Gitarre Hersteller_Eventide
Test
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12.10.2019

Eventide Rose Delay Test

Digital Delay

Rosige Zeiten

Mit dem Eventide Rose Delay Pedal präsentiert der für seine hochwertigen Effektlösungen bekannte Hersteller erstmals seit längerer Zeit wieder einen Bodeneffekt. Laut Herstellerbeschreibung kann das Rose Delay dabei aber weitaus mehr, als man es von normalen Vertretern dieser Zunft gewöhnt ist.

Im Detail haben wir es hier mit einem wandlungsfähigen Delay inklusive einer ebenfalls sehr vielseitigen Modulationseffekt-Sektion zu tun. Trotz eines offensichtlich sehr breiten Funktionsumfangs bleibt das Pedal erfreulich kompakt. Was uns bei Eventide Rose im Detail erwartet, sagt euch der folgende Test.

Details

Lieferumfang/Gehäuse

Geliefert wird das 118 x 126 x 55 mm (BxTxH) große und 650 g schwere Eventide Rose Delay Pedal in einem Pappkarton, der neben diversen Werbematerialien eine recht kompakte Bedienungsanleitung, optionale Gummifüßchen und auch gleich das passende Netzteil bereithält, denn bei einer Stromaufnahme von 500 mA lässt sich das Pedal selbstverständlich auch nur mit einem solchen betreiben. Die kompakte Bedienungsanleitung ist sehr anschaulich gestaltet und basiert größtenteils auf Zeichnungen des Pedals, die mit Erklärungen versehen sind. Schaut man sich das Manual im Detail an, wird schnell klar, dass sich hier wirklich viele Einstellmöglichkeiten offenbaren. Das Pedal selbst ist sehr sauber verarbeitet und macht mit seinem recht stattlichen Gewicht einen wertigen und robusten Eindruck. Auch wenn das Eventide Rose daheim in New Jersey entwickelt wurde, hat man die Produktion nach China verlagert.

Anschlüsse

Anders als vielleicht erwartet kann dieses Multifunktions-/Modulations-Delay nicht mit einem Stereo-Signalweg aufwarten. Ein Blick auf die Stirnseite des Pedals offenbart stattdessen neben den drei Anschlüssen für Input, Output und Expression einen Kippschalter, mit dem der Signal-Level des Eingangs- und Ausgangs auch auf Line-Pegel umgestellt werden kann. Außerdem befindet sich an der Stirnseite der Anschluss für das 9V-Netzteil. Die linke Seite hält weiterhin einen Mini-USB-Anschluss bereit, über den das Pedal bei Bedarf angesteuert und außerdem mit Software Updates versorgt wird. Der schon erwähnte Expression-Eingang steuert sowohl klassisch mit einem Expression-Pedal verschiedene Funktionen des Pedals, lässt sich aber auch zur MIDI-Verarbeitung via TRS-Kabel oder mit einer Control Voltage(CV)-Einheit antriggern.

Bedienelemente und Funktionen

Da die Bedienelemente auf der Oberseite mit mehren Funktionen belegt sind, ist die Steuerung nicht selbsterklärend. Zusätzlich zum kompakten Manual hält Eventide auf seiner Website diverse Videos bereit, die den Workflow genauer erläutern, denn alle Optionen im Detail zu erklären würde den Rahmen dieses Tests sprengen. Dennoch möchte ich euch die wichtigsten Funktionen an dieser Stelle natürlich nicht vorenthalten. Zusätzlich werde ich natürlich auch im Praxisteil an der einen oder anderen Stelle einen tieferen Einblick in die sehr vielfältigen klanglichen Möglichkeiten des Pedals geben.
Wie der Hersteller betont, wird das Signal beim Eventide Rose analog verarbeitet. Auch der Feedback-Return und der Low-Pass-Filter verwenden analoge Schaltkreise. Ansonsten haben wir es aber natürlich mit einem waschechten Digital-Delay zu tun.

Die Oberseite wurde mit sechs Potis bestückt, die erst einmal für Delay und Modulationseffekte die typischen Parameter mitbringen. So ist das Mix-Poti für das Mischverhältnis zwischen dem unbearbeiteten und bearbeiteten Effektsignal zuständig. Delay- und Feedback-Poti kümmern sich um Tempo und Ausklingzeit des Delays. Ein Filter-Poti stellt außerdem einen Low-Pass-Filter bereit. Rate und Depth nehmen wiederum die Geschwindigkeit und die Intensität der angewählten Modulation ins Visier. Das Delay-Poti lässt außerdem herunterdrücken. Hinter dieser Funktion schlummern verschiedene Delay-Tempo-Bereiche, die über eine der LEDs angegeben werden. Das Eventide Rose verfügt dabei über eine Verzögerungszeit von sage und schreibe 10 Sekunden, die sich zudem noch auf 50 Sekunden erhöhen lässt. Dazu später mehr.  

Zwei der vier kleinen Taster auf der Oberseite sind mit Symbolen aus dem griechischen Alphabet versehen. Der Phi-Button nimmt dabei Einfluss auf den Charakter des Delays. Arbeitet das Delay mit schnellen Verzögerungszeiten, kann die Phase gedreht werden. Bei langsameren Delays lässt sich wiederum über den Phi-Taster ein Reverse-Delay aktivieren. Der Delta-Taster aktiviert außerdem den sogenannten Delay-Multiplier, bei dem die Abtastrate wahlweise um das Zweifache, Dreifache, Vierfache oder Fünffache verschoben wird. Dies hat zur Folge, dass sich das eingegebene Delay-Tempo um verschiedene Werte verlangsamt. Aktiviert oder deaktiviert man außerdem den Delta-Button im Ausklang, wird je nach Einstellung das Delay um verschiedene Intervalle nach oben oder unten transponiert.
Wie diese Funktion im Detail agieren soll, kann man einstellen, indem man den Taster zunächst länger gedrückt hält. Über den Shape-Button lassen sich verschiedene Modulationen aktivieren (Sine, Square, Random, Envelope). Alternativ kann die Modulation auch extern beeinflusst werden (External/CV). Auch hier informieren mehrere LEDs über die angewählte Modulation und die mittig als Rose stilisierte LED ändert je nachdem ihre Farbe. Der Preset-Taster dient zum Speichern und Aktivieren eines Presets, arbeitet aber ansonsten ebenfalls multifunktional.
Aktivieren lässt sich das Pedal über den linken der beiden robusten Fußschalter. Der rechte, mit Hotswitch betitelte Fußschalter, kann ebenfalls mit verschiedenen Funktionen belegt werden und diese aktivieren bzw. umschalten. Möchte man das Delay aber beispielsweise ganz einfach per Tap-Tempo steuern, wird dies ebenfalls über den Hotswitch erledigt. Welche Optionen im Detail möglich sind, werden wir nun in einem ganz genauen Praxisrundgang erkunden.

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