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Workshop
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27.01.2014

Drum Play-Alike - Drumsolo #1 - John Bonham

Schlagzeugsolo spielen wie Bonzo in Led Zeppelins "Moby Dick"

Drum Workshop mit Audio- und Notenbeispielen

Hier bei bonedo könnt ihr online Schlagzeugsolos spielen lernen wie die großen Rock-Trommler. Dieses Mal geht es im Solo-Workshop um die Spielideen von John Bonham, Drummer bei Led Zeppelin von 1968 bis zu seinem Tod im Jahr 1980. Led Zeppelin verkauften 300 Millionen Platten und gelten bis heute als eine der größten Bands der Rockgeschichte. Zu ihrem Sound hat maßgeblich John „Bonzo“ Bonham durch sein wildes Dampfmaschinen-Drumming beigetragen.

Moby Dick Drumsolo

Das Grundpattern 

Im Song Moby Dick zeigte Bonham, wie ein gutes Schlagzeugsolo zu klingen hat. Er benutzte häufig ein einfaches Pattern, das aus drei Schlägen bestand, zwei mit den Händen auf den Toms und einem Schlag auf der Bassdrum.

Übt die Figur in einem langsamen Tempo und versucht, immer exakt den gleichen Abstand zwischen den einzelnen Schlägen einzuhalten. Tretet zusätzlich die Hi-Hat zeitgleich mit der rechten Hand. Mit der Hi-Hat kommen wir auch schon zu einer weiteren speziellen Eigenart des Bonham-Sounds. Er hatte einen Schellenring an seinem Hi-Hat-Stativ montiert. Dadurch war der getretene Chick-Sound auch in einer lauten Bühnensituation gut zu hören. 

Tipp: Wenn ihr nur einen Handschellenring habt, legt ihn einfach auf das obere Hi-Hat-Becken und es klingt beim Spielen fast so, als würde noch ein Percussionist mittrommeln.

Steigert in kleinen Schritten das Tempo. Hier seht und hört ihr die Figur als Sechstole.

Verteilung auf dem Set

Jetzt ist eure Kreativität gefragt. Behaltet die Schlagabfolge bei, aber verteilt die Schläge der Hände auf dem Drumset. Wandert über eure Trommeln und Becken. Dabei werdet ihr schnell merken, welche Verteilungen euch am meisten liegen. Hier ein Beispiel von mir:

Fuß-Ostinati

Ein weiterer Bestandteil von Bonzos Soli waren die Fuß-Ostinati. Ein Ostinato ist eine sich stetig wiederholende musikalische Figur. In diesem Fall spielt ihr Sechzehntel mit den Füßen, zuerst die Hi-Hat und dann die Bassdrum.

Im dritten Takt kommt die Snare hinzu. Achtet darauf, dass die rechte Hand mit dem linken Fuß und die linke Hand mit dem rechten Fuß exakt zeitgleich gespielt wird, sonst klingt es unsauber.

Die gleiche Figur hört ihr im nächsten Sound-Beispiel im Triolen-Feeling. In diesem Feel werden als Achtel oder Sechzehntel notierte Unterteilungen beim Spielen wie Triolen oder Sechstolen behandelt.

Zum Beispiel werden aus den Zählzeiten „Eins“ und „Eins+“ im Triolen-Feeling der erste und der dritte Achteltriolenschlag. Der zweite Schlag wird nicht gespielt.

Bei Sechzehnteln funktioniert es folgendermaßen:

Die erste Sechzehntelnote fällt zusammen mit dem ersten Sechstolenschlag. Das zweite Sechzehntel wandert auf die dritte Sechstole, das dritte Sechzehntel liegt auf dem vierten Sechstolenschlag und das vierte Sechzehntel auf der sechsten Sechstole.

Das Triolen-Feeling nennt man auch Shuffle. Shuffelt man das letzte Beispiel, ergibt sich Folgendes:

Diesen Bonham-Shuffle könnt ihr im nächsten Beispiel in einem schnelleren Tempo und mit Akzenten auf der Snare hören.

Dem folgenden Akzentpattern liegt als eine weitere Variation ein Dreier-Grouping zugrunde, bei dem jeweils der erste – und zeitweise der dritte – Snareschlag von drei Noten hervorgehoben ist.

Seid ihr neugierig geworden und wollt mehr über Groupings erfahren? Dann seht euch am besten den bonedo-Workshop Groupings am Drumset #1-Dreiergruppe an.

Single-/Double Stroke Kombinationen

Im folgenden Abschnitt geht es um Single-/Double-Stroke-Kombinationen. Bonham kannte sich sehr gut mit Rudiments aus und mischte gekonnt Single- und Double Strokes. Im Folgenden stelle ich euch einige typische Beispiele vor.

Tipp: Wiederholt die nächsten Übungen regelmäßig, um eure technischen Fähigkeiten in dieser Hinsicht zu verbessern.

Während der ersten beiden Takte spielen die rechte Hand und der linke Fuß Achtelnoten. Auf den Zählzeiten „Eins+“ und „Vier+“ wird aus dem Single- ein Double Stroke. Tretet direkt hinter dem Double Stroke die Bassdrum. Im dritten und vierten Takt hat die Bassdrum mehr zu tun. Sie ergänzt alle Schläge zum Shuffle, und in Takt fünf und sechs spielt ihr den kompletten Bonham-Shuffle mit zusätzlichen Double Strokes.

Hier hört und seht ihr eine Kombination aus dem Dreiergruppen-Akzentpattern und der vorherigen Single-/ Doublestroke-Übung:

Im letzten Beispiel lernt ihr einen Handsatz kennen, der perfekt auf das Fuß-Ostinato passt. Akzentuiert die durchgehenden Sechstolen in den ersten beiden Takten. Spielt danach die Akzente auf den Toms.

Jetzt habt ihr einige Patterns kennen gelernt und konntet dadurch eure Sammlung an Fills vergrößern.

Drumsolo im Moby Dick Style

Im nächsten Schritt könnt ihr anfangen, diese frei zu kombinieren. Für das letzte Beispiel habe ich die Patterns zu einem Solo zusammengefügt.  Beachtet den Aufbau des Solos: Am Anfang habe ich eher wenige Schläge gespielt und zum Ende hin die Geschwindigkeit gesteigert.

Baut jetzt euer eigenes Schlagzeugsolo zusammen. Seid kreativ und entwickelt eigene Ideen, mischt sie mit denen von John Bonham. Wenn ihr von nun an aufgefordert werdet, ein Solo zu spielen, könnt ihr freundlich nicken und dann so dermaßen loslegen, dass eure Zuhörer garantiert keine weiteren Fragen mehr haben.

 

Tipp: Hier geht es zurück zur Übersicht mit allen Play-Alike Folgen.

 

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