Gitarre Hersteller_Earth_Quaker_Devices
Test
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09.09.2019

Praxis

Für den Praxisteil wird der Plumes vor einen Sovtek MIG-50 geschnallt. Der Amp ist unverzerrt eingestellt und läuft über eine Marshall 4x12 Box (Celestion G12M), die mit einem Neumann TLM 103 abgenommen wird.
Wir starten zuerst einmal mit den klanglichen Auswirkungen der drei unterschiedlichen Clipping Modes. Das Pedal greift nicht sehr stark ins Frequenzgeschehen ein, wenn der Tone-Regler in der Mitte steht und man den ersten Modus angewählt hat. In der Gainstruktur unterscheidet er sich auch nicht allzu sehr von Mode 2. Der zweite Modus hat aber etwas mehr obere Mitten, klingt dadurch frischer und offener. Auch die dynamische Steuerung des Zerrgrades ist beim Mode 2 etwas feinfühliger. Beide Modes haben ordentlich Power, Unity Gain mit dem Bypass-Signal liegt mit dem Level-Regler bei 10 Uhr. Mode 3 komprimiert stärker, hat etwas weniger Pegel (Unity Gain bei 12 Uhr) und liefert eine Ecke mehr Verzerrung.

Im direkten Vergleich zum Tube Screamer liefert der Plumes einen etwas dreckigeren, grobkörnigeren Zerrsound und liegt irgendwo zwischen Tube Screamer und den Nachfahren des Boss OD-1. Jedenfalls macht er eine sehr gute Figur vor dem unverzerrten Amp und bietet mit dem Gain-Regler eine große Bandbreite im Zerrgrad. Das geht von leichter Übersteuerung bei Linksanschlag bis zum kernigen Mid-Gain-Sound bei voll aufgedrehtem Gain, und alles über den Regelweg sehr gleichmäßig dosierbar. Auch die Wirkungsweise des Tone-Reglers gefällt mir sehr gut - weit aufgedreht ist er schon scharf, aber nicht so, dass es in den Ohren klingelt. Nimmt man ihn zurück, wird der Bassbereich etwas kräftiger, aber es wird nicht so muffig wie bei anderen Overdrive-Pedalen mit einem einzigen Tone-Regler.

Der Plumes sorgt für variationsreiche Brot-und-Butter-Overdrivesounds mit dem typischen Charakter einer rauchigen Röhrenverzerrung, der gerne bei hohem Gain und tiefen Tönen auch etwas in Richtung Fuzz klingen kann. Mir persönlich gefällt der Mode 2 durch seinen frischen und offenen Ton am Besten, aber da hat mit Sicherheit jeder andere Vorlieben und kann auch entsprechend bedient werden. Die dynamische Ansprache ist ausgezeichnet, der Zerrgrad lässt sich wunderbar über den Anschlag oder auch Aktionen mit dem Volume-Poti an der Gitarre steuern, und bei hohen Zerrgraden ist die Saitentrennung immer noch gewährleistet, es klingt nicht undefiniert oder matschig. Hier sind ein paar Beispiele:

Jetzt geht es ans Zusammenspiel mit einem bereits verzerrten Amp, denn das ist ja auch das Kerngeschäft von Pedalen wie dem Tube Screamer. Dafür steht ein Marshall SLP100 bereit, der auf einen knackigen Overdrive-Sound eingestellt ist. Mit dem Plumes sieht das Ganze richtig gut aus, durch die Pegelreserven im Pedal kann man dem Marshall ordentlich Feuer geben, auch hier ist der Mode 2 mein Favorit. Es klingt einen Hauch klarer, egal, ob man den Gain weit heruntergedreht hat oder noch für eine zusätzliche Schippe Dreck mit hinzunimmt. Das Rauschen hält sich dabei auch in Grenzen. Ihr hört jeweils zuerst den Amp ohne Plumes, dann mit aktiviertem Pedal.

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