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17.07.2020

Die beste DJ-Software: Profi-Programme wie Serato, Traktor, Rekordbox und Virtual DJ im Vergleich

Die wichtigsten DJ-Programme von Pioneer, Native Instruments, Mixvibes und Co. im Überblick

In diesem Überblick möchten wir die wichtigsten DJ-Programme vorstellen und einen Vergleich über den gebotenen Funktionsumfang geben. Die meisten Programme sind schon etliche Jahre auf dem Markt und haben ihre Praxistauglichkeit unter Beweis gestellt. Viele Funktionen wie Beatgrids und eine automatische Synchronisation sind praktisch in allen Software-Lösungen enthalten, auch FX und Sample-Player haben Programme wie Traktor, Serato, Djay und Co. zu bieten. Controller-Unterstützung lassen sie ebenfalls nicht vermissen.

Worin unterscheiden sie sich also und welche DJ-Software (zum Testmarathon) ist im Einzelfall die beste für die jeweilige Zielgruppe?

Die beste DJ-Software Quick Facts

Die wesentlichen Unterschiede zwischen den bekannten DJ-Programmen sind meist im Bereich der kreativen Ausstattung sowie der unterstützten und manchmal auch obligatorischen Hardware zu finden. Einige Programm wenden sich eher an Einsteiger, andere an Profi-DJs und/oder Scratch-Profis, andere verstehen sich hingegen als Speziallösungen für mobile DJs und bieten neben der kreativen Standardausstattung visuelle Zusatzfunktionen. Dieser Artikel erläutert die Stärken und Schwächen der Protagonisten. Am Ende dieser Übersicht findet ihr zudem eine Vergleichstabelle, der ihr die wesentlichen Unterschiede schnell und einfach entnehmen könnt.

Rekordbox 6

Die Software Rekordbox war ursprünglich zur alleinigen Vorbereitung von USB-Datenträgern in Kombination mit Pioneer DJ Mediaplayern gedacht. Es diente im Wesentlichen zur Organisation und Analyse der Songs und generierte Wellenformen. Zudem ließen sich Hotcue-Punkte und Loops setzen. Die Software wurde später zu einem vollständigen DJ-Programm aufgerüstet. Hersteller Pioneer DJ hat jüngst die sechste Version der Software veröffentlicht und ein komplett neues Lizenzmodell eingeführt, das die drei Ausprägungen Free, Core und Creative umfasst. Die kostenlose Free-Version dient nach wie vor zum Vorbereiten und Exportieren von Tracks, die mit den Mediaplayern gespielt werden sollen (Export Modus) und bietet DJ-Basic-Funktionen (Performance Modus), die sich mit der Maus bedienen lassen. Besitzt man ein qualifiziertes Pioneer DJ Gerät wie einen DDJ-1000, DDJ-RZX etc. so fungieren diese als Hardware-Dongle, schalten eine Vielzahl Funktionen frei und können zur Steuerung des Programms genutzt werden. Verwendet man eine Pioneer DJ Hardware, die nicht zu den qualifizierten Geräten zählt, muss mindestens das Core-Abo für 9,99 Euro pro Monat abgeschlossen werden oder das Creative-Abo für 14,99 Euro/Monat, wenn der komplette Funktionsumfang gewünscht wird. 

Rekordbox erlaubt das Auflegen mit bis zu vier Decks und bietet Hotcue-Punkte sowie Loops. Die Effekte sind in Sound Color FX, Beat FX und Release FX unterteilt und zusätzlich gibt es auch Effektketten als Pad FX. Die Organisation der Songs findet in einem Songarchiv statt, hier hilft die Funktion „Passende Tracks“ beim Auffinden von Titeln. Rekordbox 6 unterstützt die Promoplattform Inflyte sowie die kostenpflichtigen Streaming-Dienste Soundcloud Go+ und Beatport. Für kreative Spielereien lassen sich Songs mit den Pads transponieren und Samples einwerfen und neben einer Controller-Steuerung wird auch DVS unterstützt. Rekordbox erlaubt das Aufnehmen von DJ-Sets und die Veröffentlichung von Playlisten in Echtzeit über die Dance-spezifische Social-Media-Plattform KUVO. Interessant ist außerdem die integrierte Ansteuerungsfunktion für DMX-Interfaces wie das RB-DMX1. Hiermit lassen sich Lichtanlagen kontrollieren und Lichtsequenzen synchron zur Musik aktivieren. 

