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Test
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07.07.2016

Fostex TH-900 MK2 Test

Kopfhörer der Extraklasse

Version 2 der Premium-Headphones von Fostex

Kopfhörer, die preislich an der 2000-Euro-Marke kratzen, hat man nicht allzu oft auf dem Tisch. Daher war ich besonders neugierig, was dieser Edelhörer aus dem Hause Fostex zu bieten hat. Im Recording-Bereich ist die Marke sicher jedem ein Begriff, doch seit einiger Zeit, versucht der japanische Hersteller auch den Hi-Fi-Markt zu erobern. Ob der neue TH-900 in die Consumer-Schiene abdriftet, oder ob man seine Wurzeln erkennt, versuchen wir in folgendem Test zu klären.

Details

Der teure Kopfhörer ist verpackt wie ein Pärchen Studiomonitore

Wow – da sind nur Kopfhörer drin? So mein erster Gedanke, als mich das Paket erreicht. Von den Ausmaßen könnte darin locker ein Pärchen kleiner Studiomonitore transportiert werden. Beim Auspacken lichtet sich die Situation ein wenig: Fostex legt dem Kopfhörer eigens einen zwar eher funktionalen, aber auch unaufdringlichen Kopfhörer-Ständer bei. Die Verpackung des Kopfhörers selbst scheint dennoch ziemlich groß, doch dank der ausreichenden Auspolsterung ist das teure Stück gut vor Transportschäden geschützt.

Das ist gut und wichtig, denn die Ohrmuscheln bestehen nicht etwa aus Plastik, sondern aus dem Holz der Zierkirschen-Birke. Darüber wird eine hauchdünne Schicht aus Silberfolie drapiert, die ihm seine eigentümliche Maserung verleiht. Es folgt die Lackierung aus semitransparentem rotem Urushi-Lack und abschließend das Logo aus Platinfolie. So ist der TH-900 MK2 fast schon weniger Arbeitsgerät als vielmehr ein Lifestyle-Accessoire. Die hohe Verarbeitungsqualität setzt sich fort in den Ohrmuschelfassungen, den Gelenken und den Bügelhalterungen aus Aluminium. Die Polster aus Protein-Leder an den Ohrmuscheln und Bügeln sind sauber verarbeitet. Lediglich die Kabelfassungen sind aus Kunststoff gefertigt.

Kabel und Zubehör des Kopfhörers

Die Kabel sind in dieser zweiten Baureihe des Premium-Kopfhörers wechselbar. Hierfür steht ein eigenes Anschlussformat bereit, die Stecker erinnern an jene von Schaltnetzteilen. Ein Kabel mit 6,3mm-Klinkenstecker liegt bei, eine symmetrische Variante ist separat erhältlich. Mit ordentlichem Kabelquerschnitt und Textil-Ummantelung wirkt dieses dem Kopfhörer durchaus angemessen. Die Leitung im Inneren ist aus 7N-Kupfer, welches einen außergewöhnlich hohen Reinheitsgrad bietet und damit beste Leitfähigkeit garantieren soll.

Im Lieferumfang sind weiterhin zwei Transporttaschen enthalten: eine aus Kunstleder für den Kopfhörer und eine aus samtähnlichem Material für das Kabel. Die Taschen schützen jedoch nur vor oberflächlichen Beschädigungen wie leichten Kratzern oder Schmutz. Zum Transport eignet sich der große gepolsterte Karton doch deutlich besser. Fostex legt dem TH-900 MK2 wie schon seinem Vorgänger noch einen Kopfhörerständer bei. Dieser ist aus schwarz lackiertem Holz gefertigt, reicht aber von der Verarbeitungsqualität lange nicht an die des Kopfhörers selbst heran. Als kleines Extra gibt es eine Broschüre mit Detailbildern und Einblicken in den Herstellungsprozess.

Recht geringe Impedanz

Erstaunlich für einen Kopfhörer dieser Klasse ist die niedrige Impedanz von nur 25 Ohm. Diese ist wohl der magnetischen Flussdichte von 1,5 Tesla und der damit einhergehend geringen Verlustleistung geschuldet, die dem Neodym-Magneten ordentliche Leistungsreserven beschert. Die 50 mm messenden Treiber mit ihren „Biodyna“-Membranen, einer hauseigenen Entwicklung der Marke Fostex, sollen einen Frequenzbereich von 5 – 45000 Hz abdecken. Trotz ihrer Eingangsempfindlichkeit von 100 dB/mW, kann man den TH-900 MK2 laut Hersteller mit immerhin 1800 mW befeuern. Mit einem Gewicht von rund 390 Gramm ohne Kabel liegt er nur leicht über dem gängigen Mittelwert, was Kopfhörer zum Heim- und Studiogebrauch angeht.

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