KC_Keyboard_Controller KC_einfach
Test
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11.05.2011

PRAXIS

 

Anspielen
Die Inbetriebnahme verläuft äußerst simpel und schnell: auspacken, anschließen, anschalten – läuft! Strom wird über das im Lieferumfang enthaltene USB-Kabel geliefert und das Installieren zusätzlicher Treiber entfällt.

Beim ersten neugierigen Drauflosprobieren werden bereits einige Qualitätsabstriche deutlich. Die leichtgängige Plastiktastatur federt, klappert und fühlt sich schwammig an. Die Anschlagsdynamik ist daher nicht zu kontrollieren und das Gerät produziert willkürlich extreme Velocitysprünge. Das kleine Pitchbend-Wheel ist trotz seiner guten Griffigkeit ebenfalls recht schwammig. Es ist sehr schwergängig und insbesondere beim Zurückfedern sehr träge. An die horizontale Anordnung des Modulation-Sliders muss man sich erst gewöhnen. Aber auch hier wackelt und schleift es und das Ganze macht einen recht zerbrechlichen Eindruck. Und jawoll: Nach nur 30 Sekunden hatte ich die Faderkappe bereits in der Hand. Für Live-Einsätze ist das sicherlich nichts. Die beleuchteten Taster und Potis wirken hingegen recht solide und erledigen ihren Job ohne Probleme.

Bedienung
Aufgrund der wenigen Bedienelemente sind die Tasten der unteren zwei Oktaven jeweils mit Doppelfunktionen belegt, die über Betätigung des Shift-Tasters erreichbar sind. Mit ihnen werden die einzelnen Parameter des Keyboards aufgerufen und bearbeitet. Die recht kleine und farblich unauffällige Beschriftung ist allerdings bei schummriger Bühnenbeleuchtung kaum lesbar. Die Eingabe erfolgt entweder direkt über die jeweilige Parametertaste oder über die mit 0 bis 9 markierten Tasten, wonach eine Bestätigung durch Drücken der Enter-Taste nötig ist. Beim Betätigen der GM/GS-Taste zum Beispiel sendet das Keyboard abwechselnd eine GM- bzw. GS-Initialisierung. Will man den Drehregler 3 mit der Veränderung der Filterfrequenz belegen, drückt man erst SHIFT, dann die Taste „ENCODER SET“ und bewegt kurz das dritte Poti. Danach gibt man die gewünschte MIDI-Control-Nummer (hier „74“) ein und beendet das Ganze mittels ENTER.

Hat man das Keyboard nach den eigenen Wünschen konfiguriert, speichert man die Einstellungen auf einem der neun vorhandenen Speicherplätze. So lässt sich z.B. ein Setup zum Mischen vorbereiten, indem der Modulation-Fader mit der Steuerung der MIDI-Kanallautstärke beauftragt wird und den vier Potis weitere Mischaufgaben wie Pan, Effekte-Sends usw. zugeordnet werden. Ein weiteres Setup kann man sich für die Filter- und Hüllkurven-Sektion seiner Lieblings-PlugIns basteln. Eine feine Sache!

Insgesamt ist das Bedienkonzept logisch aufgebaut und die einzelnen Schritte sind an und für sich einfach nachzuvollziehen. Dennoch ist das Vorgehen aufgrund der Doppelfunktionen der Tastatur unkomfortabel. Schnell liegt man bei der Eingabe einer Taste daneben, der Bedienschritt muss rückgängig gemacht und wiederholt werden. Erschwert wird das Prozedere durch das Fehlen einer Statusanzeige, die Auskunft über den jeweils angewählten Parameter und eingestellten Wert gibt. Eine einfache dreistellige LED-Anzeige wäre hier eine große Hilfe.

Dies würde auch den Blick in die Bedienungsanleitung überflüssig machen, die mit dem Umfang von nur einer DIN-A4-Seite nicht gerade üppig ausfällt. Zudem fehlt in ihr neben der Beschreibung der ALL-NOTE-OFF-Funktion eine MIDI-Implementierung mit einer Liste der MIDI-Controller-Nummern. Vor allem Einsteiger ohne tiefgreifende MIDI-Kenntnisse werden hier im Regen stehen.

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