Serato DJ Pro

DSerato DJ Pro stammt aus dem fernen Neuseeland und wurde 2004 unter dem Namen Scratch Live veröffentlicht. Die Software konnte zu Beginn ausschließlich per Timecode-Medien kontrolliert werden und bot keinerlei MIDI-Unterstützung. Später veröffentlichte der Hersteller das Pendant ITCH, das wiederum ausschließlich mittels Controller steuerbar war. Beide Produkte fusionierten zunächst zu Serato DJ – hier hatte man dann die Wahl zwischen einer Timecode- und/oder MIDI-Controller-Steuerung. Aktuell nennt sich die Vollversion Serato DJ Pro und die Einsteigerausgabe Serato DJ Lite (vorher Intro).

Serato DJ Pro lässt sich exklusiv mit einer vorgegebenen Hardware betreiben. Die Auswahl an Geräten ist aber sehr groß und umfasst einfache bis professionelle Controller, DJ-Mixer und Audiointerfaces. Den einfachen Geräten liegt allerdings oft „nur“ eine Serato DJ Lite Lizenz bei, ein kostenpflichtiges Upgrade auf die Vollversion ist aber möglich. Serato DJ Pro bietet je nach verwendeter Hardware bis zu vier Decks, die per Timecode und/oder Controller gesteuert werden können. Die Controller werden alle ab Werk konfiguriert und sind sofort nach der Software-Installation startklar. Bei manchen Modellen lassen sich einige vorbelegte Funktionen verändern und auch der Betrieb von ergänzenden MIDI-Controllern ist möglich. Letztere können aber nicht alleine zu Steuerung der Software genutzt werden. Das Programm bietet acht Hotcue-Speicherplätze und einen Sampler mit 32 Sampleslots. Mit Effekten und Filtern lassen sich die Tracks bearbeiten und verschiedenartig ausrichtbare Wellenformen erleichtern das Mixen.

Mit Serato DJ Pro könnt ihr eure DJ-Sets auf der Computerfestplatte aufnehmen, ein direktes Weiterleiten an einen Broadcast-Server gelingt aktuell nur durch Nutzung einer Dritthersteller-Software. Neben lokal gespeicherten Songs können auch Tracks von den Streaming-Diensten Soundcloud und Tidal genutzt werden. Wer mit der Standardausstattung der Software nicht klarkommt, kann kostenpflichtig Effekte sowie eine Video-Funktion, eine Remix-Funktion (Flip) eine hochwertige Tonartkorrektur (Pitch’nTime) und einen Laptop-Modus (Play) nachkaufen. Einige Funktionen werden auch als Bundle (Club Kit, Toolkit, Expansions, Essentials oder Suite) angeboten, sodass man hier ein paar Euro einsparen kann.

Native Instruments Traktor Pro 3

Die Software Traktor wurde im Jahr 2001 von der Berliner Software-Schmiede Native Instruments als PC-only-Version veröffentlicht und hat seitdem zahlreiche Überarbeitungen und Funktionserweiterungen erfahren. Der zu Beginn noch belächelte Pionier unter den professionellen DJ-Software-Lösungen wird kontinuierlich aktualisiert. Mit Veröffentlichung der Version 3 wurde neues Oberflächendesign vorgestellt und Mixereffekte eingeführt. Die Software erlaubt das Auflegen mit bis zu vier Decks und kann mit Controllern von Native Instruments oder direkt unterstützten Traktor-Ready-Geräten von Drittherstellern gesteuert werden. Darüber hinaus lassen sich aber auch beliebige MIDI-Controller nutzen und die Steuerungen selbst programmieren. Alternativ greifen viele User auch zu Timecode-CDs oder -Vinyls und auch hier kann man die Hardware (Soundkarte, Mixer oder Controller) frei wählen. Neben MIDI wird auch HID unterstützt und die Ausgabe der Audiosignale erfolgt per Multikanal-Audiointerface. Die Software eignet sich für Performance-DJs, die Wert auf eine große kreative Ausstattung legen und neben Standards wie Hotcue-Punkten, Loops und zahlreichen Effekten weitere Funktionen suchen.

