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Test
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20.05.2016

Empirical Labs Arousor Test

Kompressor-Plug-In

ELI aus der Dose

Der Distressor Kompressor aus den Hause Empirical Labs ist auf Grund seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und Flexibilität ein echter Studiostandard. Aber auch Live-Tonleute schwören auf ihn. Letztlich ist es aber ein Mono-Gerät und damit in der Stereoverwendung bestimmt kein Schnäppchen. Was liegt also näher, als die Essenz dieses Kompressors als Plug-In neu aufleben zu lassen?

Und das ist gar nicht mal so eine neue Idee, denn bereits der Fatso wurde als UAD Plug-In präsentiert. Überraschend ist nun, dass Empirical Labs das Plug-In selber heraus bringt. Wir haben das Public Pre Release bereits getestet und müssen sagen: Gute Sache, das! Erfahrt nun hier, warum das so ist.

Details

Verfügbarkeit, Installationshinweise und iLok 2

Das Empirical Labs Arousor Plug-In ist ein eigenständiges Kompressor-Plug-In, das viele Gene des Distressor Hardware Kompressor träg (Stichwort „Classic Knee“), ihn aber nicht gänzlich emulieren möchte.

Das Plug-In ist für die Formate AAX, VST2, VST3 und AU sowie für die Betriebssysteme Windows ( ab 7) und Mac OSX (ab 10.7) verfügbar. In beiden Fällen wird ein iLok 2 für den Kopierschutz benötigt, selbst für die Demo ist dieser notwendig.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch kein finales Release erhältlich, allerdings wirbt der Hersteller bereits mit einem Discount für Frühaufsteher. Man muss allerdings damit rechnen, dass eventuelle Einstellungen aus einem alten Projekt durch eine Anpassung der Funktionalität des Plug-Ins verloren geht. Das ist das Risiko. Sicherheitsfanatiker sollten also lieber mit dem Kaufen warten.

Aufgeräumte GUI, Geheimnisse unter der Motorhaube

Wer bereits mit einem Gerät aus dem Hause Empirical Labs gearbeitet hat, wird sich auch mit dem  „Hardware“-Look des Arousor Plug-Ins schnell anfreunden können. Stilprägend sind auf jeden Fall die vielen LED-Meter und die großen weißen Regler, welche nicht nur die feine Beschriftung der Originale beherbergen, sondern auch die Möglichkeit bieten, Werte direkt eingeben zu können. Best of both worlds, sozusagen.

In einem blumigen und ausschmückenden Pressetext lobt sich der Hersteller selbst dafür, wie aufwendig und teuer es gewesen sei, den Detector-Weg der Empirical-Gerätschaften zu modeln. Und das ist auch durchaus richtig, denn selbst bei einer Samplerate von 48 kHz sollte dieser knackig-scharf agieren. Über echte Details schweigt man sich indes aus, ich kann euch deshalb nur soviel verraten: Ja, das Ding ist auf Zack!

Unkompliziertes Design mit besonderen Raffinessen

Das Grunddesign des Arousor ist im Prinzip wie bei jedem anderen Kompressor auch: Input-(Threshold) und Output-Gain, Attack und Release, Ratio – und fertig sind die Basics. Obwohl, das stimmt nicht ganz: Mit „Rivet“ steht auch eine Brickwall-Ratio zur Verfügung, um Sounds konsequent und mit aller Härte gegen die Wand zu fahren.

AtMod Attack Modification Control

Hinzu kommen aber noch einige Besonderheiten! So gibt es die Möglichkeit, den Attack zu „shapen“, also die Attack-Hüllkurvenform nochmal zusätzlich und unabhängig von der diskreten Attack-Zeit zu bearbeiten und somit Transienten gezielt zu formen. Das nennt sich AtMod Attack Modification Control und funktioniert unkompliziert sowie gut.

Stufenlos regelbares Soft-Clip

Weiter geht es mit dem stufenlos regelbaren Soft-Clip Feature, womit Signale nicht nur dezent angeraut werden können, sondern auch vollständig „gebrutzelt“ werden können. Unterstützt wird das Ganze von einer vierfachen LED-Anzeige, die uns den aktuellen Klirr anzeigt und mit plakativen Wörtern begleitet („Warm“, „Hot“, „Toasty“, „Pinned“).

Low-Cut und EQ im Sidechain/Detector-Weg

Aber halt, das ist noch nicht alles! Ferner verfügt das Plug-In über einen umfangreich anpassbaren Sidechain-Weg, wobei das Detector-Signal zum einem zu den Tiefen hin beschnitten und zum anderen mit einem parametrischen EQ-Band zusätzlich modifiziert werden kann. Der Low-Cut nimmt die Beeinflussung der Bässe aus der Kompression, der EQ bietet auf Grund seiner Cut/Boost-Möglichkeit die Möglichkeit, die Abhängigkeit der Kompression von einem Frequenzbereich zu verringern und zu verstärken. 

Dry-Wet-Regler

Last but not least gibt es auch einen Blend-Regler zu vermelden, um auch die allseits beliebte Parallel-Kompression ohne Umschweife in der DAW realisieren zu können. Alles in allem sind das Features, die einem zeigen, dass die ELI-Entwickler keine Theoretiker, sondern Macher aus der Praxis sind. Hier ist nichts verspielt und die Bedienung auf den Punkt. Aber das ist nur die halbe Miete, wichtig ist ja vor allem, wie es klingt – und das hören wir uns in der Praxis an!

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