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30.10.2020

HEDD HEDDphone Test

Kopfhörer mit Air-Motion-Transformer

Innovatives High End – Made In Germany

Die Firma HEDD aus Berlin sah sich vielleicht einfach nur gezwungen, neben hochwertigen Lautsprechern auch Kopfhörer anzubieten. Warum? Nun, sonst hätte die Welt das Wortspiel HEDD HEDDphone nicht erleben dürfen.

Doch Spaß beiseite: HEDD, was ein Akronym für Heinz Electrodynamic Designs ist, ist das Unternehmen von Klaus Heinz, welcher in Berlin schon vor Jahrzehnten als schlauer Kopf maßgeblich die Nutzung der heute allgegenwärtigen Air-Motion-Transformer in Studiolautsprechern vorangetrieben hat. Es ist nicht so, dass er sie erfunden hätte (das war Oskar Heil), doch erst seit in der Zeit um die Jahrtausendwende ADAM diese auffälligen Treiber für die Höhenwiedergabe von Speakern zu nutzen begonnen hat, haben sie einen hohen Verbreitungsgrad. Nachdem Klaus Heinz mit HEDD von Type 05 bis Type 30 und den beeindruckenden Tower Mains eine große Range an verschiedenen Lautsprechern abgedeckt hat, war es dennoch ein Paukenschlag: Auf der „High End“-Audiophilenmesse in München 2019 wurde ein hörbarer Prototyp gezeigt, den ich mir dort schon kurz auf den Kopf setzen konnte. Nun also ist das serienreife Produkt erhältlich. Mit gut eineinhalb tausend Euro ist der HEDD HEDDphone beileibe kein Schnäppchen, aber zumindest schon mal eines: als Kopfhörer mit Breitband-Air-Motion-Transformer ein echter Sonderling!

Details

Dynamischer Treiber – gefaltet

Als Kopfhörer mit AMT-Treiber gehört der HEDD HEDDphone wie auch Planarmagneten-Kopfhörer zu den dynamischen Kopfhörern. Die Funktionsweise ist von Lautsprechern mit diesem Wandlerprinzip bekannt: Das durch die aufgefaltete Membran (hier aus dem Werkstoff Polyimid) laufende Audiosignal erzeugt in einem Magnetfeld eine vor- und zurückschnellende Bewegung, die die umgebenden Luftmoleküle anstubst. Was im Lautsprecherdesign mit AMTs ein Knackpunkt ist, ist die untere Grenzfrequenz des Treibers. HEDD erklären auf Anfrage, dass die Breitbandigkeit (10 Hz bis 40 kHz) des AMTs im HEDDphone durch größere Faltenabstände und auch stärkere Auffaltung erzielt werden – und es ist bei ohrnahen Treibern wie bei allen Kopfhörern natürlich nur ein Bruchteil der Leistung notwendig, um am Ohr einen gewissen Pegel zu erzeugen.

Schwer und gut gepolstert

Mit 718 Gramm gehört der HEDD zu den Schwergewichten unter den Kopfhörern, auch mit Neodym hergestellte Magneten müssen zum Antreiben des Membrankonstrukts noch reichlich groß dimensioniert sein. Auffallend sind die Ohrpolster, die mit der eigentlichen Muschel optisch eine eindrucksvoll große Einheit bilden. Die beiden Muscheln sind über einen generös gefütterten Bügel miteinander verbunden, der wiederum in zwei Achsen leichten Spielraum zur Anpassung hat. Da beide Muscheln einen eigenen Mini-XLR-Anschluss besitzen, wird im Bügel kein Signal von einer Seite zur anderen geführt. Die Herstellungsqualität ist so, wie es die Welt von einem Produkt erwartet, das „Handmade in Germany“ ist: makellos.

Für alle Gerätetypen geeignet

Die Unterlagen führen die Impedanz des HEDDphones mit halbwegs schlanken 42 Ohm an, der Schalldruckpegel bei 1 mW ist mit 87 dB SPL beziffert. Es scheint, als könne man auch an schwachen Kopfhörerverstärkern, wie ihn viele Mobilgeräte besitzen (müssen), halbwegs ordentliche Pegel generieren. Allerdings wird der HEDDphone mit einem 6,3mm-Kabel ausgeliefert, nicht mit einem 3,5mm-Anschluss und Adapter. 

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