Traktor Pro 3 bietet neben Track-Decks zur Wiedergabe von Songs auch sogenannte Remix-Decks zum Abfeuern von Samples und Stem-Decks, die speziell aufbereitete, mehrkanalige Audiodateien wiedergeben können. Mit Traktor Pro 3 gelingt ein perfekt synchrones Vierdeck-Mixing auf Knopfdruck, wenn die Beatgrids der Songs exakt sitzen. DJ-Sets lassen sich intern aufzeichnen oder per Broadcasting-Funktion im Internet streamen. Die neuesten Aktualisierungen beinhalten Verbesserung für das harmonische Mixing sowie eine erweiterte  Unterstützung für die Pioneer-DJ-Geräte XDJ 700/1000 Mk2 sowie den DJ-V10 und eine anwenderspezifische Programmierung des Traktor Kontrol S3. Visuelle Funktionen sowie eine Karaoke-Unterstützung oder Lichtsteuerungen gibt es hingegen nicht und lassen sich auch nicht nachrüsten. Wer diese benötigt, muss auf ein Zusatzprodukt ausweichen oder eine andere DJ-Software nutzen. Die Software liegt als Lizenz einigen Controllern von Native Instruments bei und kostet beim Einzelkauf 99 Euro. Updates von älteren Versionen sind für 49 Euro erhältlich.

Virtual DJ

Die Software VirtualDJ stammt aus der Feder der Firma Atomix. VDJ wird oft mit Controllern gebundelt, kann aber auch separat für 299 US-Dollar oder als Abo-Modell ab 19 US-Dollar/Monat erworben werden. Die Oberfläche des Programms wurde für die neuen Versionen (2020/2021) mit Standard- und Broadcasting-Skins erweitert, die unterschiedliche viele Funktionen bieten und sich an verschiedene Anwendergruppen richten (Einsteiger bis Profis). Neben den Standard-Skins gibt es auch zahlreiche kostenlose Layouts von Anwendern und wodurch sich ein individueller „Look & Feel“ erzeugen lässt.

Die Software bietet bis zu 99 Decks – was natürlich nett ist, für die Praxis aber sicherlich keine große Relevanz hat. VirtualDJ 2021 bietet Stem-Mixing, Video-Funktionen und Lichtsteuerungen und erlaubt das Streaming auf Social-Media-Plattformen. Das Programm ist mit zahlreichen optischen Mixhilfen ausgestattet und auch das automatische Beatmatching sowie die programmübergreifende Ableton-Link-Synchronisation funktionieren zuverlässig. Das Feature „Sandbox“ erlaubt das Ausführen von Testmixen, ohne dass das Publikum diese zu hören bekommt und per Recording-Funktion ist die Aufzeichnung von Mixen möglich. 19 Audioeffekte, Dreiband-EQs und Filter erlauben die Formung der Songs. Neben speicherbaren Hotcue-Punkten verfügt das Programm über verschiedene Loop-Funktionen, Beatjump und eine Tonartkorrektur. Zudem sorgt „Smart Key Match“ für eine automatische Angleichung der Tonart und automatisierte Scratch-Manöver lassen sich für kreative Darbietungen nutzen. Mit dem Sampler können One-Shot- oder Loop-Samples wiedergeben werden und ein Sample-Editor erlaubt die Modifikation der Sample-Parameter.

