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24.05.2020

Full Bucket Music Tricent Mk III Test

Freeware Synthesizer Plugin für Win und Mac

Die Freeware-Dreifaltigkeit

Als Korg 1982 seinen Hardware-Synthesizer Trident Mk II veröffentlichte, konnte noch niemand ahnen, dass wir heute, fast 40 Jahre später, Hardware durch Software emulieren können. Vorbei sind die Zeiten, in denen man viel Geld für sündhaft teure Hardware-Synths ausgeben muss. 

Durch das reichhaltige Freeware-Angebot, das uns die Softwarefirmen zur Verfügung stellen, muss man faktisch so gut wie gar kein Geld mehr ausgeben. Allen voran Full Bucket Music, die sich mit ihrem Tricent Mk III daran gemacht haben, ein berühmtes Original zu klonen.   

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Details und Praxis

Allgemeines

Tricent Mk III gibt es für Windows und MacOS ganz ohne Versionsbeschränkungen. Das Plugin steht für beide Plattformen im VST-Format zur Verfügung, und zwar in 32- und 64-Bit. 

Tricent kann direkt auf der Seite des Herstellers heruntergeladen werden. Im Falle von Windows ist eine Installation unnötig. Die dll-Datei wird einfach in den entsprechenden VST-Ordner kopiert, das war’s. 

GUI und Konzept

Tricent Mk III emuliert also den Synth-Klassiker Trident Mk II von Korg, der aus dem Jahre 1982 stammt. 

Die Tonerzeugung des Plugins findet in drei Sektionen statt. Zum einen gibt es ein Synthesizermodul mit zwei VCOs (Oszillatoren), einem VCF (Filter) und einem VCA (Amplifier). Der erste Oszillator verfügt über drei Wellenformen (Sawtooth, Pulse Width und Pulse Width Modulation), der zweite ist dagegen auf Sawtooth festgelegt und kann bei Bedarf deaktiviert werden.

Die Lautstärke jedes Moduls kann separat eingestellt werden. Die Brass-Sektion besteht aus einem Sawtooth-Oszillator mit 16‘ und/oder 8‘. Da hier nur ein Envelope-Generator verfügbar ist, ist dieses Modul also paraphon. Die Strings-Sektion ist wiederum ein Sawtooth-Oszillator, dieses Mal aber mit 16‘, 8‘ und 4‘. Danach folgen noch die Module für Flanger und Delay Vibrato. Die Wheels-Sektion entspricht den heutigen Einstellungen für Pitch- und Modulationsrad.  

Sound

Für Beispiel 1 habe ich das Preset „4 time 8’ saws“ geladen und das Jump-Synth-Riff eingespielt. Das kommt dem Original schon ziemlich nahe, auch wenn das mit einem Oberheim OB-X aufgenommen wurde.

Beim zweiten Beispiel habe ich etwas geschummelt. Das Preset „Gretchen“ gefiel mir gut, war aber viel zu trocken. Da habe ich kurzerhand einen ziemlich langen Hall als Insert gewählt. Das Ergebnis kann sich hören lassen.  

Beispiel 3 ist ein toller Pad-Sound namens „Ensemble Tweak“, bei dem ich ab und zu das Modulationsrad bemüht habe. Der dadurch entstehende Vibrato-Effekt klingt ebenfalls super und macht das Beispiel lebendiger.

Zum Schluss noch das verrückte Preset „Weird Signals“, hier ist der Name Programm. Nichtsdestotrotz hört man hier die drei Klangerzeugersektionen bei der Arbeit. Brass stellt den Bass, Strings steuert die hohen Streicher bei, die einfach nicht verklingen wollen, und von der Synthesizer-Sektion stammt der Sound, der eigentlich eher einem Geräusch ähnelt.

Fazit

Tricent Mk III von Full Bucket Music ist ein top Software-Synth, der mit realistischem Analogklang und leichter Bedienung überzeugt. Außerdem ist die unglaublich geringe CPU-Auslastung besonders bewundernswert. Sie geht auf die Programmierung in Native C++ zurück. Die Presets sind wirklich top und können direkt in Produktionen eingebaut werden. So schön kann Kostenlos sein.

https://www.fullbucket.de/music/tricent.html

  • Pro
  • realistisch klingende Kopie
  • gute Presets
  • extrem geringe CPU-Auslastung
  • Contra
  • kein Contra
  • Features
  • drei Sektionen – Synthesizer, Brass und Strings
  • 8- oder 64-stimmige Polyphonie
  • Flanger
  • Preis
  • kostenlos

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