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09.07.2018

Eine Snaredrum - vier verschiedene Sounds

Die Ludwig Acrolite - ein Alleskönner?

Mike Dawson ist vielen Schlagzeugern als Managing Editor des renommierten Modern Drummer Magazins ein Begriff. Neben seiner journalistischen Tätigkeit ist er natürlich auch aktiver Profi-Drummer und bekennender Gear-Nerd. Diese Mischung kommt uns hier in der Redaktion mehr als bekannt vor. :-)

Auf seinem eigenen YouTube-Kanal hat er kürzlich ein interessantes Video mit vier Ludwig Acrolites in unterschiedlichen Stimmungen veröffentlicht, das einen ausgezeichneten Eindruck verschafft, warum so viele Drummer auf diese Snare schwören.

Was hat es mit dieser Acrolite auf sich?

Die Acrolite, die erstmals im Jahr 1963 zu einem erschwinglichen Preis angeboten wurde, galt als ein „Student Model“ und war im Prinzip eine abgespeckte Supraphonic. Sie wurde mit einem Case, samt Stativ und Lehrbuch ausgeliefert und war damit prädestiniert für viele heranwachsende Drummer, die so in den Genuss einer ersten eigenen Snaredrum kamen. Bei ambitionierten Drummern wurde die Snare im Laufe der Jahre oft durch höherpreisige Modelle ersetzt, die die scheinbar minderwertige Acrolite ersetzten. Deshalb sind viele gebrauchte Modelle aus dieser Zeit auch heute noch recht günstig zu finden. Mit der Zeit erkannten aber auch einige Top Drummer, dass die Acrolite nicht nur eine gute Anfänger-Snare, sondern ein besonders variables Instrument ist, das der Supraphonic, seinem großen Bruder, zumindest klanglich in nichts nachsteht. Besonders im Studio ist die Variabilität einer Snare natürlich sehr gefragt. Steven Wolf, Studiodrummer für Alicia Keys, Beyonce, Aretha Franklin und viele mehr, behauptet sogar in mehreren Interviews, dass er alle Snaresounds, die er für seine Major-Produktionen benötigt, mit Acrolites abdecken kann. Über die Jahrzehnte sind verschiedene Ausführungen des Kessels in fünf Zoll Tiefe entstanden. Grundsätzlich ist der Kessel nahtlos aus Aluminium gefertigt, mit einer in der Mitte liegenden Sicke versehen und 1,6 Millimeter dick. Anfangs wurde er eloxiert und mit einer dadurch entstehenden, wenige Mikrometer dünnen Schutzschicht umhüllt. Die spätere Pulverbeschichtung aus den Siebziger- und Achtzigerjahren variierte in der Dicke, wodurch die Obertöne des Kessels etwas beeinflusst wurden. In den Neunzigerjahren wurde die Acrolite mit dem Black Galaxy Finish ausgeliefert, die dadurch oft auch als „Blacrolite“ beschrieben wird.

Die Grundausstattung des Kessels ist, bis auf wenige Ausnahmen, die den Klang nicht beeinflussen, gleich geblieben. Am 14“x5“ Modell sind seit eh und je acht Classic Lugs verbaut, die mit insgesamt 16 Stimmschrauben die dreifach geflanschten Stahlspannreifen halten. An den Snares ist jeweils ein Innendämpfer angebracht, der mit einem einfachen Schraubmechanismus auf der Außenseite des Kessels festgezogen werden kann. Über die Jahre änderte sich auch hin und wieder das Design des Dämpfers, nicht jedoch seine Funktionsweise und Wirkung. Ebenfalls geändert hat sich immer wieder das Badge, das damit die jeweilige Ära markiert. In den Sechzigerjahren wurde die Snare noch mit dem P83 Strainer ausgeliefert, der später von der teilweise leidlich funktionierenden P85 Abhebung ersetzt wurde. Seit den Neunzigerjahren ist die Acrolite auch in 6,5 Zoll Kesseltiefe mit zehn Classic Lugs erhältlich. 

Von dieser Ausführung geistern auch Prototypen aus den Sechzigerjahren zu horrenden Sammlerpreisen durch das Netz. Warum die Snare, wie die Supraphonic, nicht schon damals in der alternativen Kesseltiefe angeboten wurde, ist nicht bekannt. Auch diese beiden Modelle hat Michael Dawson gegeneinander ausgespielt. Hier hört und seht ihr die Acrolite in 5 und 6,5 Zoll Tiefe in verschiedenen Stimmungen:

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