Für visuelle Darbietungen sind Videos spielbar, die sich mit 32 Übergangseffekten, sieben Video-Effekten und Video-Skins bearbeitet lassen. Zudem stehen Shader und sechs Visualisierungen zur Verfügung und auch Karaoke-Funktionen werden geboten. Zur Steuerung des Programms lassen sich beliebige MIDI-Controller nutzen und auch eine Timecode-Kontrolle ist möglich. VirtualDJ 2021 unterstützt Streaming-Dienste wie Deezer, SoundCloud, Beatport Link und Beatsource, zudem sind Abos für Musik, Karaoke oder Videos optional buchbar, die eingeräumten Nutzungsrechte gelten aber leider nicht für den deutschen Markt

Mixvibes Cross

Die Software Cross stammt aus der französischen Software-Schmiede Mixvibes und wird für Computer, iOS- und Android-Geräte angeboten. Die Computer-basierte Umsetzung ist mittlerweile in der vierten Generation angekommen und bietet ein neu gestaltetes grafisches Interface, das mittels der Skripttechnologie Maquillage anpassbar ist. Die Software ermöglicht das Auflegen mit bis zu vier Decks, verfügt über farbig codierte Wellenformen und eine gut funktionierende Sync-Funktion, die gerade im Mehrdeck-Betrieb recht hilfreich ist.

Ein Sampler mit 2x 8 Pads erlaubt das Einstreuen von One-Shot- oder Loop-Samples und ein Vierkanalmixer übernimmt die Feinabstimmung der Songs. Acht Hotcue-Punkte pro Track stehen zur Verfügung und Pro Deck gibt es bis zu drei synchronisierbare Effekte, die sich aus einer Auswahl von 21 Effekten selektieren lassen. Neben dem Tempo kann Cross auch die Tonart eines Songs ermitteln und erlaubt das harmonische Mixing. Eine Software- aber auch geräteübergreifende Synchronisation ist per Ableton Link möglich. Zusätzlich zu den Songs können Videos gemixt und mit 25 Übergangs- und 18 Video-Effekten bearbeitet werden. Die Videos lassen sich mit den Songs synchronisieren und es gibt einen Video-Sampler mit vier Pads.

DJ-Sets und Videomixe lassen sich aufzeichnen, aber nicht direkt ins Internet streamen. Zur Steuerung des Programms können vorkonfigurierte Geräte, aber auch nicht ab Werk unterstützte Controller zum Einsatz kommen. Letztere müssen selbst programmiert werden. Alternativ sind CDJ-Player von Pioneer DJ zur Kontrolle nutzbar und beliebige (!) externe Soundkarten in Kombination mit Timecode-Medien. Ein Import von Songsammlungen aus Rekordbox, Traktor Pro und Virtual DJ ist zudem möglich. Cross bietet einen direkten Zugriff auf den Online-Musikdienst SoundCloud (Voraussetzung: kostenpflichtiges Abo für 9,99 Euro pro Monat) und kann als VST-Plug-in in einer DAW geladen werden.

Algoriddim djay pro

Die Software djay pro 2 der stammt von der Münchner Firma Algoriddim und startete als reines Mac-Produkt. Mittlerweile hat man die Software auch auf Windows und iOS portiert, doch die aktuelle Version 2 gibt es nur für den Mac. Djay Pro 2 wirkt optisch sehr elegant und bietet ein aufgeräumtes Interface. Die erste Version war mit zwei Decks und grafischen Plattenspielern ausgestattet, was aber eher wie ein Gimmick wirkte, aber bis heute noch als alternative Darstellung verfügbar ist.

