Gitarre Hersteller_HarleyBenton
Test
1
22.12.2020

Praxis

Da sowohl die CLG-650SM-CE BK als auch die CLC-650SM-CE VS nicht nur für den Einsteiger konzipiert wurden, erlaube ich mir, etwas höhere Ansprüche zu stellen.

Die CLC in der VS-Version wurde werkseitig gut eingestellt. Solospielstücke lassen sich auch auf hohem Niveau intonieren, da auch die Saitenlage stimmt. Bei der CLG in der BK-Version stimmte die Halskrümmung im unteren Drittel nicht. Zu Beginn der Session hatte ich deshalb mit unschönen Schnarrgeräuschen im 2. Bund auf den Diskantsaiten zu kämpfen.

Eine längere Einspielphase war nicht nötig, da man überall die gängigen Abmessungen vorfindet. CLC und CLG intonieren, wie schon erwähnt, hundertprozentig oktavrein und durch die gute Saitenlage kann man das Griffbrett auch auf ganzer Länge nutzen.

Das Pickup-Signal kommt über zwei Aktivboxen zwar zufriedenstellend rüber, hat aber im Studio (im Stand-Alone-Modus) nicht hundertprozentig überzeugt. Wir hören den Natursound über zwei kleine Neumann-Mikrofone, eines wurde in der Halsposition und das zweite in der Stegposition aufgestellt. Darüber hinaus wurde auch das Pickup-Signal aufgezeichnet. Die drei Signale wurden über ein Fireface UC in einen iMac/Pro Tools geschickt. Ein EQ diente jeweils dazu, die Aufnahme im Bassbereich zu entrumpeln, ansonsten wurde der Frequenzbereich nahezu linear übertragen.

Beispiel 1: Theme 1 – CLC Grand Concert: 2 x Neumann TLM 103 & Tonabnehmersystem (Flex Plus)

Die Mikrofone übertragen einen passablen Ton, der aber im oberen Mittenbereich bisweilen mehr Substanz gebrauchen könnte. Der Klang der Grand Concert mit leichten Reminiszenzen einer kleinen Parlor hat eine vergleichsweise höhere Grundfrequenz. Ich würde aber keine dickeren Saiten aufspannen, weil sich die Gitarre ansonsten sehr gut spielen und intonieren lässt. Es gesellt sich außerdem das Pickup-Signal hinzu, das vor allem im Bassbereich noch mehr Druck macht.

Beispiel 2: Theme 2 – CLG Grand Auditorium: 2 x Neumann TLM 103 & Tonabnehmersystem (Flex Plus)

Die CLG punktet mit einem schönen runden Ton, der auf einem leichten Schub im tiefen Mittenbereich aufbaut, und mit einer tieferen Grundfrequenz. Bei diesem Beispiel bringt der Flex Plus noch mehr Tiefe ins Spiel.

Beispiel 3: Fingerpicking – CLC Grand Concert und CLG Grand Auditorium: jeweils 1 x Neumann TLM 103

Die Decken beider Gitarren sind mit größeren Dynamikunterschieden nicht überfordert, Picking und Strumming im Wechsel sind kein Problem. Beide Modelle produzieren einen Naturton, der auch auf verschiedenen Dynamikstufen klar und transparent bleibt. Hier habe ich das Fingerpicking gedoppelt. Im Fingerstyle gehen naturgemäß Höhenanteile verloren. Deshalb unten das gleiche Beispiel nochmal mit Plektrum.

Beispiel 4: Flatpicking – CLC Grand Concert und CLG Grand Auditorium: jeweils 1 x Neumann TLM 103

Mit dem Plektrum wird noch mehr Brillanz produziert. Hier habe ich das Picking gedoppelt.

Beispiel 5: Rhythm – CLC Grand Concert: 2 x Neumann TLM 103

Auch Strummings transportiert die CLC Grand Concert gut, wie diese Mikrofonaufnahme mit dem TLM 103 zeigt, und unter Studiobedingungen auch ohne Pickup-Signal.

Beispiel 6: Rhythm – CLG Grand Auditorium: Tonabnehmersystem (Flex Plus)

Das System konnte unter Studiobedingungen zumindest im Stand-Alone-Modus hohen Ansprüchen nicht gerecht werden, da auch die Schnarz-Anteile vergleichsweise präsent sind. Ein Studiomikrofon kann der Flex Plus T jedenfalls nicht ersetzen.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare