Gitarre Hersteller_Fulltone
Test
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15.01.2021

Praxis

Für die Soundfiles setze ich das Pedal direkt vor ein 73er Fender Bassman Top und gehe von dort in die Faltung eines 4x12" Celestion PreRola Greenbacks. Die Gitarrenwahl fiel auf eine Fender Stratocaster. In Ermangelung eines Deja Vibe MkI kann hier keine Aussage über den Unterschied zu Vorgängermodellen getroffen werden.
Bereits bei einem relativ mittigen Setting fällt die unglaublich warme und andickende Modulation auf, die sehr natürlich und harmonisch wirkt. Das Pedal besitzt eine Soundtiefe, die ich als extrem inspirierend empfinde, und klingt unabhängig vom Setting immer angenehm und musikalisch. Der Ausgangspegel ist so ausgelegt, dass eine mittige Stellung des Volume-Reglers prinzipiell unity gain entspricht und demnach Spielraum in beide Richtungen offenhält.

Volume Modern/Vintage Vibrato/Chorus Intensity Speed
12:00 Vintage Chorus 10:00 12:00

Die Intensity- und Speed-Potis bieten einen großen Spielraum an Einstelloptionen und von milden, subtilen Modulationsschwebungen bis hin zu extremen Settings ist eine Fülle an Sounds zu gewinnen, die immer eine tolle analoge Wärme bieten.

Volume Modern/Vintage Vibrato/Chorus Intensity Speed
12:00 Vintage Chorus 9:00 9:00

Der Modern/Vintage-Kippschalter wählt zwischen einem etwas offeneren, ausgangsstärkeren und brillanteren Modern-Sound und einem etwas wärmeren Vintage-Sound. Der Unterschied ist eher subtil, kann aber natürlich je nach Amp und sonstigem Setup eine sinnvolle Klangoption sein.

Volume Modern/Vintage Vibrato/Chorus Intensity Speed
13:00 Modern, dann Vintage Chorus 13:00 11:00

Sicherlich ist das Chorus-Setting, also die Kombination aus Dry- und Wet-Signal, der Sound, den man meint, wenn man vom "Univibe Sound" spricht. Der Vibratoeffekt hat aber natürlich auch seinen Charme, wobei hier der "out of tune"-Faktor deutlich stärker zum Tragen kommt. Hier hört ihr den Unterschied zwischen beiden Settings:

Volume Modern/Vintage Vibrato/Chorus Intensity Speed
13:00 Modern Chorus, dann Vibrato 15:00 14:00

Kommen wir nun zum Einsatz mit Verzerrung. Prinzipiell macht das Deja Vibe sowohl vor als auch hinter Overdrives/Fuzz oder Distortions eine gute Figur, auch wenn ich persönlich die erstgenannte Variante bevorzuge, also zuerst das Deja Vibe und anschließend ein Overdrive oder ein verzerrter Amp. Hendrix platzierte sein Univibe z.B. gerne hinter dem Fuzz Face, zu hören bei "Star Spangled Banner" oder "Machine Gun". Als Beispiel für einen Vibe-Sound, der der Zerreinheit vorgeschaltet ist, fällt natürlich Robin Trower mit seinem Song "Bridge of Sighs" ein. Für die erstgenannte Option parke ich ein BSM Fuzz Face vor dem Pedal, und um die zweitgenannte Option abzuklären, spiele ich direkt in das Deja Vibe und gehe von dort in einen Boss OD-3 Overdrive. Das Pedal bietet auch noch eine dritte Option, denn aufgrund der Auslegung des Volume-Reglers verfügt das Deja Vibe auch über ein paar Boost-Reserven und schafft es dadurch, meinen Amp ordentlich in den Break-Up zu schicken. Unabhängig von der Platzierung fällt auf, wie transparent und durchsetzungsstark der Sound trotz des gehörigen Effektanteils ausfällt.

Volume Modern/Vintage Vibrato/Chorus Intensity Speed
13:00 Vintage Chorus 13:00 11:00

Volume Modern/Vintage Vibrato/Chorus Intensity Speed
Max Modern Vibrato 15:00 13:00

Volume Modern/Vintage Vibrato/Chorus Intensity Speed
14:00 Vintage Chorus 13:00 10:00

Zum Abschluss hört ihr ein Praxisbeispiel, bei dem das Deja Vibe direkt vor einem verzerrten Super Lead Plexi mit deutlich mehr Reverb zu hören ist.

Volume Modern/Vintage Vibrato/Chorus Intensity Speed
12:00 Vintage Chorus 10:00 12:00
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