Die neueste Version der Software bietet bis zu vier Decks und die Anordnung der Wellenformen kann horizontal oder vertikal erfolgen. Viele Funktionen sind bei Bedarf ein- oder ausblendbar und somit lässt sich die Bedienoberfläche an die Bedürfnisse anpassen. Im Lieferumfang sind vier Effekte enthalten, die sich kostenpflichtig auf über 30 (von Sugar Bytes) erweitern lassen. Acht Hotcue-Punkte sind speicherbar und Loops lassen sich für Mixtricks nutzen. Der Sampler verfügt über zwölf Speicherplätze und fünf Sample-Soundpacks stehen zur unmittelbaren Nutzung parat. Der Songnachschub gelingt durch den Zugriff auf iTunes oder bei einer aktiven Internetverbindung per Streaming durch Tidal, Soundcloud, Beatport oder Beatsource. Der Zugriff auf das Songangebot von Spotify wird ab Juli (2020) nicht mehr möglich sein, das gilt allerdings nicht nur für djay, sondern für alle Drittanbieter, die den schwedischen Dienstleister nutzen möchten. Visuelle Präsentationen sind per PhotoBeat und Videos möglich. Letztere lassen sich durch sieben Übergangseffekte und fünf Video-Effekte in Szene setzen. Spezielle Karaoke-Funktionen oder eine Schnittstelle für Lichtsteuerungen gibt es nicht. Über 50 MIDI-Controller werden von Haus aus unterstützt, darunter auch der Traktor Kontrol S3 und eine Programmierung für alternative Geräte ist ebenfalls möglich. Neben MIDI-Controllern können auch Pioneer-DJ-Nexus-Player oder der XDJ-1000 genutzt werden. Diese Geräte steuern die Software und zeigen Wellenformen und die Songbibliothek im Gerätedisplay an.

Ultramixer 6 Pro Entertain

Ultramixer 6 Pro Entertain richtet sich an mobile DJs und Alleinunterhalter, die auf Hochzeiten, Firmenfeiern oder anderen Jubiläen für Unterhaltung sorgen. Die Software ist auf diese speziellen Bedürfnisse abgestimmt und legt den Fokus weniger auf Performance- und Remix-Features, sondern bietet einen großen Komfort bei der Songauswahl und erlaubt eine multimediale Unterhaltung. Die sechste Version dieses Programms ist mit vier Decks ausgestattet, die unterschiedlich angeordnet werden können und bietet pro Deck eine eigene Playlist sowie eine übergreifende Wishlist, in der sich Musikwünsche der Gäste bequem festhalten lassen.

Ultramixer 6 Pro Entertain erlaubt das Speichern von bis zu sechs Hotcue-Punkten und das Aktivieren von Loops. Der optional einblendbare Mixer-Bereich verfügt über einen grafischen Master-EQ mit 31 Bändern und bietet für jedes Deck Dreiband-Equalizer mit Kill-Schaltern sowie Filter mit Resonanz und einen Flanger. Zum Mixen stehen Fader und ein Crossfader parat, letzterer kann aber nur benachbarte Decks überblenden. Mit dem Sampler lassen sich Samples einmalig oder als Schleife einstreuen, eine Tempoanpassung ist manuell möglich. Für optische Darbietungen wie Visuals oder Videos steht ein Video-Sampler parat. Eine waschechte VJ-Software ersetzt Ultramixer 6 Pro Entertain nicht, denn es gibt keinerlei Videoeffekte. Ankündigungen von Veranstaltungspunkten lassen sich per Texteinblendungen vornehmen und auch das Abspielen von Karaoke-Dateien nebst Sängernennung ist möglich. Die Software erlaubt das Aufzeichnen von Mixen und ihre Verbreitung im Internet und beinhaltet eine Schnittstelle zur Lichtsteuerungssoftware Madrix. Das Beatmachting gehört nicht zu den Stärken von Ultramixer und auch die Beatgrid-Bearbeitung ist nicht sonderlich komfortabel. Zur Steuerung des Programms lassen sich beliebige MIDI-Controller nutzen, man sollte allerdings ein direkt unterstütztes Gerät auswählen, da die eigene Programmierung XML-Kenntnisse voraussetzt und extrem aufwändig ist.

Deckadance 2 DVS Edition

Die Software Deckadance gibt es seit dem Jahr 2007 und sie wurde ursprünglich von der Firma Image-Line (bekannt durch Fruity Loops) vertrieben. 2015 erfolgte der Verkauf an Stanton DJ respektive Gibson. Leider scheint die Entwicklung des Programms aktuell eingefroren zu sein, denn die letzte verfügbare Version stammt aus dem Januar 2017 und die jüngste Beta-Version aus dem Juni des gleichen Jahres. Sollte das Programm nicht mehr gepflegt werden, wäre es extrem schade, denn Deckdance 2 bietet einige Besonderheiten, die es sonst nirgendwo gibt. Zum Mixen stehen bis zu vier Decks und acht speicherbare Hotcue-Punkte sowie Loops zur Verfügung. Die Decks lassen sich individuell mit Funktionskontrollen bestücken, sodass ihr die Bedienoberfläche auf eure Arbeitsweise abstimmen könnt. Das Programm ist mit zehn Effekten und weiteren „GrossBeat“-Effekten (Scratch- und Glitch-Effekten) ausgestattet, bietet aber zudem auch eine VST-Schnittstelle, die das Laden von externen Effekten, aber auch Instrumenten (!) erlaubt.

Keines der vorgenannten Programme erlaubt diese flexible Art der Erweiterung und somit die Verwendung von Studio-Plug-ins und Klangerzeugern. Die Software scannt und prüft die Plug-ins, damit es im Live-Einsatz nicht zu einem Crash kommt. Darüber hinaus kann Deckdance 2 selbst als Plug-in in einer DAW geladen werden. Komplexe Setups mit Ableton Live oder anderen Programmen sind hierdurch möglich. Der Sampler in Deckdance 2 erlaubt die Ergänzung von One-Shot- oder automatisch synchronisierten Loop-Samples. Das Programm beschränkt sich auf die Wiedergabe von Musik, Video- oder Karaoke-Funktionen findet man keine. Interessant sind auch die großen Freiheiten bei der Wahl der Timecode-Medien, denn hier kann man nicht nur aus einer großen Auswahl vorhandener Produkte auswählen, sondern auch der Software nicht bekannte Timecodes anlernen und Control-Dateien zum Brennen eigener Steuerungs-CDs generieren. Alternativ lässt sich die Software auch mit MIDI-Controllern bedienen – hier werden viele Geräte bereits ab Werk unterstützt, eigene Zuweisungen sind ebenso möglich.

Vergleichstabelle: Alle Programme im Überblick

Die in dieser Übersicht zusammengetragenen DJ-Programme weisen viele Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Basisfunktionen auf. Alle vorgestellten Kandidaten bieten mindestens vier Decks zum Mixen und eine automatische Sync-Funktion und in der Regel auch ein anpassbares Beatgrid, das als Grundlage dieser Hilfestellung dient. Alle Programme können per MIDI-Controller gesteuert werden und manche auch per Timecode-Medien. Am einfachsten gelingt der Einsatz vorkonfigurierter Controller, denn die eigene Zuweisung kann recht zeitaufwändig sein und manchmal lassen sich nicht alle Funktionen zufriedenstellend steuern.

Größere Unterschiede sind bei den unterstützten Streaming-Diensten und kreativen Features zu finden. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal sind die visuellen Funktionen. Hier solltet ihr euren Bedarf prüfen und entscheiden, ob ihr Video-/Karaoke- oder Lichtsteuerungsfunktionen zwingend benötigt. Manche Programme bieten hier kostenpflichtige Nachrüstoptionen an, falls sich der Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt ändern sollte. Grundsätzlich ist die Auswahl der richtigen Software nicht trivial, hier helfen oft kostenlose Demoversionen weiter, um sich einen umfassenden Eindruck verschaffen zu können.

Wie die einzelnen Programme bei uns im Test abgeschnitten haben, lest ihr im großen Testmarathon DJ-Software.

Die beste Freeware für DJs ist in diesem Artikel zu finden.

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