Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
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16.03.2021

Praxis

An den breiten Hals muss man sich erst gewöhnen. In der Open-String-Position lässt sich die CLJ-412E vergleichsweise leicht spielen, in den oberen Lagen benötigt man dagegen wesentlich mehr Kraft. Die breiten Zargen versperren die Sicht auf das Griffbrett.
Die Werksbespannung (.010/.010 auf .w.027/w.047) kommt eher dem Strummer entgegen. Mit einem Plektrum sollte man sich daher auch bewaffnen.
Die oben liegenden Oktavsaiten schlagen insbesondere beim Plektrumspiel durch. Fingerpickings können dagegen Probleme bereiten. Der Daumen hat zwar leichtes Spiel mit den Oktavsaiten. Bei Aufschlägen mit dem Zeige- bzw. Mittelfinger können die Oktavsaiten dagegen leicht ins „Hintertreffen“ geraten.
Die Bünde wurden zwar korrekt abgerichtet, denn die linearen Höhenverhältnisse stimmen, allerdings komme ich mit den hohen Bundstäbchen nicht klar. Um in der gleichschwebend temperierten Stimmung zu bleiben, müssten auf ganzer Länge die Druckverhältnisse konstant bleiben. Praktisch kann ich dies mit 12 Saiten nicht umsetzen. Insbesondere die beiden E-Saiten mit unterschiedlicher Längs- und Quersteifigkeit produzieren beim Herunterdrücken deutlich hörbare Interferenzen.
Die CLJ-412E bietet ansonsten einen schönen warmen und schwebenden Sound, den man sich von einer 12-saitigen Gitarre erwartet. Die Verstrebung bietet dem Ton genügend Raum zur Entfaltung. Der charakteristische Ton mit reichlich Hub bleibt auch auf unterschiedlichen Dynamikstufen authentisch.
Die CLJ-412E fühlt sich jedenfalls in Gesellschaft (Gruppe) pudelwohl und kann „entstöpselt“ auch im kleinen Ensemble (ohne Schlagzeug) überleben. Es lohnt sich jedenfalls, die Mikros auszupacken, um den Sound einzufangen.

Setup

Wir hören den Natursound über zwei Neumann-Mikrofone. Das eine wurde in der Halsposition, das andere in der Stegposition aufgestellt. Darüber hinaus wurde auch das Pickup-Signal aufgezeichnet und alle drei zusammen über ein Fireface UC von einem iMac/Pro Tools aufgezeichnet. Ein EQ diente jeweils dazu, die Aufnahme im Bassbereich zu entrumpeln, ansonsten wurde der Frequenzbereich linear übertragen.

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