Gitarre Hersteller_Fender
Test
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07.10.2021

Praxis

Mit seinen 100 Watt ist der Champion 100 durchaus in der Lage, locker eine Probe oder einen Auftritt zu bewältigen. Es geht aber auch leise in Zimmerlautstärke ohne Klangeinbußen. Die Bedienung erklärt sich von selbst, womit einem sofortigen Erkunden des Amp- und Effektangebotes nichts mehr im Wege steht.

Für die folgenden Aufnahmen kommen Sennheiser MD421 Mikrofone zum Einsatz, ein Spring Reverb aus der Effektsektion sorgt für ein wenig Tiefe im Klang. Die jeweils verwendete Gitarre sowie der ausgewählte Amp beziehungsweise Effekt lassen sich an der Beschriftung der Audiofiles ablesen.

Zuerst einmal spiele ich den ersten Kanal mit einer Fender Telecaster an, im zweiten Beispiel drehe ich den Treble-Regler in die Maximalstellung um herauszufinden, inwieweit sich der EQ im Klang bemerkbar macht.

Der Champion erzeugt einen knackig warmen, für meinen Geschmack in den Höhen leicht glasigen Sound. Die Attacks werden deutlich wiedergegeben und besitzen den Druck, den man auch von Röhrencombos aus dem Hause Fender kennt. Sobald der Treble-Regler ganz aufgedreht wird, liefert der Amp einen spritzig frechen Sound, wobei ich zugeben muss, dass die Klangregelung eher sachte ihren Stempel aufdrückt.

Weiter geht es mit Kanal zwei des Champion 100, in dem ich alle 16 Auswahlmöglichkeiten des Voice-Reglers mit unterschiedlichen Gitarren anspiele. Hierfür positioniere ich die Potis für Gain, Treble, Middle und Bass in der Mittelposition, die Prise Spring Reverb darf natürlich auch hier nicht fehlen.

Die Emulationen der Fender Amps ist für meinen Geschmack gut gelungen, die unterschiedlichen Klangästhetiken werden klar dargestellt. Die deutlichen Unterschiede sind beispielsweise beim Vergleich zwischen dem Bassman und dem kleinen Princeton gut herauszuhören. Natürlich gibt es im Vergleich zu den Originalen klare Unterschiede, aber was die grundsätzliche Klangästhetik anbetrifft, stimmt hier eine ganze Menge.

Die British-Positionen des Voice-Reglers sorgen für Abwechslung, hier geht es deutlich dreckiger zur Sache, was das Klangspektrum des Amps erheblich erweitert. Allerdings überzeugen mich die britischen Sounds nicht so ganz, dabei darf man aber den Preis des Verstärkers nicht ganz aus den Augen lassen. Für das Rockriff zwischendurch sollte es aber mehr als ausreichend sein.

Ich wähle nun die High-Gain-Amps an und schultere eine Gibson Les Paul.

Auch hier kann ich im Grunde nur wiederholen, was auch bei den Beispielen zuvor schon angemerkt habe. Wirklich überzeugend ist die Klangausbeute nicht, zumal der Dreiband-EQ auch im zweiten Kanal nicht so recht zupacken möchte und deshalb am Grundsound nicht wirklich "geschraubt" werden kann.

Bevor wir die Amp-Sektion hinter uns lassen, folgt noch ein Beispiel einer Jazzmaster Emulation.

Und siehe da, clean kann der Champion ohne Wenn und Aber! Die gespielten Töne werden druckvoll und schön warm aus den beiden Zwölfzöllern entlassen, was der Spielfreude einen ordentlichen Schub gibt.

Effekte

Für die Effektsektion aktiviere ich wieder den ersten Kanal und schultere eine Tom Anderson HSS Strat, bei der ich den Hals-Singlecoil anwähle.

Alle Effekte werden sehr ordentlich dargestellt und erweitern das Einsatzgebiet des Combos erheblich. Mit der Auswahl stehen die gängigsten Effekte bereit, teils auch als Effektkette.
Auffällig ist auch das recht geringe Nebengeräuschverhalten auch bei höheren Lautstärken, sehr gut!

Abschließend möchte ich herausfinden, wie der Kopfhörerausgang klingt, zuerst ist aber das abgenommene Mikrofonsignal zu hören.

Ich muss zugeben, dass mir der Kopfhörersound recht gut gefällt und so das Spielen auch in schwierigen Umgebungen (Schlafzimmer bei Nacht) richtig Spaß machen kann.

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