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Test
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19.10.2019

Dynaudio Core 47 Test

Aktiver 3-Weg Studiomonitor mit DSP

Power wie Core 59, kompakt wie Core 7 ?!

Dynaudio Core 47 im Test – Dynaudio haut raus! Erst vor kurzem haben wir die sehr guten, aber auch sehr großen Dynaudio Core 59 getestet. Neben diesen aktiven und 25 kg schweren Dreiwege-Studiomonitoren haben wir auch die kleine Zweiwege-Version Core 7 zum Review gehabt. Beide überzeugten mit einem ausgewogenen, analytischen Klangbild, reichlich DSP-Filtern sowie analogen und digitalen Eingängen. 


Jetzt liefert Dynaudio nach und ergänzt das Portfolio um einen dicken, 40 kg schweren Sub sowie eine weitere Nahfeldmonitor mit drei Wegen namens Core 47.

Details

Drei Wege

Die Dynaudio Core 47 ist ein aktiver Dreiwege-Studiomonitor mit digitalen und analogen Eingängen. Die Nomenklatur der Serie verrät, dass der Woofer sieben Zoll und der Mitteltöner vier Zoll groß ist. Der Gewebe-Hochtöner ist wie bei allen Modellen der Serie ein Zoll groß.

Zwischen Core 59 und Core 7


Die Core 47 wiegt 15,1 kg und misst 390 x 240 x 355 mm. Damit ist sie ein deutliches Stück leichter als die Core 59 mit ihren 25 kg, aber nur unwesentlich größer als die Core 7. Die Dynaudio Core 47 ist horizontal orientiert, weshalb auch je eine Version für die rechte und linke Seite existiert. Das ist bei der vertikalen Core 7 und der Core 59 mit drehbarem HF/Mid-Teil nicht der Fall.

Kompakt, aber mit voller Leistung


Die aktive Bauweise des Dynaudio-Studiolautsprechers erfordert drei Class-D-Endstufen, welche jeweils 500 Watt an den Tieftöner, 500 Watt an den Mitteltöner und 150 Watt an den Tweeter liefern, und ermöglicht einen maximalen Schalldruck von 112 dB im schalltoten Raum. Das ist – zumindest auf dem Papier – identisch zur Core 59, was leider auch für die fehlenden Angaben zum Messverfahren gilt. Getrennt wird allerdings etwas weiter oben und zwar bei 475 Hz und 5,25 kHz. Die Core 59 wiederum trennt bei 385 Hz und 5 kHz, hat aber auch größere Treiber.


Die Unterschiede beim Übertragungsverlauf fallen ebenfalls gering aus. Mit den bezifferten 44 Hz bis 27000 Hz bei ±3 dB liegt die untere Grenzfrequenz damit gerade mal 2 Hz höher als bei der Core 59. Das ist für einen für seine Verhältnisse doch sehr kompakten Bassreflex-Lautsprecher durchaus bemerkenswert. Der Port ist als vertikaler Schlitz ausgeführt und befindet sich, wenn man den Aufstellungshinweisen folge leistet, im Stereo-Dreieck innen. 

Versteiftes MDF-Gehäuse


Das dunkelgraue MDF-Gehäuse vermittelt einen äußerst robusten, steifen Eindruck und verfügt an jeder Seite über Einkerbungen, um die mitgelieferten Gummifüße einzukleben. Es ist zwar nicht unbedingt zu empfehlen, doch trotzdem lassen sich die Speaker auf jeder Seite und auch vertikal aufstellen. Hinzukommen VESA-Öffnungen zur Montage mit Wandhalterungen oder dergleichen.

Digitales Inneres mit „Real-World-Filtern“


Dynaudios gesamte Core-Serie verfügt über analoge XLR-Eingänge und digitale AES3-Eingänge. Ein Digital Out ermöglicht die serielle Verschaltung eines Paares für AES-Single-Wire, eine Wordclock kann zusätzlich via BNC zugeführt werden. Alle Monitore unterstützen die folgenden Samplerates mit 24 Bit: 32, 44,1 48, 96 und 192 kHz. Im analogen Betrieb läuft der DSP immer mit 192 kHz.


Eine Wandlung der Samplerate findet nicht statt. Der 32-Bit DSP von Analog Devices clockt sich immer auf den digitalen Input und lädt für jede Samplerate sogar ein anderes IIR-Filter, was dann mit dem Eingang gefaltet wird. Die Latenz ist minimal und die Filter können deutlich komplexer auf die Realität reagieren, anstatt nur ein simples mathematisches Modell zu nutzen. Dynaudio nutzt zur Erstellung der 64-Bit-Filter („Double Precision“) einen eigenen, „Jupiter“ genanten Messraum der Größe 13 x 13 x 13 m.

Die Filterkurven sind pragmatisch ausgelegt und vom Anwendungsfall her bei der gesamten Serie gleich: Es gibt einen Sound-Balance-Regler (dark, neutral, bright) und zwei Position-Regler (Anechoic, Desk, Soffit und Free, Wall, Corner). Konkret arbeiten die Filter pro Speaker aber durchaus anders, um sich auf die tatsächliche Physik der Boxen einzustellen. Das ist ein entscheidender Unterschied zu den meisten Filtern einer Speaker-Serie! 

Hinzu kommt ein High-Pass für den Subwoofer-Betrieb (Full, HP), Kanalwahl für den digitalen Eingang (Left, Right), der Powermode (On, Standby) sowie zwei Sensitivity-Regler zur Pegelanpassung. Einen Hauptschalter sucht man vergebens, die Einschaltverzögerung erlaubt aber den Anschluss an eine Mehrfachsteckdose. Die USB-Buchse ist nur für Service-Zwecke vorgesehen, eine Kalibrierungssoftware für Anwender gibt es nicht.

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