Gitarre
Test
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19.06.2018

Fostex T60RP Test

Halboffener, orthodynamischer Kopfhörer

Japanisches Designerstück mit edlem Sound

Der orthodynamische Fostex T60RP ist das Schmuckstück der T-Serie des japanischen Herstellers, dessen Trio aus den offenen, halboffenen und geschlossenen Modellen T20RP, T40RP und T50RP wir bereits im Test hatten. Als Kopfhörer in halboffener Bauweise stellt das aktuelle Testobjekt quasi die Edelvariante des ebenfalls halboffenen T50RP dar, dessen technische Daten sich in weiten Teilen mit denen des T60RP gleichen. Was der T60RP außer einem edlen Erscheinungsbild an Qualitäten besitzt und für welche Anwendungen er sich eignet, wollen wir in diesem Testbericht herausfinden. 

Details

Bauweise

Der Fostex T60RP ist halboffener Kopfhörer mit orthodynamischen Wandlern und ohrumschließenden Ohrmuscheln. Das Gewicht des auffällig designten Hörers, dessen Gehäuse keinerlei Klappmechanismen zur kompakten Aufbewahrung oder zum Transport besitzt, beträgt für ein Modell mit dieser Wandlerart moderate 380 g (ohne Kabel).

Verarbeitung

Der Fostex-Kopfhörer hat dank hochwertiger Materialien ein auffallend wertiges Erscheinungsbild und ist vorbildlich verarbeitet, sodass vor dem Verkaufsstart in einschlägigen Foren ein deutlich höherer Verkaufspreis gemutmaßt wurde. Das eindeutig auffälligste Merkmal sind die Ohrmuscheln, welche aus afrikanischem Mahagoniholz gefertigt werden. Für das Kopfband fiel die Materialwahl auf derbes Echtleder, wogegen die Ohrpolster aus optisch wie haptisch hochwertigem Kunstleder bestehen. Ansonsten gleicht die robuste Gehäusekonstruktion den Modellen T20/40/50RP.

Mitgelieferte Kabel und Co.

Der Lieferumfang hingegen ist etwas übersichtlicher als bei den genannten Modellen, die zusätzlich mit einem, für den professionellen Einsatz etwas praktikableren, längeren Kabel ausgeliefert werden. Der T60RP besitzt lediglich ein 1,5 m langes (kurzes), abnehmbares Kabel (3,5 mm plus Adapter auf 6,35 mm, jeweils vergoldet), wobei weitere Kabeloptionen, auch für den Betrieb an symmetrischen Kopfhörerverstärkern, separat erworben werden können. Weiterhin befindet sich ein Transportbeutel, ein toller Fostex-Aufkleber für Auto, Speedboot und so weiter sowie eine mehrsprachige Bedienungsanleitung (Deutsch ist dabei) im Lieferumfang des Kopfhörers.

Technik und Kennzahlen

Die Ohrmuscheln des Fostex T60RP beherbergen orthodynamische Wandler. Um diese Wandlerart herrscht so etwas wie ein babylonisches Sprachengewirr, da Schallwandler dieses Prinzips auch als planarmagnetisch oder magnetostatisch bezeichnet werden. Derartige Wandler zeichnen sich in der Regel durch eine hohe Impulstreue und natürliche Wiedergabeeigenschaften aus, die nicht selten mit elektrostatischen Kopfhörern verglichen wird. Im Unterschied zu dynamischen Wandlern, die man in den meisten Kopfhörermodellen findet, wird die Spule lediglich auf die dünne Membran aufgedampft, was zu einer geringeren Masseträgheit und folglich einer natürlicheren Wiedergabe von Impulsen führt. Ein häufiger Nachteil dieser Technik ist das Erfordernis, schwere Magnete verbauen zu müssen, wodurch einige Modelle dieser Bauart sehr groß und schwer sind, was auf den T60RP aber nicht wirklich zutrifft. Der Übertragungsbereich ist mit 15 Hz bis 35 kHz angegeben, was den menschlichen Hörbereich übertrifft. Trotz seiner geringen Impedanz von 50 Ohm spielt der Fostex Kopfhörer nicht so laut an mobilen Abspielgeräten wie andere mir bekannte Modelle mit ähnlicher Impedanz, was an der vergleichsweise geringen Empfindlichkeit von 92 dB bei 1 kHz (1 mW) liegt. Für mein Empfinden spielt der T60RP aber dennoch noch laut genug für den Musikgenuss an iPhone und Co. Weitere technische Angaben findet ihr am Ende dieses Testberichts. Falls ihr mehr darüber erfahren möchtet, wie die technischen Angaben von Kopfhörern zu werten sind, dann lest unser spezielles Feature Technische Angaben von Kopfhörern und ihre Bedeutung.

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