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Test
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29.10.2014

Praxis

Die Saitenlage stimmt. Der Abstand der Saiten zur Bundkrone beträgt im 1. Bund nur 3 mm. Auch der Halswinkel stimmt, denn der Abstand nimmt nur geringfügig zu und erreicht im 10. Bund akzeptable 7 mm. Barrégriffe können folglich auch im siebten Bund ohne Kraftanstrengung intoniert werden. Die Bundstäbchen, hier 20 an der Zahl, sind sauber abgerichtet und poliert und schonen Finger und Fingerkuppen beim Lagenwechsel. Auch die Halskrümmung ist in Ordnung, ein schnarrfreier Klang wird auf ganzer Länge gewährleistet. Drückt man die dicke E-Saite im ersten und zwanzigsten Bund gleichzeitig hinunter, bleibt gerade noch ein kleiner Luftraum zwischen Bundkronen und E-Saite. Auch den letzten Bund erreicht der Solist komfortabel. Der Daumen der Greifhand kann bei Bedarf auf der ganzen Länge eingreifen, und dies sollte auch dem Anfänger mit Übung bei dem recht dünnen Hals gelingen. Mit diesen Abmessungen bleibt auch der (Klassik)-Nachwuchs im Spiel.

Gemessen am Standard im gleichen Preissegment zeigt sich der Klang der Gitarre vergleichsweise überdurchschnittlich, professionelle Qualität kann aber niemand erwarten.  Obwohl die Töne in den oberen Lagen voll und mit viel Sustain rüberkommen, verblassen sie auf den gleichen Saiten in den unteren Lagen mit einer schnellen Abklingzeit. Die Diskantsaiten fühlen sich bisweilen „schlaff“ an. Mit einem kräftigen Satz (high tension) könnte man dem entgegenwirken und die Saitenspannung etwas erhöhen. Die Basssaiten dagegen sind kräftiger (lauter) und bieten einen vergleichsweise runden Ton. Die Lautstärkeunterschiede der beiden Saitengruppen lassen sich mit einem entsprechenden Spielverhalten und Erfahrung ausgleichen. Beim Zupfen muss sich der Daumen mächtig zurückhalten, um nicht die Diskantsaiten zu überdecken. Der Klang der Gitarre dürfte in der ersten Zeit motivieren. Deshalb sollte der Einsteiger erst einmal den Preisvorteil mitnehmen und über verschiedene Mängel hinwegsehen. Doch wird der Sound einem aufstrebenden Musiker bald nicht mehr gerecht, wobei die Intonation auf der ganzen Länge stimmt. Die Gitarre wurde hier mit zwei kleinen Neumännern abgenommen. Der Abstand zum Schallloch beträgt jeweils ca. 0,80 cm bei einer Höhe von ca. 1,20 m. Die Aufnahmen wurden mit einem Studiohall veredelt und abschließend leicht komprimiert.

Mit der HB C-40SCE kann man nicht nur „Sag mir wo die Blumen sind“ klampfen, es geht schon ein Stück weiter in Richtung „unplugged“, auch wenn unsere Kandidatin für die ganz große Kunst nicht geboren wurde. 

Der Onboard-Preamp bietet auch unter Studiobedingungen einen akzeptablen Sound, professionelle Qualität sollte man aber, wie schon erwähnt, nicht erwarten. Hier wird das Signal mit dem Signal der Mikrofone gemischt. Dadurch entsteht noch mehr Bauch im unteren Frequenzband.

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