Bass Hersteller_Fender
Test
7
20.02.2012

PRAXIS

Mit 3,8 Kilo liegt der rote P-Bass auf jeden Fall im grünen Bereich für einen Viersaiter, der kompakte Korpus hängt auch stabil am Körper, allerdings zerrt der Bass doch leicht an der linken Schulter. Kopflastigkeit ist ein altbekanntes Thema bei fenderartig konstruierten Instrumenten, zumal der P-Bass mit einem relativ kleinen Body ausgestattet ist. Das massivere Halsprofil im Vergleich zum Jazzbass und vier schwere Vintagemechaniken an der Kopfplatte sind weitere Zugeständnisse an die Schwerkraft. Ein guter Gurt, der am Körper nicht rutscht, bringt das aber bestens in Ordnung, die Bespielbarkeit selbst ist ohnehin nicht beeinträchtigt.

Dafür sorgt auch der wirklich sehr gut dimensionierte Hals. Er ist zwar etwas dicker als zum Beispiel ein konventioneller Jazzbasshals, durch das dünne Griffbrett und den schmalen Vintage-Bunddraht fühlt er sich aber für P-Bass-Verhältnisse fast schon grazil an und lässt sich mühelos beflitzen, wirklich toll für einen Budget-Bass. Auch die mechanischen Teile funktionieren befriedigend, die Tuner laufen zwar nicht ultraleicht, aber ruckelfrei, und die Brücke lässt sich einwandfrei einstellen und klappert nicht.

Die Unterfütterung der Tonabnehmer könnte allerdings was üppiger sein. Wenn man die obere Kante als Daumenstütze missbraucht, kann es schon passieren, dass er einsinkt. Mit besseren Federn oder etwas Schaumstoff als Unterlage ist hier ganz schnell und mit wenig Aufwand für Abhilfe gesorgt. 

Die Classic Vibe Bässe haben übrigens allesamt den vintagegetreuen „Thumbrest“ an der unteren Korpusseite, was für einige Spieltechniken allerdings eher hinderlich ist. Wer auf dem Preci zum Beispiel slappen möchte, kann die Plastikstütze einfach abschrauben und hat dann freie Bahn zur G-Saite.

Nun aber zur wichtigsten Frage: Hat der Squier die „Classic Vibe“ nur in der Optik oder auch im Sound? Und die ist ganz eindeutig mit Ja zu beantworten, denn der rote ’60s verfügt über ein sehr rund klingendes Fundament, während die Tonabnehmer einen warmen Ton mit milden Höhen übertragen. Insgesamt ein ausgewogenes Klangbild, das bestens für solide Begleitarbeit geeignet ist. Mit der Tonblende sollte man allerdings etwas vorsichtig umgehen, denn wenn man die Höhen zu stark absenkt, kann es sehr schnell zu mulmig werden, dann verliert der Klang an Kontur und Definition. Dafür liefert der Classic Vibe aber einen wirklich schönen Tiefmittenbereich, der sehr kernig klingt und dem Sound ordentlich Schubkraft verleiht, so wie man es von einem ’60s Klassiker erwartet. 

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