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Test
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21.07.2015

Focusrite Scarlett Solo Studio Pack Test

USB-Recording-Bundle

Auf die Plätze, günstig, los!

Das Focusrite Scarlett Solo Studio Pack tritt als USB-Recording-Set aus Audio-Interface, Mikrofon, Kopfhörer und Zubehör auf, mit dem ich mir recht erschwinglich Equipment für Podcasts und Musikaufnahmen fürs Homestudio kaufen kann.

Das Bundle bringt reichlich Zubehör mit, zu dem unter anderem Cubase LE sowie einige virtuelle Instrumente gehören. Wir dürfen deshalb gespannt sein, ob das Scarlett Solo Studio Pack für den schmalen Geldbeutel nicht nur jede Menge Gerätschaften, sondern auch gute Qualität und einen hohen Spaßfaktor zu bieten hat.

Details

Lieferumfang: üppig

In Sachen Lieferumfang hat es das Recording-Bundle von Focusrite wirklich faustdick hinter den Ohren. Wer den relativ kleinen Karton in den Händen hält, reibt sich beim Auspacken die Augen, was sich für kaum mehr als 200,- Euro Kaufpreis alles darin verbirgt. Das Scarlett Solo USB-Audio-Interface und das Mikrofon Scarlett CM25 samt Stativhalterung bilden zusammen mit dem Kopfhörer Scarlett HP60 den Kern des Pakets. Das Recording-Bundle hätte diesen Namen aber nicht verdient, wenn nicht auch gleich Download-Codes für Aufnahme-Software und Plug-Ins beiliegen würden. Dabei handelt es sich um ein Starter-Set, das aus Steinbergs Cubase LE-Version, der Scarlett Plug-In-Suite, einer 1 GB große Sample-Library von LoopMasters und der VST-Instrument Novation Bass Station besteht. Um sofort loslegen zu können, liegen auch ein XLR- und ein USB-Kabel bei. Da das Ganze auch noch mit einer einfach zu verstehenden Kurzanleitung garniert wird, notiere ich für den Lieferumfang schon mal den ersten Pluspunkt.

Audio-Interface Scarlett Solo USB

Um die Software des Recording-Packs installieren zu können, muss zunächst ein Account auf der Focusrite-Internetseite angelegt und das Studio Pack beim Hersteller registriert werden. Was die Verpackung des Studio-Bundles nicht verrät, ist, dass es zusätzlich zum im Bundle enthaltenen Cubase LE dann auch noch Ableton Live Lite kostenlos dazu gibt. Es gehört nämlich zur Standardausstattung des Audio-Interfaces und kann bei dessen Registrierung ebenfalls kostenlos heruntergeladen werden.

Das Audio-Interface selbst kommt im schicken und zugleich stabilen roten Aluminium-Gehäuse daher. Es ist kaum größer als zwei flach aneinander gelegte Hände. Das ist perfekt für den mobilen Einsatz. Die Stromversorgung wird per USB sichergestellt. Ein lästiges Netzteil oder Netzkabel entfallen deshalb. Ob eine USB-Verbindung besteht, zeigt eine kleine LED auf der Frontseite an.

Für Mikrofone bietet das Scarlett Solo den typischen Mikrofonvorverstärker der Scarlett-Reihe und einen Eingang mit Phantomspeisung. Die Buchse liegt praktischerweise auf der Vorderseite. Dort findet sich auch ein DI-Eingang zum Einstöpseln von Instrumenten, per Drehregler kann ich die Lautstärken der Eingangssignale anpassen. Ein nettes Gimmick sind die Leuchtringe, die unterhalb der Gain-Potis für Pegelkontrolle sorgen (sogenannte „Gain Halo“-Anzeigen). Die Eingänge sind als symmetrische XLR-Buchse (Mikrofone) und als große Klinkenbuchse ausgelegt. Letztere verarbeitet sowohl unsymmetrische Instrumentensignale als auch symmetrische Line-Signale. Welches Signal genutzt wird, kann per Wahlschalter bestimmt werden.

Ein großer Monitor-Knopf ziert die Vorderseite. Mit seiner Hilfe wird die Lautstärke des Kopfhörersignals geregelt. Durch das Umlegen eines Direct-Monitoring-Schalters wird außerdem das latenzfreie Abhören der Eingangssignale möglich. Rückseitig kann ein maximal +9 dBu starkes, unsymmetrisches Line-Signal via Cinch-Buchsen abgegriffen werden – beispielsweise, um aktive Lautsprecher anzuschließen. Hier finden sich auch die USB-2.0-Buchse für die Verbindung von Audio-Interface und Rechner sowie ein Kensington-Lock-Anschluss, der für Diebstahlsicherheit unterwegs sorgt.

