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Test
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28.05.2013

Gibson Les Paul Signature T 2013 Test

E-Gitarre

Biss zum Morgengrauen

Die Gibson Les Paul Signature T 2013 im bonedo-Test  -  In einer Symbiose aus traditioneller Handwerkskunst und Hightech fertigen die Gitarrenbauer aus Nashville seit Jahrzehnten edle, mit sechs Saiten bestückte Holzbrettchen, die Gitarristenherzen auf der ganzen Welt höher schlagen lassen. 2013 ist für Gibson das Jahr der Les Paul, und es bleibt kein Anlass ungenutzt, diese Ikone unter den E-Gitarren und mit ihr auch ihren Schöpfer gebührend zu feiern.  

Bei der hier getesteten Les Paul Signature T 2013 handelt es sich - wie könnte es bei einem solchen Instrument auch anders sein - im Grunde genommen um eine Weiterentwicklung der Les Paul in guter, alter Tradition. Auch diesmal hatte man nicht die Absicht, das Rad neu zu erfinden, sondern Les Paul Merkmale verschiedener Epochen in einem Instrument zu vereinen. Dass auch eine solche Variante ihre Reize hat, zeigt der folgende Test.

Details

Der Korpus

Für die Konstruktion einer Les Paul kommen normalerweise drei Holzarten zum Einsatz. Hals und Korpus werden traditionell aus Mahagoni gefertigt, das Griffbrett aus Palisander, und die leicht gewölbte Decke aus Ahorn - bei unserer Testkandidatin in Vintage Sunburst - verleiht dem Sound zusätzliche Brillanz und Attack. Sie ist rein optisch ein Augenschmaus und gibt dem Instrument gleichzeitig einen leichten Vintage-Look. Mahagoni und Ahorn gehen eine klanglich perfekte Symbiose ein und erzeugen den typischen Les Paul Sound, der dieses Instrument weltbekannt gemacht hat. Der Korpus selbst ist innen wie ein Schweizer Käse von etwa drei Zentimetern messenden Bohrungen durchsetzt, ein Effekt, der neben der Gewichtsreduktion auch das Schwingungsverhalten der Gitarre beeinflusst. Die gesamte Hardware ist verchromt, am Steg eine Tune-o-Matic Bridge mit Stoptailpiece, alles alte Bekannte, die einfach zu einer Les Paul gehören wie Hopfen und Malz zu einem guten Bier. Dreht man die Gitarre um, sieht man die beiden obligatorischen Elektrofächer, die durch Kunststoffabdeckungen verschlossen sind. Nach dem Abschrauben offenbart sich auch hier eine erstklassige Verarbeitung.

Der Hals

Der Mahagonihals trägt nicht etwa das erwähnte traditionelle Palisandergriffbrett, sondern Gibson greift auch bei diesem Modell auf Granadillo zurück, einen Werkstoff, der aber ganz ähnliche Eigenschaften besitzen soll. Aber warum kommen besonders bei Gibson in neuerer Zeit so oft alternativen Griffbrettmaterialien zum Einsatz? Vor einigen Jahren bekam der Hersteller massive Probleme mit den amerikanischen Umweltbehörden, weil man bei der Beschaffung von Palisander und Ebenholz gegen Importbestimmungen verstoßen hatte. Nachdem schwer bewaffnete Sondereinsatzkräfte die Gibson-Fabriken in Tennessee durchsucht hatten, wurde klar, dass man Alternativen finden musste. Bei einem Testbericht über die Gibson Midtown Custom fiel mir vor einiger Zeit schon das außergewöhnliche Griffbrett dieser Gitarre auf. Hier hatte man Richlite verwendet, ein ebenfalls sehr hartes und widerstandsfähiger Material, das man bis dahin eher mit Schneidbrettern in Verbindung brachte.

Aber zurück zu unserer Les Paul Signature T: Aufgrund der Härte und Dichte des Griffbrettmaterials kommt es zu einer Anreicherung der oberen Frequenzen, wobei aber die Festigkeit sicher eine primäre Rolle spielt. Schließlich brauchen die 22 Jumbobünde eine solide Grundlage und sicheren Halt. Das sorgfältig eingefasste Griffbrett ist ebenso tadellos verarbeitet wie der Plek-geschnittene Corian-Sattel. Das Shaping des Halses entspricht in etwa dem 60s Neckprofil und lässt sich unglaublich gut bespielen. Es ist weder zu dick noch zu dünn und für Leute, die wie ich eher auf mittlere C-Halsprofile eingeschossen sind, einfach ein Traum. Die Saitenlage ist perfekt, ohne jegliches Schnarren oder tote Punkte. Last, but not least verrichten die Lockingmechaniken von Grover einen wirklich erstklassigen Job und beschleunigen zudem den Saitenwechsel erheblich.

Elektronische Schaltung

Die Gibson Les Paul Signature T ist mit zwei splitbaren Humbuckern ohne Abdeckung ausgestattet, die sich an den PAFs der späten Fünfzigern orientieren. In der Halsposition sitzt ein ’57 Classic mit Alnico II Magneten für einen bluesigen und offenen Ton, während der Steg mit dem etwas leistungsstärkeren ’57 Classic Plus ausgestattet wurde. Die Schaltung ist im Grunde genommen klassisch aufgebaut. Die beiden Tonabnehmer lassen sich mit einem Toggleswitch anwählen und können einzeln oder zusammen verwendet werden. Jeder Pickup besitzt seinen eigenen Volume- und Tone-Regler. Während sich dieses Schaltungsprinzip auf den meisten Gitarren mit zwei Pickups findet, gibt‘s hier als Schmankerl die Möglichkeit, durch das Herausziehen der jeweiligen Volume-Reglers eine der beiden Humbuckerspulen für einen Singlecoil-ähnlichen Sound zu deaktivieren. So lassen sich zwar weitere Klangnuancen erzielen, allerdings kommt damit auch das typische Singlecoilbrummen ins Spiel.

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