Hersteller_Gemini
Test
5
09.05.2012

PRAXIS

Software-Installation
Die Installation der Software geht ziemlich zügig vonstatten. Die mitgelieferte CD enthält Setup-Dateien von Virtual DJ 7.0.2 LE für Mac und PC. Hierbei handelt es sich um die aktuelle Versionsnummer. Sowohl Windows 7 als auch XP installieren automatisch „Class-Compliant“-Treiber, was die Befürchtung aufkommen lässt, dass es wohl keine ASIO-Treiber für das integrierte Interface gibt. Beim ersten Start der Applikation ist die Seriennummer freizurubbeln (was bei mir direkt alte Kindheitserinnerungen erweckt) und einzugeben.

Ein Klick auf den Config-Button öffnet VDJ7s Voreinstellungen, in welchen die Soundkarte des Testkandidaten zu aktivieren ist. Hierbei stellt man dann spätestens fest, dass es definitiv keine ASIO-Treiber gibt. VDJ7 erkennt zwei separate Karten („CONTROL MAIN“ und „CONTROL HEADPHONE“) sodass in den Preferences das Preset „2 Cards“ ausgewählt werden muss, will man mit Cue- und Masterbus in Stereo arbeiten. Und genau das will ich. Ein Klick auf den Reiter „erweiterte Einstellungen“ ist auch ein wenig irreführend, denn hier kann man die 20 Tage gültige Demo der Vollversion freischalten oder direkt bestellen. Ich habe mir das Ganze angesehen und ich kann nur sagen: Der Blick lohnt sich. VDJ 7 Full Pro hat einiges mehr auf der Pfanne als die LE-Variante. Das Upgrade kostet knapp 40 Euro, was mir angemessen erscheint. Ein Blick in die Voreinstellungen unter Traktor bestätigt die gerade gewonnenen Erkenntnisse: zwei Soundkarten, keine ASIO-Treiber. Schade.

Wie ihr vielleicht bemerkt habt, ist VDJ7 nicht unbedingt mein Fall. Es gibt in den Staaten aber genügend User, die von diesem Produkt überzeugt sind und das wird schon seine Gründe haben. Ich kann es nur mit den Platzhirschen auf dem deutschen Markt vergleichen und das sind für mich Traktor und Serato, welche nicht nur hinsichtlich des Layouts etwas zeitgemäßer daherkommen. Apropos Layout…

An dieser Front scheint sich bei VDJ nach wie vor nichts getan zu haben. Beim „Fullscreen“ verzerren die Bedienelemente und die Schriften werden unscharf. Zugegeben: Ein anderes Programm mitzuliefern, würde bei Geminis CNTRL7 nicht wirklich Sinn ergeben, da meines Wissens nach nur VDJ7 von Haus aus mit zwei Soundkarten umgehen kann. Um euch einen Eindruck zu vermitteln, welche Soundqualität die Software an den Tag legt, findet ihr nachstehend ein paar Audiofiles. Zum einen die Software-EQs, alle drei Bänder mit „Full Cut“ und vollem Boost. Danach folgen noch weitere sieben Hörbeispiele über die mitgelieferten Effekte. Die typischen Vinyl-FX klingen meiner Ansicht nach sehr authentisch (Backspin und Brake). Der Flanger und das Echo klingen mir ein bisschen zu flach und sind darüber hinaus nicht temposynchron.

Key & Co
So wie Native Instruments und Serato bietet auch Atomix in VDJ7 eine Tonhöhenkorrektur in Echtzeit. Das Plugin interpoliert bei einer Verlangsamung des Tracks und „erfindet“ so quasi neue Samples, was nicht ohne hörbare Artefakte geschehen kann. Zumindest hört man diese je nach Ausgangsmaterial schon nach wenigen Prozent Geschwindigkeitsänderung. Den folgenden Audiobeispielen kann man entnehmen, dass VDJ7 bei etwa minus drei Prozent Artefakte verursacht.

Was mir noch aufgefallen war…
Das Zusammenwirken von CNTRL7 und VDJ7LE hat hier und da ein paar Ecken und Kanten. Zunächst wäre der relativ große Ressourcenhunger der Software zu nennen, was mit ASIO-Treibern wahrscheinlich nicht so problematisch wäre. Leider gibt es in LE keine Möglichkeiten der Justierung, sodass man gezwungen ist, das Betriebssystem bestmöglich für die Audiowiedergabe zu optimieren oder noch besser: ein eigenes Audio-System „aufzumachen“. Oder man investiert 40 Euro in das Upgrade und hat dann mehr Einstellungsmöglichkeiten in den Preferences. In der Vollversion gibt es nämlich den Safe-Mode, der meiner Meinung nach schon eine zuverlässigere Audiowiedergabe ermöglicht.

Darüber hinaus war mir aufgefallen, dass der Cue-Regler in VDJ7LE wie ein Schalter wirkt, wo er doch eigentlich stufenlos zwischen Kanal eins und zwei hin und her blenden soll. Tatsächlich schaltet er auf etwa Zwölf Uhr von Kanal eins auf zwei um. Meiner Meinung nach könnte sich der geneigte Käufer hier durchaus in die Irre geleitet fühlen. Des Weiteren übersteuert der Kopfhörerverstärker im Zusammenwirken mit VDJ7LE sehr früh. Dies scheint ein Abstimmungsproblem zu sein, welches im analogen Mischbetrieb mit Vinyl nicht aufgetreten ist. Hier sollte auf jeden Fall seitens des Herstellers nachgebessert werden.

Für wen ist´s gemacht?
Die Kombination aus Geminis CNTRL7 und VDJ7 ist für Einsteiger-DJs oder Leute, die es werden wollen konzipiert. Für 40 Euro Aufschlag kann man sich das Upgrade ziehen und bekommt ein Haufen mehr Features, einen deutlich größeren Funktionsumfang und mehr Komfort. Auf eine andere Software umzusteigen macht aufgrund der fehlenden ASIO-Treiber nicht wirklich Sinn. Wer mittelfristig auf Traktor oder Serato schielt, sollte sich anderweitig umsehen.

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare