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11.11.2018

DPA d:screet 6060 / DPA d:fine 6066 Test

Headset- und Lavaliermikrofon

Neue Kapsel, neues Glück

DPA d:screet 6060 und DPA d:fine 6066 im Test – DPAs d:fine-Headsetmikrofone gelten quasi als Industriestandard im Broadcast, bei anspruchsvollen Musicalproduktionen und im Livebetrieb. Nun hat der dänische Hersteller noch einen draufgesetzt und mit dem DPA d:fine 6066 ein Miniaturmikrofon vorgestellt, das nicht nur einen überarbeiteten Kopfbügelmechanismus, sondern auch über eine brandneue Kapsel verfügt.

Wir konnten das Mikrofon zusammen mit der Lavalier-Variante unter Studiobedingungen akribisch unter die Klanglupe nehmen. Während bei der Kapsel der bekannten DPA-Headsets, aber beispielsweise auch beim DPA d:vote 4099 Instrumentenmikrofon-System eine viereckige Membran zum Einsatz kommt, weist DPAs Neuentwicklung wieder ein rundes Diaphragma auf – wohl um die noch weitergehende Miniaturisierung erst zu ermöglichen.

Wir haben im Rahmen eines Besuchs in Dänemark bei DPA Einblick in die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten und die Herstellung der winzigen Mikrofone bekommen. Zudem konnten wir interessante Gespräche führen und tolle Fotos schießen: Der komplette DPA-Bericht.

Details

Lieferung im Softbag mit Spiegel

Auch die neuen DPA-Headsets werden in formschönen Softbags geliefert, die nicht nur den empfindlichen Kopfbügel mit einem ausgeklügelten Halterungssystem sicher verstauen, sondern in einem Extrafach auch dem XLR-Speiseadapter und den mitgelieferten Windschutzaufsätzen Platz bieten. Als besonderes Gimmick ist in den Deckel des Köfferchens ein kleiner Spiegel integriert, der von zwei Bildchen flankiert wird, die eine richtige und eine falsche Positionierung des Headsets am Kopf darstellen. Hier kann man also direkt den korrekten Sitz des DPA-Mikrofons kontrollieren – klasse!

Kapsel im Zylinder

Bereits das bekannte Miniaturmikrofon DPA d:fine 4266 hatte eine rekordverdächtig kleine Kapsel, um beim angestrebten Einsatz im Broadcast- und Theaterbereich eine möglichst unauffällige Positionierung zu gewährleisten. Der Schallwandler der neue Modelle d:fine 6066 (Headset) und d:screet 6060 (Lavalier) bricht diesen Rekord mit lediglich drei Millimetern Durchmesser nochmals. Seine Kapsel steckt in einem messingfarbenen Metallzylinder, der tatsächlich nur noch gut halb so groß ist wie der bisherige Schallwandler. Das Gehäuse ist an der Vorderseite perforiert und soll einen mindestens ebenso wirkungsvollen Schutz gegen Wind und Feuchtigkeit bieten, wie das aus den bisherigen Modellen bekannte Siebgeflecht. Für diesbezüglich besonders kritische Einsätze liegt dem Mikrofon zusätzlich ein Schaumstoffaufsatz bei. Der Zylinder lässt sich zu Reinigungszwecken nach vorne abziehen und rastet beim Wiedereinsetzen mit einem deutlich fühlbaren Klick wieder sicher in seine Position. Es ist wirklich faszinierend, mit welcher Präzision DPA selbst in dieser Miniaturisierungsstufe noch fertigt.

Klanglich soll sich das neue Headset nur wenig vom bisherigen Modell unterscheiden, allerdings verspricht der Hersteller eine noch sauberere Wiedergabe als beim bekannten Modell – laut vollmundiger Werbeaussage sollte das „beste Headset der Welt“ geschaffen werden. Da haben wir es uns selbstverständlich nicht nehmen lassen, das d:fine 6066 im Studio einem ausführlichen Klangvergleich zum bekannten d:fine 4266 zu unterziehen.

DPA d:screet 6060 und d:fine 6066: Materialien und neues Finish

Sowohl die Kapsel als auch der Kopfbügel des neuen DPA-Mikrofons bestehen aus robustem, rostfreiem Edelstahl, wobei die Oberfläche mit mattem PVD behandelt wurde. Das Kürzel „PVD“ steht für Physikal Vapor Deposition, was zu deutsch physikalische Gasphasenabscheidung bedeutet. Darunter versteht man ein Verfahren, mit dem sich extrem dünne und dennoch äußerst widerstandsfähige Farbschichten realisieren lassen. Die Mikrofone sind bisher in beige und schwarz erhältlich, wobei die beigen Modelle wie gesagt mit messingfarbenem Kopfbügel und Kapsel daherkommen. Die PVD-Beschichtung ist reflexionsfrei, sodass die neuen Headsets zusammen mit der weiter fortgeschrittenen Miniaturisierung noch unauffälliger sind als die bisherigen Modelle.

Durch die wasserabweisende Beschichtung, eine doppelt vergoldete Membran und sorgfältige Abschirmung des im Mikrofon integrierten Vorverstärkers wird erreicht, dass das d:fine 6066 gemäß Schutzklasse IP58 gegen Wasser- und Staubeinflüsse resistent ist.

Kabel, Stecker und technische Daten

DPA verwendet bei den Modellen d:fine 6066 und d:fine 6060 die gleichen robusten 1,6 mm dicken Kabel, die auch bei den anderen Miniaturmodellen des Herstellers zum Einsatz kommen. Die fest mit der Mikrofonkapsel verbundenen Strippen enden nach 1,2 m Länge mit dem bekannten Microdot-Schraubverbinder, an den das XLR-Speiseteil angeschlossen wird, das die vom Mikrofonpreamp zugeführte 48V-Phantomspeisung in 5V-Speisespannung für die Kondensatorkapsel umwandelt. Darüber hinaus sind auch die neuen DPA-Mikrofone in unterschiedlichen Versionen mit Steckverbindern für die verschiedenen Funksysteme der bekannten Hersteller wie Sennheiser oder Shure erhältlich.

Der Frequenzgang des d:fine 6066 wird reicht von 20 Hz bis 20 kHz angegeben und besitzt einen leichten Boost von 4 dB von 8 bis 20 kHz. Die sonstigen technischen Daten entsprechend weitestgehen denen der älteren Modell: Max. SPL liegt bei 144 dB, die Empfindlichkeit bei 6mV/Pa. Vor allem angesichts der nochmals wesentlich verkleinerten Kapsel kann das nur als sensationell bezeichnet werden. 

Das Lavaliermikrofon ist als DPA d:screet 6060 ist mit max. 134 dB SPL und 20 mV/Pa empfindlicher, das ebenfalls erhältliche DPA d:screet 6061 weist die gleichen Daten wie das Headsetmikrofon auf.

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