Test
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14.08.2019

Praxis

Aufbau, Anschluss und Einrichten

Dadurch dass das Interface vom USB-Bus gespeist wird und keine weitere Möglichkeit besteht, es mit der erforderlichen Spannung zu versorgen, ist es nicht für Tablets und Smartphones geeignet. Die Installation des Scarlett kommt ohne beiliegende CD/DVD aus. Stattdessen wird das Interface selbst vom Computer als Laufwerk erkannt, auf dem die Startdateien für die Installation liegen. Konkret ist das eine HTML-Datei, die einen Link für den Download der Focusrite-Control-Software enthält. Mit dieser werden auch gleich die erforderlichen ASIO-Treiber für den reibungslosen Betrieb des Audiointerfaces installiert. Nach einem Neustart führt die Software automatisch ein Firmware-Update der Hardware durch. Je nachdem, wie groß die Puffergröße gewählt wird, lassen sich so äußerst geringe Latenzen erzeugen. Im Test konnte ich die Gerätelatenz mit der kleinst-möglichen Buffergröße bis zu (theoretischen) 1,8 ms drücken.

Recordinggeschichten

Dass den XLR-Combo-Buchsen eine Rückhaltesicherung fehlt, ist in der Praxis zu verschmerzen. Schließlich handelt es sich beim hier gebotenen Audiointerface weder um ein Rackgerät noch um Tour-Equipment. Das beiliegende XLR-Kabel hat eine Länge von immerhin drei Metern. Damit sollte es locker lang genug sein, um in den meisten Homestudios für eine Verbindung zwischen dem Vocal-Sweetspot und dem Audiointerface in PC-Nähe sorgen zu können. Zum Einpegeln stehen ringförmige Pegelanzeigen bereit, die die Gainpotis der beiden Eingangskanäle umgeben. Sie leuchten je nach Signalstärke grün, orange oder rot.

Was mir an diesem Studioset nicht so gut gefällt ist, dass der Kopfhörer bei längerer Benutzung einen recht hohen Anpressdruck offenbart. Noch dazu schwitzen die Ohren unter dem Kunstleder der Ohrpolster bei längerer Tragedauer. Der Mechanismus des Kopfbandes ist zwar ungerastert, aber einigermaßen schwergängig. Dadurch bleibt die zuletzt gewählte Größeneinstellung auch nach dem Absetzen erhalten. Klanglich überzeugen mich der HP60 MkIII mit einem für diese Preisklasse brillanten, detailreichen und auch bassigen Sound. Der Kopfhörerverstärker am Scarlett-Interface ist kraftvoll und gibt auch in der Maximalposition kein wahrnehmbares Rauschen aus.

Klangwelt

Ausschließlich Positives kann ich zum Mikrofon anmerken, dessen Sound nuanciert und dynamisch ist. Die Membran des CM25 MkIII reagiert auf den Luftzug von Plosivlauten und Transienten im Sprachsignal derart stark, dass man vor den Aufnahmen besser einen Poppschutz anbringen sollte. Auch die Mikropreamps begeistern. Sie sind rauscharm und bieten eine gehörige Portion Signalverstärkung, dazu ist ihr Klang lupenrein. Zum Interessantesten an der dritten Generation des Scarlett-Interfaces dürfte für viele Interessenten wohl die neue Air-Funktion gehören. Sie sorgt für noch mehr Brillanz und lässt den Mikrofonklang regelrecht „teuer“ erscheinen. Zu Testzwecken habe ich auch dem Signal einer mit Piezo-Tonabnehmer aufgezeichneten Akustikgitarre den Air-Modus gegönnt. Und siehe da: Auch hier kann der zusätzliche Schub an Brillanz punkten.

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