Gitarre Hersteller_Fender
Test
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17.10.2019

Praxis

Der Bubbler wird vor einen unverzerrt eingestellten Sovtek MIG-50H in Mono geschaltet, der an eine Marshall 4x12 Box (Celestion G12M) angeschlossen ist, die mit einem Neumann TLM-103 abgenommen wird. Wir starten wie immer mit der nüchternen Bestandsaufnahme und zwar mit dem 12-Uhr-Setting, bei dem alle Regler nach Norden zeigen. Lediglich das Sens-Poti habe ich auf 7 Uhr gestellt, damit kein Umschalten der Chorus-Modes durch den Anschlag erzeugt wird. Zuerst ist der Unterschied zwischen Sinus- und Dreieck-Wellenform an der Reihe. Dabei fällt auf, dass die Sinuswelle etwas "eckiger" klingt und ich vermute, dass hier etwas vertauscht wurde bzw. die Beschriftung falsch ist. Aber das ist kein Drama, denn den Grundsound stellt man sowieso nach Gehör oder Gefühl ein und dabei ist es durchaus von Vorteil, einen härteren und einen weicheren Modulationseffekt zur Verfügung zu haben.

Jetzt werden die Einstellmöglichkeiten mit Rate und Depth ausgelotet und verschiedene Werte angewählt. Der Bubbler erzeugt bei mittiger Einstellung von Depth, Rate und Effect-Level bereits einen kräftigen Chorus-Effekt, der bei höheren Rate-Einstellungen dazu neigt, etwas undefiniert zu klingen. Klar, bei hohen Rate-Werten ist der Sound nicht mehr so deutlich, aber ich hatte schon andere Choruspedale im Einsatz, die bei solchen Sounds eine bessere Performance geliefert haben. Man darf aber auch bei diesem Preis keine klanglichen Wunder erwarten, der Bubbler liegt hier in der Mittelklasse. Und die analoge Klangerzeugung macht sich auch durch recht kräftiges Rauschen bei hohem Effekt-Level unangenehm bemerkbar, bei sensiblen Studio-Einsätzen ist das nicht so schön.

Was die Bandbreite der beiden Parameter anbetrifft, gibt es nichts zu beanstanden, von einer dezenten und langsamen Modulation bei geringen Werten von Rate und Depth bis zur starken Tonhöhenverschiebung ist einiges möglich. Der Rate-Regler nimmt schnell Fahrt auf, man benötigt etwas Fingerspitzengefühl im ersten Drittel des Regelweges, um langsame Modulationssounds feinfühlig einzustellen. Hier ist ein Beispiel mit einem recht dezentem Chorus-Effekt bei niedrigen Werten von Rate und Depth.

Die Ausstattung mit zwei unabhängigen Chorus-Schaltkreisen ist natürlich ein klarer Vorteil des Bubblers. Die können per Schalter gewechselt werden und es empfiehlt sich, den Sens-Regler weit zurückzudrehen, damit man nicht bei härterem Anschlag versehentlich auf die zweite Einstellung wechselt, denn der Bubbler reagiert recht sensibel auf höhere Pegel, und das vor allem, wenn Humbucker-Gitarren im Einsatz sind. Das Tempo wechselt sehr angenehm und nicht hart und stufig, sodass man vor allem mit der Anschlagsdynamik sehr gut Einfluss auf die Modulation nehmen kann und damit eine weitere Ausdrucksmöglichkeit zur Hand hat.

Bisher haben wir den Bubbler in Mono gehört, jetzt gibt es die volle Breitseite. Der Effekt wird auf zwei clean eingestellte Amps geschickt und in Stereo hart nach links und rechts gepannt. Das bringt natürlich noch wesentlich mehr Charakter und klangliche Tiefe. Hier hört ihr den Unterschied, die gleiche Einstellung einmal Mono und dann Stereo. In Stereo klingt der Effekt wesentlich transparenter und aufgeräumter, auch bei stärkerer Modulation.

Zum Abschluss kommt noch ein Beispiel mit Umschalten per Anschlagsdynamik in Stereo. Hier habe ich als Basis-Sound für den leichten Anschlag eine schnelle Modulation gewählt, wird härter angeschlagen, ist auf Setting B ein recht dezenter Chorus-Effekt am Start.

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