hingucker lässt das Gehäuse einen tiefen Blick ins Triebwerk zu, denn die Röhre liegt unter einer robusten, durchsichtigen Kunststoffblende und schimmert im Betrieb rötlich. Besaß der alte Tube King nur einen 3-Band-EQ sowie einen Gain- und einen Master-Regler, punktet die neue Version zusätzlich mit einem Presence-Schalter und einem regelbaren Noise-Gate. Letzteres firmiert unter der Bezeichnung Void und bestimmt den Ansatzpunkt (Threshold) des integrierten Gates.

Wirft man einen Blick ins Innere des quadratischen Soundtools, bemerkt man die aufwändigen Verkabelungen und Schaltungen. Zwei Platinen, gespickt mit diversen Transistoren, die ebenfalls zur Verfeinerung des Gitarren-Signals dienen, finden hier neben der gut verstauten 12AX7 Röhre Platz. Hier ist definitiv kein freier Fleck mehr, um das 1kg schwere Gerät mit Batterien zu speisen. Röhrengeräte benötigen im Regelfall eine höhere Spannung als Transistorgeräte; auch aus diesem Grund wird der kleine Röhrenkönig per Steckernetzteil mit Strom versorgt.
Das Gerät verfügt über zwei Klinkenbuchsen (In/Out) und den 12V Netzteil-Anschluss.
Die Inbetriebnahme erfolgt über den Fußtaster. Eine Kontroll-LED zeigt die On/Off-Aktivität des Kings an.

Die mit Abstand wichtigste Neuerung betrifft die Arbeitsweise der Röhre. Bei vielen anderen Geräten ist die Spannung, die an der Anode der Röhre anliegt, sehr gering. Dadurch erhält man ein tendenziell mattes und matschiges Klangbild. Beim TK999HT wird mit einer höheren Spannung gearbeitet, was eine stärkere Ähnlichkeit mit dem Sound der Vorverstärker-Stufen der Röhren-Gitarrenverstärker ermöglicht.
Ibanez verzichten beim HT allerdings auf einen richtigen Bypass. Dies hat zur Folge, dass das Signal alleine durch das Durchschleifen durch den nicht aktivierten Tube-King etwas dumpfer wird.


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