Bass
Test
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26.12.2017

Elrick Gold E-Volution 5 Test

Fünfsaitiger Bass

Edles aus Übersee!

Der Name Elrick mag Bassisten in Europa vielleicht noch nicht so geläufig sein wie die schwer angesagten amerikanischen Boutique-Schmieden Fodera, Sadowsky etc. In Sachen Sound und Qualität müssen sich die Elrick-Bässe aber sicherlich nicht hinter den Instrumenten der super prominenten Hersteller verstecken. Bereits seit 1993 fertigt Rob Elrick in seinem Workshop in Chicago hochwertigste Bässe komplett in Handarbeit. Für seine preiswertere Expat-Serie hat der erfahrene Gitarrenbauer Partner in Tschechien gefunden, die in der Lage sind, die aufwändigen und zeitintensiven Holzarbeiten nach seinen hohen Standards auszuführen. Für diesen bonedo-Test steht mir allerdings kein Bass aus tschechischer Produktion, sondern ein wunderschönes Instrument aus der sogenannten Gold-Serie des amerikanischen Elrick-Customshops zur Verfügung. Die Gold-Serie zeichnet sich durch angeschraubte Hälse aus und teilt sich in die drei Korpusformen Classic, E-volution und New-Jazz auf. Mein Test-Fünfsaiter besitzt die moderne E-volution-Korpusform und sorgt mit seinem atemberaubenden Buckeye-Burl-Top auf jeden Fall schon mal für Aufsehen. Doch ob der Sound des Elrick Gold E-volution 5 genauso beeindruckend ist wie seine Optik?

Details

Die E-volution-Korpusform fand nach den Modellen Classic und New Jazz Einzug in das Programm von Elrick und ist somit das jüngste Design der Edelbassschmiede. Für den Korpus meines Testbasses wurde super leichte Sumpfesche verwendet, sodass das komplette Instrument nur etwas mehr als 3,5kg auf die Waage bringt. Rob Elrick achtet prinzipiell sehr auf das Gewicht seiner Bässe - mein fliegengewichtiger Test-Fünsaiter stellt also keine Ausnahme dar, sondern liegt für Elrick-Verhältnisse eher im normalen Bereich.

Auf den Korpus wurde - abgesetzt durch zwei dünne Furniere - ein wild gemastertes Buckeye-Burl-Top geleimt, das dem E-volution seine spektakuläre und unverwechselbare Optik verleiht. Der Hals besteht aus einem Streifen Ahorn und trägt ein wunderschönes Griffbrett aus Vogelaugenahorn. Dieses wurde wiederum mit 24 Bünden im Medium-Format (+Nullbund) und seitlichen fluoreszierenden Orientierungspunkten bestückt.

Ein absolutes Design-Schmankerl sind die schwarz umrandeten Block-Inlays aus Buckeye-Burl, welche die Optik der Decke und der ebenfalls mit einem Buckeye-Aufleimer versehenen Kopfplatte auf geschmackvolle Art widerspiegeln - ganz großes Edelbass-Kino, würde ich sagen!

Die Halskonstruktion wurde schließlich mit fünf Schrauben am Korpus befestigt und sitzt bombenfest und ultra passgenau. Ein Besonderheit stellt dabei das sogenannte "Heel-Less"-Design dar: Der Absatz an der Halstasche verläuft nach hinten zurückgesetzt und ermöglicht damit einen völlig ungehinderten Zugang bis zu den höchsten Tönen.

Am Hals-Korpus-Übergang, oder genauer gesagt: unter dem Griffbrett, sitzt auch der Zugang zum Halsspannstab, der durch eine große Aussparung bequem justiert werden kann. Auf der anderen Seite endet der Hals in der Elrick-typischen, relativ großen und leicht nach hinten abgewinkelten Kopfplatte, die das elegante goldene Firmenlogo des Custom-Shops sowie fünf Stimmmechaniken trägt.

Damit sind wir in der Beschreibung auch schon beim Thema Hardware angekommen und werfen einen Blick auf die noble Ausstattung des Elrick-Fünfsaiters. Wie viele andere Boutique-Marken auch verlässt sich Rob Elrick bei der Hardware auf das Know-How von etablierten Herstellern und verbaut deren bewährte Komponenten.

Die Stimmmechaniken stammen von amerikanischen Hardware-Spezialisten Hipshot. Elrick verwendet hier die Ultralite-Modelle, um das Gewicht an der Kopflatte so gering wie möglich zu halten. Beim Thema "Bridge" haben wir es zwar mit einem Custom-Design von Elrick zu tun, doch als Hersteller desselben entpuppt sich ebenfalls Hipshot. Die Konstruktion ist fast identisch mit dem regulären A-Style-Modell von Hipshot, bei der Elrick-Version sind allerdings die Saitenabstände nicht justierbar, sondern auf 19mm fixiert.

Ein weiterer Traditionshersteller aus den USA liefert die Tonabnehmer und die Elektronik für die meisten Elrick-Bässe: beides stammt in der Regel von Bartolini. Optional sind aber auch Aero-Pickups und Aguilar-Preamps erhältlich. Bei meinem Testexemplar wurden zwei Soapbar-Pickups von Bartolini verbaut, die ihr Signal an die Dreiband-Elektronik NTMB+F aus demselben Hause weiterleiten.

Am Bass wird die Elektronik mit insgesamt fünf Reglern mit dem Aufbau "Lautstärke/Balance/Höhen/Mitten/Bässe" bedient. Über dem Bassregler sitzen zudem zwei Schalter: Mit dem vorderen kann die Einsatzfrequenz des Mittenreglers gewählt werden (250 Hz, 500 Hz, 800 Hz), und der nachfolgende Schalter ist für die Deaktivierung des Preamps zuständig. Der Bass kann also auch rein passiv gespielt werden, falls die Batterie beim Gig überraschend den Geist aufgeben sollte oder weil man den Sound im passiven Betrieb ganz einfach bevorzugt.

Leider verfügt meine Testbass nicht über eine Tonblende, mit der man die Höhen auch im passiven Betrieb abdämpfen könnte. Sowohl die Elektronik als auch die Batterie sind in einem super ordentlichen Fach auf der Rückseite des Basses untergebracht. Für die Abdeckung hat sich Rob Elrick abermals ein besonderes Design-Detail ausgedacht: die großzügige Holzabdeckung für das Fach wurde aus der Korpusrückseite geschnitten, sodass die Maserung mit der Korpusmaserung übereinstimmt.

Anhand solcher Details wird für mich sehr deutlich, dass Rob Elrick ein Perfektionist ist, der keine Mühe scheut. Kein Wunder also, dass auch die Verarbeitung meines Testexemplars absolut perfekt ist: Sämtliche Shapings der Holzkonstruktion verlaufen super weich, das matte Satin-Finish weist keinerlei Unregelmäßigkeiten auf, und die Bünde wurden perfekt abgerichtet, poliert und an den Enden für ein geschmeidiges Spielgefühl sauber abgerundet - absolute Weltklasse!

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