Test
8
05.12.2019

Gravity TMS 4321B und TSP 5212LB Test

Mikrofonstativ und Lautsprecherstativ

Einfach standhaft

Was für eine Erleichterung! Endlich mal eine Teststellung ohne Firmware-Update, Remote-App oder W-LAN Einrichtung. Stative sind die Archetypen des Musikalienhandels. Er gibt sie seit Anbeginn der verstärkten Musikdarbietungen und ja, ich lehne mich soweit aus dem Fenster: Es wird sie auch in den kommenden Jahren noch geben! Das Musik-Business braucht Stative und meistens mehr als es der Dispo zulässt. Dementsprechend groß und unübersichtlich ist die Auswahl.

Seit geraumer Zeit wird ein neuer Spieler im Stativwald gesichtet. Die Firma „Gravity“ wird von Adam Hall vertrieben und schickt sich an, in einem dicht besetzten Marktsegment neue Akzente setzen zu wollen. Für den Test wurde ich mit dem TMS 4321B Mikrofonstativ und dem TSP 5212LB Lautsprecher-Dreibeinständer beliefert. Schauen wir uns die Bühnen-Sherpas einmal genauer an.

Details

Das „Unboxing“ ist schnell erledigt. Die beiden Stative erreichen mich im Karton. Sie sind zudem in Folie eingepackt, was in puncto Umwelt nachdenklich stimmt, allerdings auch vor Korrosion bei unsachgemäßer Lagerung schützt. Transportschutz bieten auch gezielt angebrachte Hartschaum-Abstandshalter, weshalb sich die Stative dem Autor wie aus dem Ei gepellt präsentieren. Im Karton befindet sich ein Zettel mit Sicherheitshinweisen und einer Beschreibung des Produktes.

Das TMS 4321B Mikrofonstativ wird mit abgeschraubten Galgen geliefert. Der Galgen befindet sich im Karton in einer extra Kammer, sodass ein Aneinanderreiben der „Hardware“ verhindert wird. Die Verpackung ist ausreichend dick. Selbst bei einer fragwürdigen Beförderung dürfte der Inhalt unbeschadet beim Kunden ankommen. Schauen wir uns zunächst das Lautsprecherstativ an.

Gravity TSP 5212LB Lautsprecherstativ

Grob unterscheidet man Lautsprecherstative durch deren Werkstoff: Aluminium oder Stahl. Aluminium ist deutlich leichter als Stahl, dafür nicht so widerstandsfähig. Wenn es rau hergeht oder schwergewichtige Boxen in die Höhe zu bringen gilt, greifen die meisten Anwender bevorzugt zur Stahlausführung.

Auch unser Teststativ besteht aus Stahl und bringt daher stattliche 6,4 kg auf die Waage. Die pulverbeschichtete Konstruktion ist in der Trendfarbe „Mattschwarz“ ausgeführt und ist in der Höhe verstellbar. Alles zwischen 120 cm und 195 cm ist möglich. Die Transportlänge wird mit 115 cm angegeben. Die maximale Traglast beträgt 50 kg, allerdings zentrisch. Das bedeutet, bei schweren Boxen sollte keine optionalen Schrägsteller oder Neige-Flansche verwendet werden. Das könnte sonst gefährlich werden. Damit die Boxen sicher aufsetzten, ist am oberen Ende eine 35 mm Speaker-Aufnahme angebracht. Das Dreibein lässt sich ohne großen Kraftaufwand entfalten und wieder zusammenschieben. Dafür löst man einfach den massiven Metallknopf und zieht das Dreibein aus. 

Der Metallknopf ist ein gewichtiges Stück Hardware, das vor allem nicht ganz herauszuschrauben ist. Somit kann er auch nicht verloren gehen, was einen deutlichen Pluspunkt darstellt. Ebenso wie die doppelt verstrebten Beine, die mit selbstsichernden Muttern befestigt sind. Das sieht bis hier hin alles sehr vielversprechend aus. Das wichtigste Utensil eines Lautsprecherstativs ist allerdings der Mechanismus für die Höhenverstellbarkeit.

Auch in diesem Punkt lässt Gravity nichts anbrennen. Zum Einsatz kommt ein automatisch einrastender Sicherungsstift, der das Auszugsrohr selbstständig in Abschnitten von 3 cm sicher arretiert. Dazu kann das verstellbare Rohr noch mit einer Stellschraube, die ebenfalls über einen massiven Metallknopf verfügt, fixiert werden. Der Lock-Pin-Sicherungsstift besteht aus Stahl, somit sollte die Mechanik auch für den harten Tour-Alltag taugen. Mal sehen, wie sich das Mikrofonstativ aus gleichem Hause schlägt.

Gravity TMS 4321B Mikrofonstativ

Das Stativ stellt sich beim Autor mit einer Maximalthese vor. Am Fuß angebracht ist ein Aufkleber mit der Aufschrift „Tours are yours“. Aha, ein Stativ mit Selbstbewusstsein und mit einem gehörigen Gewicht von 3,6 kg. Wie das Lautsprecherstativ besteht auch das TMS 4321B fast ausschließlich aus Stahl. Der Galgen ist schnell angeschraubt. Dessen Winkel wird über einen fetten Metallknopf eingestellt. Mitbewerber setzten dafür bevorzugt eine Knebelstange ein, die sich für mein Dafürhalten mit weniger Kraftaufwand als bei dem Gravity-Knopf festziehen lässt. Der Knopf funktioniert, ein Knebel wäre meiner Meinung nach allerdings praktischer. 

Ein kleines, aber sympathisches Detail: Am Ende des Galgens befindet sich bereits ein Reduziergewinde für eine Mikrofonklemme. Somit kann der Anwender das Stativ sofort einsetzen. Genau das mache ich jetzt.

1 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare