Gitarre Hersteller_Fender
Test
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12.05.2016

Praxis

Sound

Ich nehme den Combo mit einem SM57 ab und verstärke das Mikrofonsignal mit einem alten Telefunken-Preamp. Von dort geht es direkt weiter in einen Avid HD I/O-Wandler, wobei der Sound anschließend selbstverständlich nicht weiterverarbeitet wird.

Los geht es mit einer Telecaster, erst mit dem Hals-Pickup, dann mit dem Kollegen am Steg. Alle Regler des Amps stehen in Mittelstellung und ich verwende den Normal-Eingang.

Heraus kommt der typische Fender Cleansound, der sich am besten mit fett und warm beschreiben lässt, je nach Anschlagsstärke bei diesem Amp aber auch leichte Zerranteile mitschwingen lässt. Der Amp zeigt sich überaus antrittsschnell beim Bearbeiten der Saiten mit der Anschlagshand und erlaubt so ein feinfühliges, dynamisches Spiel.

An den Einstellungen des Verstärkers ändere ich nichts, spiele jetzt aber eine Funky-Figur in der Mittelstellung der Tele.

Sehr schön, wie direkt der Bassbreaker auf das Spiel reagiert. Die leicht "dreckige" Note beim härteren Anschlagen gefällt mir ausgesprochen gut. Der Ton ist überaus fett und sollte die meisten Soul- und Funk-Gitarristen ansprechen.

Bevor es in den Bright Channel des Combos geht, drehe ich den Volume-Regler des Normal-Input auf und schalte wieder auf den Steg-PU der Tele.

Hier liefert der Combo einen schmutzigen Vintage-Crunchsound, der in den Bässen etwas schwammig daherkommt, trotz der für ihren trockenen Bass bekannten Telecaster. Wem das zu viel des Guten ist, muss lediglich den Volume-Regler am Amp zurückdrehen. Der Sound ist einer meiner Favoriten, da er im Bassbereich leichte Fuzz-Anleihen hat, aber das ist natürlich Geschmacksache.

Am Amp stehen nach wie vor die Regler alle auf zwölf Uhr, die Tele habe ich jetzt aber mit dem Bright-Eingang verbunden. Wieder ist der Stegtonabnehmer der Tele zu hören.

Wie nicht anders zu erwarten war, addiert sich hier eine gehörige Portion Höhen hinzu, die aber nicht harsch klingen - und das mit einer Telecaster! Gerade für offene Akkorde ist dieser Kanal eine echte Bereicherung und kann auch etwas dumpferen Instrumenten auf die Sprünge helfen.

Und weil es so schön war, schalte ich um auf den Hals-Pickup.

Auch der Halstonabnehmer der Tele profitiert, denn so sind authentische, knackige Funk-Grooves möglich. Attacks bekommen eine neue Gewichtung, denn die werden sehr schön herausgestellt, ohne zu sehr in den Vordergrund zu treten.

Nun drehe ich den Volume-Regler des Bright Inputs voll auf.

In dieser Stellung am Amp kommt ein fetter Leadsound zustande, der natürlich meilenweit von High-Gain-Gefilden entfernt ist. Der Sound besitzt Charakter, ist aber sicherlich nicht jedermanns Sache.

Abschließend verbinde ich nun eine Les Paul mit dem Both-Input und positioniere die beiden Volume-Potis so, dass ein dicker Blues-Solosound herauskommt.

Natürlich sind hier zahllose Einstellungsmöglichkeiten gegeben, die den Rahmen des Tests locker sprengen würden, aber ich denke, dieses Beispiel zeigt recht gut, wie die Kombination aus beiden Inputs und deren klanglichen Eigenheiten zu einem Sound zusammenschmelzen. Der Ton jedenfalls besitzt genug Sustain, um tragenden Singlenotes zu generieren, dabei bleibt die Grundcharakteristik der Gitarre aber bestehen.

Ein paar Worte noch zur Leistungsreduzierung. Ich habe keinen klanglichen Unterschied ausmachen können, sprich, der Amp wird einfach nur leiser und die beliebte Endstufensättigung tritt schon bei geringeren Lautstärken auf.

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