Gitarre Hersteller_Fender Dreadnought500
Test
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16.11.2016

Fender CD-140SCE All Mahogany Test

Westerngitarre

Dreadnought im Chocolate-Outfit

Fender ist auch auf dem Feld der Akustikgitarren beileibe keine unbekannte Größe, aber mit den Marktführern Gibson und Martin wollte man wohl nie in Konkurrenz treten. Erst in den 60er Jahren startete man mit dem Bau von Akustikgitarren, die mit dem originellen Kopfplattendesign "six in a row" an die großen Erfolge der eigenen E-Gitarren Abteilung anknüpfen sollten. Obwohl die Verkaufszahlen natürlich bei weitem nicht an die von Strat & Co. heranreichten und man den Eindruck haben konnte, dass der Konzern die Akustikabteilung eher als Komplettierung seines Angebots versteht, ging und geht man doch offensichtlich mit großer Ernsthaftigkeit auch an diese Instrumente heran.

Auch im aktuellen Katalog werden mehrere Dreadnought-Modelle in unterschiedlicher Ausstattung angeboten, eine davon ist die CD-140SCE komplett in Mahagoni, die wir uns im Rahmen unseres Dreadnought-Vergleichstests ins Studio haben kommen lassen.

Details

Resonanzkörper

a) Größenverhältnisse

Fender präsentiert die Dreadnought CD-140 SCE mit modifizierten Proportionen: Der Oberbug fällt mit einer Breite von 29,3 cm (statt 29,7 cm) geringfügig schmaler aus. Die Abmessungen an der Zarge - je nach Messpunkt zwischen 10,6 cm am Halsfuß und guten 12,1 cm am Knopf - unterscheiden sich jedoch signifikant (Referenz: HD-28). Die Profilverjüngung fällt mit 1,5 cm damit weniger deutlich aus, aber die Modifikationen wirken sich nicht negativ auf das Gesamtbild aus. Im Gegenteil.

b) materielle Beschaffenheit

Martin lieferte schon früh die Vorlage für unsere Vollmahagoni-Kandidatin. Eine Wiederauflage der All Mahogany-D-15 im "chocolate-style" kam zuletzt 1997 mit der Road Serie (zum Budget-Preis) in den Handel. Ausschließlich Gitarren, deren Boden und Zargen aus Mahagoni bestehen, werden auch mit einer Decke aus Mahagoni bestückt. Obwohl Mahagoni zu den Harthölzern gehört, ist es leicht und weich genug, um als Deckenholz Verwendung zu finden. Die wunderschöne Decke unserer Kandidatin wurde aus zwei gleich großen Teilstücken "gebookmatched".

Eine echte Perlmutt-Verzierung am Schallloch (Durchmesser: 9,8 cm) wertet das Instrument zusätzlich auf, wobei ein zweiter äußerer Ring mit der schlichten Randeinlage korrespondiert. Zusätzliche Intarsien benötigt die Gitarre aber nicht, da das verarbeitete hochwertige Holz mit lebendigen hellen und dunklen Strukturen schon alleine ausreichend Wirkung zeigt. 

Der Saitenhalter mit einem leichten Unterbauch ist aus einem Stück solidem Palisander hergestellt und die längenkompensierte einteilige Stegeinlage ruht wackelfrei in der Fräsung. Das verarbeitete Material (Graphtech NuBone) soll die natürlichen Eigenschaften, also die Härte und Tonübertragung eines echten Knochens teilen. Die Stegeinlage wurde mit einer Nase, auf der die B-Saite liegt, und einer für die A-Saite befeilt. Die Saiten werden ganz klassisch mit den Ball-Ends und antikweißen Stegpins am Saitenhalter arretiert, die Decke wird mit einem aufgeklebten nierenförmigen Schildpatt-Schlagschutz (Teardrop) vor unkontrollierten Schlagmanövern mit dem Plektrum oder den Fingernägeln geschützt.

c) Interieur

Die Decke wurde standardgerecht mit einem X-Bracing unterbaut. Die hier eingesetzten Deckenleisten mit stehenden Jahresringen (engl. quartersawn) neigen weniger zum Verdrehen als Leisten mit liegenden Jahresringen (engl. flatsawn). Die beiden Streben sind bei diesem Modell im unsichtbaren Ausläuferbereich konkav ausgeschliffen (scalloped). Durch die Aushöhlung erhält die Decke mehr Hub, da weniger Masse bewegt wird.

Hals mit Griffbrett

Hals, Halsfuß und Kopfplatte bestehen, wie soll es anders sein, aus Mahagoni. Mit dem eingelegten Dual-Action Halsspannstab wird der dünne Hals mit einem Umfang von 11,7 cm am Sattel in Form gehalten. Darüber hinaus können mit der Vorrichtung subtile Veränderungen der Halskrümmung zum Beispiel durch Klimaschwankungen oder Wechsel der Saitenstärke ausgeglichen werden. Schon geringe Drehungen der Einstellmutter, die unter dem Griffbrett im Schallloch erreichbar ist, verursachen bereits starke Krümmungen. Der Einsteiger sollte sich von einem Fachmann beraten lassen, wenn Handlungsbedarf besteht, bevor er den "Hebel" mit dem Inbus ansetzt.

Das Griffbrett aus Palisander ist sauber auf dem Hals verleimt. Mit einem Radius von 30 cm ist es relativ stark gewölbt, aber nicht so stark wie das einer E-Gitarre. Mit kleinen, 3 mm durchmessenden Inlay-Dots auf dem Griffbrett sollte der Spieler die Orientierung behalten. Auf der Oberseite der schwarzen Griffbretteinfassung bilden entsprechende Positionsmarkierungen eine sinnvolle Ergänzung.

Mit einer Breite von exakt 4,13 cm fällt der Sattel etwas schmaler aus als bei den meisten anderen Akustikgitarren (ca. 4,3 cm). Dieses Maß sollte theoretisch einer kleineren Hand entgegenkommen.

Kopfplatte

Auch die angesetzte geschlossene Kopfplatte wurde ganz im Mahagoni-Look eingekleidet. An ihrer Unterseite sind jeweils drei verchromte Die-Cast Mechaniken mit großen Stimmflügeln verschraubt, die weich und präzise laufen. Geschlossene Kapseln schützen Zahnrad und Gewindeachse vor Verunreinigungen.

Elektronik

Die CD-140SCE kann auch an einen Verstärker oder ein Mischpult angeschlossen werden. Der Preamp, ein Presys von Fishman mit integriertem Stimmgerät, wurde in die obere Zarge eingebaut. Das Paneel mit sechs Drehreglern ist übersichtlich, das heißt, bühnengerecht konzipiert. Mit einem 3-Band-EQ, bestehend aus Bass, Middle und Treble, wird der Sound eingestellt und für die Summe ist Volume zuständig. Darüber hinaus bietet der Presys einen Phasenumkehrtaster (Phase), der mit Brummschleifen und Feedbacks kurzen Prozess machen sollte. Der chromatische Tuner ist leicht zu bedienen, wobei das Display mit drei LEDs zuverlässig Rückmeldung gibt. Die Stromversorgung wird mit einem 9-V Block aufrechterhalten - ein Wechsel der Batterie ist ohne Aufwand und im Handumdrehen erledigt. Ausgegeben wird das Signal wie bei elektrifizierten Westerngitarren üblich über eine Buchse im Gurtknopf.

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