Keyboards Hersteller_Elektron
Test
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08.06.2020

Praxis

+Drive Standard

Der Elektron Sequenzer zählt meines Erachtens nach zum Besten was die elektronische Musikwelt zu bieten hat und der Model:Cycles macht da keine Ausnahme – im Gegenteil: Parameter-Locks (Automation) machen bei einem Drum-Synth einfach noch mehr Spaß als bei einem Drum-Sampler! 

Jedes Pattern beinhaltet hier also somit sechs Tracks und bis zu 70 Presets. Jedes Pattern kann außerdem bis zu 64 Steps lang sein und mit anderen gechaint werden. Pro Projekt können dann 16 Pattern á sechs Banks (A-F) – gleich 96 in Summe – organisiert werden. Projekte kann es bis zu 96 geben. Über Speicherplatz für seine kreativen Ideen muss man sich also keine Gedanken machen.

Als simpler MIDI-Sequenzer (Note, Velocity und Length) taugt der Cycles zwar auch – besondere MIDI-Machines für weitere CCs gibt es hier aber nicht.

Intuitiv und straight-forward

Die simple Bedienung ist dem schnellen Erzeugung von Rhythmen und Basslines sehr zuträglich und für jeden mit nur etwas Elektron-Erfahrung im Nu erlebbar. Im folgenden Video ging es mir besonders darum die klanglichen Möglichkeiten der verschiedenen Drum-Algorithmen grob aufzeigen, um so einen Überblick über die klanglichen Potenziale zu vermitteln. Einen spontanen Mini-Jam gibt es ab Minute 8.

Den Chord-Algo habe ich indes etwas unterschlagen: Zum einem bin ich generell mit ihm nicht so richtig warm geworden, zum anderen habe ich mich im Video zusätzlich mit der Gain-Struktur verzettelt. Da muss man wirklich aufpassen, besonders der Master geht beherzt zu Werke – oder ich bin zu grob, sucht es euch aus. Für Dub-Sounds ist Chord aber durchaus ein Zugewinn. Lediglich ein "Clap-Machine" hab ich schmerzlich vermisst.

Klasse Sounds

Kick, Metal, Percussion und Tone für Basslines gefallen mir jedenfalls ausgesprochen gut, die Snare könnten hingegen ein/zwei Parameter mehr vertragen. Alle zusammen bieten soliden Techno-Flavour, und sind eher 909 als 808, wenn ihr versteht. In dem Zusammenhang ist die etwas umständliche Art und Weise Kits zu laden zu erwähnen, zumal meine Testversion generell recht Preset-arm war, vielleicht geht da mit mehr Feingefühl auch viel noch mehr, wer weiß. 

Ich für meinen Teil fand jedenfalls das dem Cycles brachialere Sounds besonders gut liegen und diese trotzdem kristallklar, ziemlich druckvoll und auch knackig spielen. Er klingt außerdem ziemlich „Production-ready“ und ich hatte nicht das Gefühl einen Kompressor nachschalten zu müssen.

Aufpassen muss man wirklich nur mit der Gain-Struktur, denn digitale Sättigung klingt ja eher nicht so geil. Reverb und Delay sind übrigens auch gut verortet und es macht eine Menge Freude mit deren Artefakten zu spielen. Alles in allem macht das den Cycles zu einer wirklich tolle Kiste.

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