Das Scarlett Solo bietet einen 106 dB großen Dynamikumfang, es arbeitet wie heute üblich mit 24 Bit bei der Quantisierung. Diese Bittiefe wird mit einer wählbaren Sampling-Frequenz zwischen 44,1 und 96 kHz kombiniert. Damit steht zumindest auf dem Papier in den eigenen vier Wänden echte Studioqualität bereit. Doch bevor wir das checken, schauen wir uns noch die weiteren Bundle-Komponenten an.

Mikrofon Scarlett CM25

Das mitgelieferte Mikrofon CM25 setzt auf Nierencharakteristik und benötigt Phantomspeisung, da es sich um ein Kondensatormikrofon handelt. Sein Metallgehäuse ist ebenfalls im Rot der Scarlett-Reihe gehalten, Ringe und Drahtgeflechtkorb vermitteln in sattem Mattschwarz einen soliden Auftritt. Eine klassische Schraubvorrichtung mit innenliegendem Gewinde sorgt dafür, dass das Mikrofon fest mit der kippbaren Stativhalterung verbunden werden kann, die dem Bundle beiliegt.

Der Frequenzgang des CM25 reicht von 30 Hz bis 20 kHz und kann somit den Tonumfang der meisten Instrumente aufgreifen. Der Frequenzumfang der menschlichen Stimme wird vom Mikrofon sowieso vollständig abgedeckt. Der maximale Schalldruck von 130 dB liegt im Standardbereich und lässt das Mikrofon gefahrlos auch für laute Schallquellen einsetzen. Eigenrauschen und Rauschabstand sind mit 18 dB(A) und 76 dB(A) auf dem Papier als „gut“ zu bezeichnen. Gespannt können wir auf den Frequenzverlauf des Mikrofons sein, denn dem Studio Pack liegt keine Messgrafik bei.

Kopfhörer Scarlett HP60

Beim mitgelieferten Kopfhörer handelt es sich um eine ohrumschließende, geschlossene Bauweise mit großen 53mm-Treibern und einem Übertragungsbereich von 10 Hz bis 30 kHz. Er ist deshalb zumindest theoretisch gut fürs Monitoring von Aufnahmen gewappnet, da er entsprechend rückkopplungsarm ist, aber einen großen Frequenzumfang aufweist. Durch seine geringe Impedanz von 60 Ohm zählt er zu den potenziell lauteren Vertretern. Wie schon beim Mikrofon, so gilt auch hier, dass dadurch die Gefahr von Rauscheinflüssen durch Vorverstärker in der Regel geringer werden sollte. Auch der HP60 tritt in der für die Scarlett-Reihe typischen schwarz-roten Farbgebung auf. Optisch vermittelt er vor allem aufgrund seines Kopfbügel-Bandes den Eindruck der Geräte eines bekannten österreichischen Kopfhörer-Herstellers, aber das nur am Rande.

Softwarebundle mit Steinberg Cubase LE

Per Download-Code komme ich als Besitzer des Scarlett Studio Packs in den Genuss, mit der DAW Cubase LE auf einfache Weise meine Aufnahmen durchzuführen. Die LE-Version des beliebten Software-Studios bietet die wichtigsten Features zum sofortigen Loslegen. Mit bis zu 16 Audiospuren, maximal 24 MIDI-Spuren, den wichtigsten Editoren und einem Bundle aus virtueller Sampling-Workstation und 18 ausgewählten Effekt-Plug-Ins habe ich als Einsteiger genug Material, um mich meinen Recordings widmen zu können.

Außerdem ist mit der Novation Bass Station noch die Plug-In-Version eines echten Analog-Klassikers enthalten und mit der 1 GB großen Sample-Library von LoopMasters ausreichend Material an Bord, mit dem die eigenen Aufnahmen aufgepeppt werden können. Die Scarlett Plug-In-Suite setzt auf Software-Emulationen der Klangeinflüsse von Focusrite-Hardware aus der legendären Red-Serie. Mit Kompressor, Reverb, EQ und Gate stehen hier erstklassige Plug-Ins für die Signalaufbereitung bereit.

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